oft

GrammatikAdverb · Komparativ: öfter · Superlativ: am öftesten, Superlativ ungebräuchlich
Aussprache
Wortbildung mit ›oft‹ als Erstglied: ↗oftmalig  ·  mit ›oft‹ als Grundform: ↗öfter
eWDG, 1974

Bedeutung

häufig, viele Male
Beispiele:
ich habe ihn oft dort gesehen, habe es dir schon oft angeboten, habe oft daran gedacht, habe es oft wiederholt, geübt
er hat es ihr so oft gesagt, dass sie es eigentlich wissen müsste
sie war schon oft, ziemlich oft, sehr oft, auffallend oft dort
umgangssprachlich ich habe es dir schon so und so oft (= sehr häufig) gesagt
ein oft zitierter Autor
eine oft gespielte Oper
er war öfter im Theater als ich
er kam jetzt öfter als früher
je öfter er kam, desto mehr freundeten wir uns an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

oft · öfters · oftmals · oftmalig
oft Adv. ‘häufig, viele Male nacheinander’, ahd. ofto ‘häufig, immer wieder’, auch ‘manchmal, bisweilen’ (8. Jh., vereinzelt ofta, 11. Jh.), mhd. oft(e), asächs. oft(o), otho, afries. ofta, ofte, aengl. engl. oft (wovon weitergebildet engl. often), anord. opt, schwed. ofta, dän. ofte, got. ufta ‘häufig, oft’ setzen germ. *uftō und *ufta voraus. Die Herleitung dieser germ. Formen ist jedoch unsicher. Vielleicht sind in ihnen Ableitungen von dem bei ↗ob Präp. (s. d.) dargestellten lokalen Adverb zu sehen, das sich (wie ↗auf, s. d.) an ie. *upo, *up ‘unten an etw. heran, hinauf, über’ anschließt; dann wäre eine Ausgangsbedeutung ‘übermäßig, darüber hinaus’ zu vermuten. Nach einem anderen Erklärungsversuch könnten germ. *uftō, *ufta erstarrte Kasusformen eines untergegangenen Partizipaladjektivs sein, das sich mit aind. uptá- ‘geworfen, gestreut, gesät’, Part. Perf. von aind. vápati ‘streut, sprengt aus, wirft, sät’ (von ie. *u̯ep- ‘werfen, streuen’?), vergleichen läßt; in diesem Falle ginge der Sinn ‘häufig’ auf ‘dicht gestreut, dicht aufeinanderfolgend’ zurück. Im Dt. werden zu oft, das noch im 18./19. Jh. gelegentlich in der Variante ofte erscheint, der Komparativ ahd. oftōr (9. Jh.), mhd. nhd. (älter) ofter, nhd. öfter (15. Jh., bis ins 18. Jh. auch mit doppelter Steigerung öfterer) und der Superlativ mhd. nhd. (älter) oftest, nhd. öftest (15. Jh.) gebildet (vgl. aengl. oftor, oftost, anord. optarr, optast); öfter verliert aber weitgehend seinen komparativischen Inhalt und steht meist (wie oft) für ‘häufig, mehrmals’. Bei oft findet sich bis ins 18. Jh. vereinzelt, bei öfter dagegen bis heute nicht selten auch adjektivische Verwendung. öfters Adv. ‘häufig, mehrmals, manchmal’ (17. Jh., anfangs daneben ofters), hervorgegangen aus der Genitivform von öfter (s. oben). oftmals Adv. ‘häufig, oft’ (16. Jh., im älteren Nhd. auch oft(er)mal(en), oftermals); dazu oftmalig Adj. ‘häufig, mehrmalig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
etliche Male · ↗häufig · ↗oftmals · sehr oft · viele Male · ↗vielmals · zum wiederholten Mal  ●  ↗hundertmal  emotional · oft  Hauptform · ↗x-mal  emotional · zig mal  emotional
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

beklagt beschworen denken falsch fehlen gehört genügen geschehen gescholten hören jahrelang krank kritisiert monatelang passieren recht scheitern schlecht schwer schwierig stundenlang tagelang tödlich vergeblich vorkommen wechseln wiederholen wiederholt wochenlang zitiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein besonderer Wert kommt in dieser Hinsicht der öfteren Übung der Zwerchfellatmung zu.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 90
Ich besuchte Semon noch zu öfteren Malen, wohnte auch gelegentlich seiner Privatordination bei; mit seinen Spitalskranken hatte ich kaum mehr etwas zu tun.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Zwar krachte es auch dort öfter, insgesamt aber deutlich seltener als an vergangenen Tagen.
Die Zeit, 14.12.2010 (online)
Geschätzt haben sie schließlich schon öfter und es ist den Patienten immer gut bekommen.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 141
Dafür leerte er bei der Gruppe um Ralph die Aschenbecher öfter als nötig.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 20
Zitationshilfe
„oft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/oft>, abgerufen am 18.10.2019.

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