okkupieren

GrammatikVerb · okkupierte, hat okkupiert
Aussprache
Worttrennungok-ku-pie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›okkupieren‹ als Grundform: ↗okkupatorisch
eWDG, 1974

Bedeutung

eine fremde Macht okkupiert ein Gebietfremdes Staatsgebiet vorübergehend militärisch besetzen
Beispiele:
die Feinde okkupierten das Land
das okkupierte Gebiet
umgangssprachlich, übertragen etw. besetzen, sich aneignen
Beispiele:
er hat meinen Stuhl schon okkupiert
indem er als Sohn des dicksten Bauern einfach den ersten Platz okkupierte [WelkHeiden157]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

okkupieren · Okkupation · Okkupant
okkupieren Vb. ‘fremdes Gebiet (militärisch) besetzen, sich aneignen, einnehmen’, entlehnt (um 1500) aus lat. occupāre ‘einnehmen, zuvorkommen, in Besitz nehmen, beschäftigen’, einer mit lat. ob- ‘entgegen, gegen … hin, nach … hin, auf … zu’ präfigierten Bildung zu lat. capere ‘nehmen, fassen, (er)greifen, einnehmen’. okkupieren steht zunächst, der Bedeutung des lat. Verbs folgend, für ‘einnehmen’, übertragen ‘in Anspruch nehmen, mit Beschlag belegen’, seit dem 19. Jh. vorwiegend in militärischem Sinne. Okkupation f. ‘militärische Besetzung fremden Staatsgebietes, widerrechtliche Aneignung’ (16. Jh.) mit der okkupieren (s. oben) entsprechenden Bedeutungsentwicklung aus lat. occupātio (Genitiv occupātiōnis) ‘Besetzung, Beschäftigung, Inanspruchnahme’. Okkupant m. ‘wer etw. einnimmt, mit Beschlag belegt, von etw. Besitz ergreift’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘wer eine militärische Besetzung unternimmt’ (Mitte 20. Jh.), befördert durch russ. okkupánt (оккупант); zu lat. occupāns (Genitiv occupantis), Part. Präs. von lat. occupāre (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
besetzen · ↗einnehmen · ↗erobern · ↗erstürmen · landnehmen · okkupieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armee Aufmerksamkeit Begriff Franzose Insel Macht Nationalsozialist Nazi Phantasie Platz Raum Sowjetunion Territorium Truppe Wehrmacht Weltkrieg Westen besetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›okkupieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Polen muß sich also in gewissem Sinn selbst okkupieren, um nicht von außen okkupiert zu werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]
Die Terroristen haben unsere Region okkupiert und sich dort eingenistet.
Die Zeit, 17.08.2009 (online)
Zum anderen okkupierte der politische Sektor alle anderen Bezirke und band sie mit eiserner Hand zusammen.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 71
Das Gehabe jener Menschen, die das Wort Intellektueller für sich okkupiert haben, ist das Problem.
Der Spiegel, 21.02.2000
Zur Erklärung dieses terminologischen Befundes ist zu berücksichtigen, daß inzwischen die Wortgruppe bereits vom Christentum okkupiert und hier zu intensivem Gebrauch gelangt ist.
Florovsky, G.: Theologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 5946
Zitationshilfe
„okkupieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/okkupieren>, abgerufen am 16.10.2019.

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