ober

GrammatikAdjektiv
Wortbildung mit ›ober‹ als Erstglied: ↗Oberamtmann · ↗Oberarm · ↗Oberarzt · ↗Oberassistent · ↗Oberaufseher · ↗Oberaufsicht · ↗Oberbau · ↗Oberbauch · ↗Oberbefehl · ↗Oberbefehlshaber · ↗Oberbegriff · ↗Oberbeinkleid · ↗Oberbekleidung · ↗Oberbett · ↗Oberboden · ↗Oberbootsmann · ↗Oberbürgermeister · ↗Oberdeck · ↗Oberdeutsch · ↗Oberdorf · ↗Oberfeldwebel · ↗Oberfinanzdirektion · ↗Oberfläche · ↗Oberfähnrich · ↗Oberförster · ↗Obergefreite · ↗Obergericht · ↗Obergeschoss · ↗Obergewalt · ↗Obergewand · ↗Obergrenze · ↗Obergruppenführer · ↗Oberhaar · ↗Oberhand · ↗Oberhaupt · ↗Oberhaus · ↗Oberhaut · ↗Oberhemd · ↗Oberherrschaft · ↗Oberhitze · ↗Oberhofmarschall · ↗Oberhofmeister · ↗Oberhoheit · ↗Oberindianer · ↗Oberingenieur · ↗Oberjäger · ↗Oberkante · ↗Oberkellner · ↗Oberkiefer · ↗Oberklasse · ↗Oberkommando · ↗Oberkommissar · ↗Oberkörper · ↗Oberlandesgericht · ↗Oberlauf · ↗Oberleder · ↗Oberlehrer · ↗Oberleib · ↗Oberleitung · ↗Oberleitungsomnibus · ↗Oberleutnant · ↗Oberlicht · ↗Oberlid · ↗Oberliga · ↗Oberligist · ↗Oberlippe · ↗Oberlänge · ↗Obermacher · ↗Obermedizinalrat · ↗Obermeister · ↗Oberpostdirektion · ↗Oberprima · ↗Oberregierungsrat · ↗Oberregisseur · ↗Oberrichter · ↗Oberrock · ↗Oberschenkel · ↗Oberschicht · ↗Oberschieber · ↗Oberschiedsrichter · ↗Oberschule · ↗Oberschulrat · ↗Oberschurke · ↗Oberschwester · ↗Oberschüler · ↗Oberseite · ↗Obersekunda · ↗Oberstaatsanwalt · ↗Oberstaatsanwaltschaft · ↗Oberstabsarzt · ↗Oberstadt · ↗Oberstadtdirektor · ↗Oberstimme · ↗Oberstock · ↗Oberstudiendirektor · ↗Oberstudienrat · ↗Oberstufe · ↗Obersturmführer · ↗Oberstübchen · ↗Obertasse · ↗Oberteil · ↗Obertertia · ↗Oberterz · ↗Obertitel · ↗Oberton · ↗Obertrikotage · ↗Oberverwaltungsgericht · ↗Oberwasser · ↗Oberweite · ↗Oberzahn · ↗oberdeutsch · ↗oberhalb · ↗oberirdisch · ↗oberschlächtig · ↗oberständig
 ·  mit ›ober‹ als Grundform: ↗Obere · ↗ober-  ·  formal verwandt mit: ↗zuoberst
eWDG, 1974

Bedeutung

Gegenwort zu unter3
a)
oben liegend, gelegen
Beispiele:
der obere Rand des Briefbogens
die obere Kante, Reihe, Hälfte
die rechte obere Schublade
die oberen Luftwege
er blickte durch die oberen Scheiben
mein Zimmer liegt im oberen Stockwerk
der oberste Rang im Theater
er stand auf der obersten Stufe der Leiter
die obere Elbe (= ihr Oberlauf)
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich das Oberste zuunterst kehren (= alles durcheinanderwerfen)
mein oberster (= wichtigster, erster) Grundsatz
b)
in großer Höhe gelegen
Beispiel:
die Atmosphäre der oberen, obersten Schichten, Regionen über der Erde
c)
Beispiel:
die oberen (= älteren) Schulklassen, Jahrgänge
d)
anderem übergeordnet, führend
Beispiele:
die oberen, obersten Behörden, Rangstufen
DDR das Oberste Gericht (= höchstes Gericht der DDR)
ohne Verzicht auf ... Güter des Genusses und der Kultur steigt kein Oberer hinab [RathenauKommende Dinge39]
Er will immer der Oberste sein [BrechtDreigroschenroman296]
umgangssprachlich die oberen Zehntausenddie vermögendste Gesellschaftsschicht
Beispiel:
als jahrzehntelanger Anwalt der oberen Zehntausend legt man sich ein hübsches Sümmchen auf die Seite [DürrenmattPanne189]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ober · Ober · Oberst · Oberin · Obers · Schlagobers · oberhalb · Oberwasser · Obrigkeit
ober Adj. (heute nur mit Flexionsendung der obere, ein oberer) ‘oben befindlich, höher gelegen, auf höherer Stufe stehend, übergeordnet’, ahd. obaro (8. Jh.), mhd. ober ist wie das Adjektiv aengl. yferra ‘nachfolgend, höher’ und die Adverbien anord. ofar(r) ‘weiter oben’, got. ufarō ‘darüber’ eine komparativische Bildung mit r-Suffix zu der unter ↗ob Präp. (s. d.) behandelten Ortsbestimmung. Die germ. Formen sind vergleichbar mit aind. úparaḥ ‘der untere, hintere, spätere’, awest. upara- ‘der obere, höhere, überlegene’, griech. hýperon, hýperos (ὕπερον, ὕπερος) ‘Mörserkeule’, lat. superus ‘der obere’, die einen Komparativ ie. *upero- fortsetzen. Neben ahd. obaro tritt ein gleichbed. ahd. (besonders obd.) obarōro (um 800) mit zusätzlicher Komparativendung; diesem entspricht der Superlativ ahd. obarōsto (8. Jh.), auch obaristo (11. Jh.), mhd. ob(e)rest, ob(e)rōst, ob(e)rist, öbrist ‘der oberste, höchste’. Substantiviertes mhd. die oberen Plur., frühnhd. ain ober (15. Jh., mit Bewahrung der endungslosen Nominativform des Mhd.) bezeichnet Personen von höherem Rang oder Stand, daher Ober m. ihrem Wert nach unter dem König stehende Spielkarte im deutschen Kartenspiel (Anfang 16. Jh., im Frühnhd. auch Oberbild, 15. Jh., Obermann, Oberbub, 16. Jh.), zu unterscheiden von Ober ‘Kellner’ (Ende 19. Jh.), einer jungen Kürzung aus Oberkellner ‘Zahlkellner’ (18. Jh., vgl. aber schon mhd. oberkelner ‘oberster Kellermeister’, 14. Jh.). Auf Substantivierung des Superlativs beruht Oberst m. ‘hoher militärischer Befehlshaber, Regimentskommandeur’, namentlich ‘im Rang unmittelbar unter dem General (major) stehender Offizier’ (16. Jh., bis ins 18. Jh. auch in der beim Adjektiv nicht mehr gebräuchlichen Form Obrist); daneben wird im älteren Nhd. (vom 15. Jh. an) außerhalb des militärischen Bereichs der Oberste ganz allgemein im Sinne von ‘Vorgesetzter, Vorsteher’ verwendet, ebenso die Oberste ‘Vorsteherin’ (16. Jh.), später ersetzt durch Oberin f. (Ende 18. Jh., seit dem 19. Jh. besonders für ‘Vorsteherin eines Klosters, Heimleiterin, leitende Krankenschwester’). Obers n. bair. öst. ‘Rahm, Sahne’ (17. Jh.), eigentlich Ober(e)s (der Milch), substantiviertes Neutrum von ober. Schlagobers n. ‘Schlagsahne’. oberhalb Präp. mit Genitiv ‘über’, älter auch Adv. ‘weiter oben gelegen, darüber’, mhd. oberhalbe(n), oberhalp Adv. und Präp.; zum zweiten Glied s. ↗-halb, ↗-halben. Oberwasser n. seit dem 19. Jh. (besonders nordd. und md.) vor allem ‘Vorteil, günstige Position’ in Fügungen wie Oberwasser haben, bekommen, auch jmdm. Oberwasser geben; das zugrundeliegende Bild entstammt dem Mühlenwesen, wo von oben auf das Mühlrad fallendes Wasser (vgl. oberschlächtiges Rad) vorteilhafter für den Antrieb ist. Frühere Belege (vom 15. Jh. an) zeigen Oberwasser in wechselndem Gebrauch für ‘aufgestautes Wasser’, ‘Gebirgswasser’ oder ‘Oberlauf eines Gewässers’. Obrigkeit f. ‘Träger der staatlichen oder kirchlichen Macht, Regierung’ (16. Jh.), zuvor spätmhd. oberkeit, frühnhd. Ober-, Öberkeit in der Bedeutung ‘Herrschaft, Macht, Gewalt’, vgl. mnd. overicheit ‘Macht, Oberherrschaft, Behörde’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baubehörde Befehlshaber Bundesbehörde Bundesgericht Dienstherr Etage Gebot Gericht Gerichtshof Geschoß Heeresleitung Instanz Landesbehörde Landesgericht Militärrat Mittelklasse Preissegment Priorität Rand Rat Rechnungshof Repräsentant Richter Schicht Sowjet Stock Stockwerk Währungshüter Zehntausend unter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ober‹.

Zitationshilfe
„ober“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ober#1>, abgerufen am 15.10.2019.

Weitere Informationen …

ober

GrammatikPräposition (mit Dat.)
eWDG, 1974

Bedeutung

österreichisch über, oberhalb von
Beispiele:
ober der Pforte hing eine Laterne
auf das Bild oberm Schreibtisch deutend [EisenreichUrgroßvater17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ober · Ober · Oberst · Oberin · Obers · Schlagobers · oberhalb · Oberwasser · Obrigkeit
ober Adj. (heute nur mit Flexionsendung der obere, ein oberer) ‘oben befindlich, höher gelegen, auf höherer Stufe stehend, übergeordnet’, ahd. obaro (8. Jh.), mhd. ober ist wie das Adjektiv aengl. yferra ‘nachfolgend, höher’ und die Adverbien anord. ofar(r) ‘weiter oben’, got. ufarō ‘darüber’ eine komparativische Bildung mit r-Suffix zu der unter ↗ob Präp. (s. d.) behandelten Ortsbestimmung. Die germ. Formen sind vergleichbar mit aind. úparaḥ ‘der untere, hintere, spätere’, awest. upara- ‘der obere, höhere, überlegene’, griech. hýperon, hýperos (ὕπερον, ὕπερος) ‘Mörserkeule’, lat. superus ‘der obere’, die einen Komparativ ie. *upero- fortsetzen. Neben ahd. obaro tritt ein gleichbed. ahd. (besonders obd.) obarōro (um 800) mit zusätzlicher Komparativendung; diesem entspricht der Superlativ ahd. obarōsto (8. Jh.), auch obaristo (11. Jh.), mhd. ob(e)rest, ob(e)rōst, ob(e)rist, öbrist ‘der oberste, höchste’. Substantiviertes mhd. die oberen Plur., frühnhd. ain ober (15. Jh., mit Bewahrung der endungslosen Nominativform des Mhd.) bezeichnet Personen von höherem Rang oder Stand, daher Ober m. ihrem Wert nach unter dem König stehende Spielkarte im deutschen Kartenspiel (Anfang 16. Jh., im Frühnhd. auch Oberbild, 15. Jh., Obermann, Oberbub, 16. Jh.), zu unterscheiden von Ober ‘Kellner’ (Ende 19. Jh.), einer jungen Kürzung aus Oberkellner ‘Zahlkellner’ (18. Jh., vgl. aber schon mhd. oberkelner ‘oberster Kellermeister’, 14. Jh.). Auf Substantivierung des Superlativs beruht Oberst m. ‘hoher militärischer Befehlshaber, Regimentskommandeur’, namentlich ‘im Rang unmittelbar unter dem General (major) stehender Offizier’ (16. Jh., bis ins 18. Jh. auch in der beim Adjektiv nicht mehr gebräuchlichen Form Obrist); daneben wird im älteren Nhd. (vom 15. Jh. an) außerhalb des militärischen Bereichs der Oberste ganz allgemein im Sinne von ‘Vorgesetzter, Vorsteher’ verwendet, ebenso die Oberste ‘Vorsteherin’ (16. Jh.), später ersetzt durch Oberin f. (Ende 18. Jh., seit dem 19. Jh. besonders für ‘Vorsteherin eines Klosters, Heimleiterin, leitende Krankenschwester’). Obers n. bair. öst. ‘Rahm, Sahne’ (17. Jh.), eigentlich Ober(e)s (der Milch), substantiviertes Neutrum von ober. Schlagobers n. ‘Schlagsahne’. oberhalb Präp. mit Genitiv ‘über’, älter auch Adv. ‘weiter oben gelegen, darüber’, mhd. oberhalbe(n), oberhalp Adv. und Präp.; zum zweiten Glied s. ↗-halb, ↗-halben. Oberwasser n. seit dem 19. Jh. (besonders nordd. und md.) vor allem ‘Vorteil, günstige Position’ in Fügungen wie Oberwasser haben, bekommen, auch jmdm. Oberwasser geben; das zugrundeliegende Bild entstammt dem Mühlenwesen, wo von oben auf das Mühlrad fallendes Wasser (vgl. oberschlächtiges Rad) vorteilhafter für den Antrieb ist. Frühere Belege (vom 15. Jh. an) zeigen Oberwasser in wechselndem Gebrauch für ‘aufgestautes Wasser’, ‘Gebirgswasser’ oder ‘Oberlauf eines Gewässers’. Obrigkeit f. ‘Träger der staatlichen oder kirchlichen Macht, Regierung’ (16. Jh.), zuvor spätmhd. oberkeit, frühnhd. Ober-, Öberkeit in der Bedeutung ‘Herrschaft, Macht, Gewalt’, vgl. mnd. overicheit ‘Macht, Oberherrschaft, Behörde’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baubehörde Befehlshaber Bundesbehörde Bundesgericht Dienstherr Etage Gebot Gericht Gerichtshof Geschoß Heeresleitung Instanz Landesbehörde Landesgericht Militärrat Mittelklasse Preissegment Priorität Rand Rat Rechnungshof Repräsentant Richter Schicht Sowjet Stock Stockwerk Währungshüter Zehntausend unter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ober‹.

Zitationshilfe
„ober“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ober#2>, abgerufen am 15.10.2019.

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