orakeln

GrammatikVerb · orakelte, hat orakelt
Aussprache
Worttrennungora-keln (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. weissagen, in rätselhaften Andeutungen sprechen
Beispiele:
über etw., jmdn., von etw., jmdm. orakeln
über jmds. Pläne, von einer goldenen Zukunft orakeln
jeder orakelte, was nun werden würde
er orakelte, dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Orakel · orakeln
Orakel n. ‘Schicksalsspruch, Weissagung, rätselhafter Ausspruch, Spruchstätte’. Lat. ōrāculum ‘Stätte der Göttersprucherteilung, Schicksalsspruch der Götter oder Priester, Weissagung’ (zu lat. ōrāre ‘reden, sprechen, bitten, beten’, auch ‘eine Ritualformel wirksam hersagen’; zu lat. ōs, Genitiv ōris, ‘Mund’) wird im 16. Jh. ins Dt. übernommen und neben der lat. Form, die bis ins 18. Jh. gebräuchlich bleibt, zugleich als Oracul, Orakel entlehnt. orakeln Vb. ‘weissagen, in rätselhaften Andeutungen sprechen’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ankündigen · orakeln · ↗prognostizieren · ↗prophezeien · ↗prädizieren · ↗voraussagen · ↗vorhersagen · ↗wahrsagen · ↗weissagen  ●  eine Prognose aufstellen  variabel · ↗augurieren  geh., bildungssprachlich, selten, lat.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(abenteuerliche) Vermutungen (anstellen) · ↗(drauflos) spekulieren · Kaffeesatzleserei (betreiben) · Spekulationen anstellen · ↗herumspekulieren · keine gesicherte Datenbasis (zugrunde legen) · orakeln · wilde Spekulationen (...) · zwischen den Zeilen (lesen)  ●  ↗(herum)fantasieren  abwertend · ↗(sich etwas) zusammenphantasieren  abwertend · (sich) in (abenteuerlichen) Spekulationen ergehen  variabel · (sich etwas) aus den Fingern saugen  ugs., fig. · ↗herumraten  ugs. · herumspinnen  ugs., abwertend · herumspintisieren  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Beobachter Blatt Bundestrainer Diplomat Experte Finanzminister Insider Kommentator Kritiker Magazin Manager Skeptiker Trainer Zeitung bereits damals darüber dunkel düster einst finster gar jüngst kürzlich schon vielleicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›orakeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu früh, warnen die einen; zu spät, orakeln die anderen.
Bild, 26.09.2002
Doch bevor sie sich zu negativ äußern, orakeln sie lieber.
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2001
Sie soll weiter schlafen und orakeln, mir ist das recht.
Der Tagesspiegel, 26.03.1999
Man tröstete sie und orakelte eine gute Wendung des Schicksals.
Die Zeit, 13.05.1996, Nr. 20
Die Branche werde so schnell nicht zur Ruhe kommen, orakelte er.
C't, 1998, Nr. 5
Zitationshilfe
„orakeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/orakeln>, abgerufen am 19.04.2019.

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