penetrant

GrammatikAdjektiv
Worttrennungpe-ne-trant · pe-net-rant
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›penetrant‹ als Grundform: ↗Penetranz
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend
1.
durchdringend und lästig
Beispiele:
ein penetranter (Körper)geruch
es riecht penetrant nach Fisch, Zwiebel, Mottenpulver
das Essen schmeckt penetrant nach ranzigem Fett
Hier herrschte eine geradezu penetrante Stille, die jedes Gespräch zu erdrücken schien [DodererStrudlhofstiege254]
2.
aufdringlich und lästig
Beispiele:
ein penetranter Mensch
umgangssprachlich ein penetranter Kerl
penetrante Großmannssucht
sein Verhalten ist penetrant
warum glotzen alle derart penetrant auf mich? [St. ZweigUngeduld400]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

penetrant · penetrieren
penetrant Adj. ‘durchdringend, scharf, beißend’, Übernahme (2. Hälfte 17. Jh.) von gleichbed. frz. pénétrant, Part. Präs. von pénétrer ‘durchdringen, durchschauen’, aus lat. penetrāre ‘durchdringen, hineindringen’ (zu lat. penitus ‘inwendig, innerlich’). In neuerer Zeit kennzeichnet das Adjektiv vorzugsweise scharfe, beißende Gerüche und entwickelt dabei die Bedeutung ‘aufdringlich’, die in allgemeine Verwendung übergeht (20. Jh.). Zuvor (seit 15. Jh.) begegnet im Dt. auch aus lat. penetrāre entlehntes, bis in die Gegenwart besonders fach- und bildungssprachlich gebrauchtes penetrieren Vb. ‘hineindringen, durchdringen, ergründen, durchsetzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) anbiedernd · Grenzen ignorierend · Grenzen verletzend · ↗anhänglich · ↗aufdringlich · bedrängend · belästigend · ↗distanzlos · drängelnd · drängend · in (bester) Stalker-Manier · ↗indiskret · ↗lästig · nicht abzuschütteln · peinlich indiskret · penetrant · ↗schmierig · ↗unangenehm · unangenehm vertraulich · von peinlicher Indiskretion · übertrieben zuvorkommend  ●  ↗grenzüberschreitend  Jargon · ↗zudringlich  Hauptform · lästig wie eine Klofliege  ugs. · nicht (wieder) loszuwerden  ugs. · ↗übergriffig  geh.
Assoziationen
  • (viel) Sitzfleisch haben · nicht zum Aufbruch zu bewegen (sein) · ↗schwer (wieder) loszuwerden (sein)
  • Paparazzo · Skandal-Fotograf  ●  Paparazza  weibl. · Paparazzi  Plural
  • aus tiefster Seele · ↗dringend · drängend · ↗eindringlich · flehend · ↗flehentlich · ↗händeringend · in flehendem Tonfall · ↗inständig · inständigst · ↗nachdrücklich · sehnlichst · unter Flehen  ●  beschwörend  Hauptform
  • (jemandem) sein Herz ausschütten · (jemandem) sein Leid klagen · (jemanden) behelligen mit  ●  (seine Sorgen) abladen bei  fig., variabel · (sich) ausweinen bei  auch figurativ · (jemandem) die Ohren volljammern  ugs. · (seinen Frust) rauslassen bei  ugs., variabel · ↗(sich) auskotzen  derb, fig.
  • (sich) Vertraulichkeiten herausnehmen · ↗(sich) aufdrängen · ↗bedrängen · ↗belästigen · lästig fallen · lästig sein · lästig werden · nicht in Ruhe lassen · zudringlich werden  ●  (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs.
  • (sich) anbiedern(d) · als wären sie Freunde · ↗kumpelhaft · ↗plumpvertraulich · wie unter Freunden
Synonymgruppe
beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konsequent · penetrant · ↗zielstrebig  ●  ↗eisern  fig.
Synonymgruppe
dreist · ↗ignorant · ↗impertinent · penetrant · ↗unverschämt · ↗vorlaut · ↗wüst  ●  ↗dummdreist  ugs. · kackendreist  derb · kackfrech  derb · ↗nassforsch  ugs. · ↗rotzfrech  ugs.
Assoziationen
  • anmaßend · ↗dreist · ↗flapsig · ↗respektlos · ↗rücksichtslos · ↗salopp · schlecht erzogen · ↗unangemessen · ↗unanständig · ↗unartig · ↗unflätig · ↗ungebührend · ↗ungebührlich · ↗ungehobelt · ↗ungehörig · ↗ungeschliffen · ↗ungesittet · ↗ungezogen · ↗unhöflich · ↗unmanierlich · ↗unverfroren · ↗unverschämt  ●  ↗frech  Hauptform · ↗präpotent  österr. · ↗dreibastig  ugs., regional · einen Ton am Leib (haben)!  ugs. · frech wie Dreck  ugs. · ↗impertinent  geh. · ↗kodderig  ugs. · ↗koddrig  ugs. · kotzbrockig  derb · ↗nassforsch  ugs. · ↗nickelig  ugs. · ↗pampig  ugs. · ↗patzig  ugs. · ↗rotzfrech  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rotznäsig  ugs. · ↗schnodderig  ugs. · ↗unbotmäßig  geh.
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
Synonymgruppe
(sich dauernd) wiederholend · (sich) endlos wiederholend · (sich) unablässig wiederholend · ↗gebetsmühlenartig · gleichklingend · gleichtönend · immer wiederkehrend · in nicht enden-wollendem Gleichklang · in nicht enden-wollender Stereotypie · ↗monoton · nicht enden-wollend · penetrant · ↗repetitiv · ↗ständig · ↗unablässig · ↗unaufhörlich  ●  ↗ostinato (Musik)  ital. · ↗iterativ  fachspr. · ↗rekurrent  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
dominant · durchdringend · in die Nase stechen(d) · ↗intensiv · penetrant · sich vordrängen(d) · ↗stark  ●  alles andere überdecken(d)  variabel · ↗aufdringlich (Geruch, Duft)  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beharren Beigeschmack Besserwisserei Deutlichkeit Duftwolke Fröhlichkeit Geruch Gestank Hartnäckigkeit Naturalismus Rechthaberei Regelmäßigkeit Schweißgeruch Selbstbeweihräucherung Selbstgerechtigkeit Selbstlob Verwesungsgeruch Werben Wiederholung aufdringlich derart dermaßen geradezu riechen riechend stinken süßlich vorgetragen zuweilen Ölgeruch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›penetrant‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ein Programm einen potenziellen Kunden gefunden zu haben glaubt, versucht es manchmal geradezu penetrant, sein »Opfer« zu verfolgen.
C't, 2000, Nr. 13
Schon die männliche Version erschien mir immer allzu penetrant deutsch.
Der Tagesspiegel, 06.12.2000
Ein penetranter Geruch von Getreide stieg ihm in die Nase.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 117
Dann aber, zum Schluß, macht sich der penetrante Geruch der Verfaulung abstoßend bemerkbar.
Neue deutsche Literatur, 1954, Nr. 1, Bd. 2
Polizeiliche Stellen führten ins Feld, die gerösteten Bohnen verbreiteten einen penetranten Geruch, und das Rösten selbst sei feuergefährlich.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 152
Zitationshilfe
„penetrant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/penetrant>, abgerufen am 21.05.2019.

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