nunmehr

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungnun-mehr
Wortzerlegungnun1mehr
Wortbildung mit ›nunmehr‹ als Erstglied: ↗nunmehrig
eWDG, 1974

Bedeutung

von nun an, jetzt an
Beispiel:
daß er sich nunmehr verhalten würde, als ob sie nicht vorhanden wäre [KleistMarquise3,250]
bis jetzt
Beispiele:
der Streik dauert nunmehr schon einen Monat
hier bin ich seit nunmehr zwanzig Jahren Stammkunde
bezeichnet den Beginn von etw. Neuem, das sich an ein anderes vorangegangenes Geschehen, Sein anschließt   jetzt
Beispiele:
wir sind nunmehr am Ziel
anfangs ist mir vieles unklar gewesen, aber nunmehr weiß ich mit allem Bescheid
Das Hotelzimmer, in dem Andreas nunmehr wohnte [J. RothinÖsterr. Erzähler1,478]
[die] Erbschaft des verstorbenen Barons Weilern, die von seiner Tochter, nunmehr Baronin Degenhart, pietätvoll unangetastet gelassen wurde [G. Hauptm.4,445]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nun · Nu · nunmehr
nun Adv. ‘jetzt’, das Gegenwärtige oft zu Vorangegangenem in Beziehung setzend (‘im Anschluß daran, danach’), wobei gelegentlich ein kausaler Zusammenhang hergestellt wird (‘deshalb, folglich’); ferner als Partikel lediglich eine Aufforderung, Frage unterstreichend oder Zögern, Bedenken ausdrückend. Dem gemeingerm. temporalen Adverb ahd. nū̌ (8. Jh.), mhd. nū̌, nuo, nuon, spätmhd. nun, asächs. nū̌, mnd. mnl. , nl. nu, nou, afries. , aengl. nū̌, engl. now, anord. , schwed. dän. nu, got. nu (germ. *nu) entsprechen außerhalb des Germ. z. B. aind. , nū́ ‘nun, jetzt, also, gewiß’, griech. ny (νυ) ‘nun’ (enklitische Partikel), lat. nu- (in nudiūstertius ‘vorgestern’, eigentlich ‘es ist nun der dritte Tag’), lit. , ‘nun, jetzt’ und wohl auch aslaw. , russ. no (но) ‘aber, sondern’, air. no-, nu- (Verbalpartikel), so daß ie. *nū̌ ‘nun’ (vielleicht Tiefstufe von ie. *neu̯-, der Wurzelsilbe der unter ↗neu dargestellten Adjektivformen, s. d.) angenommen werden kann; vgl. außerdem mit nasaler Erweiterung (zum Teil erstarrte Kasusformen eines Adjektivs ie. *nū-no- ‘jetzig’?) aind. nūnám ‘jetzt, nun, heute, wohl, gewiß’, griech. nȳ́n (νῦν) Adv., nyn (νυν) enklitische Partikel ‘nun, jetzt’, lat. num ‘nun, noch, denn, doch wohl nicht’, nunc ‘jetzt, nun’ (zu -c s. ↗hin), aslaw. nyně, russ. nýne (ныне) ‘jetzt, heute’, lit. nūnaī, nūn ‘nun’. An mhd. nū̌, nuo tritt ein -n an (zuerst nuon, 13. Jh.), das wahrscheinlich auf die enklitische Negationspartikel mhd. -n(e) in verneinten Sätzen (z. B. nune weint niht mēre bei Hartmann von Aue) zurückgeht, deren Funktion wegen des Schwindens der doppelten Verneinung nicht mehr erkannt wird. Die vom 14. Jh. an belegte Form nun setzt sich im 17. Jh. in der Literatursprache durch, doch bleibt das ältere nu in Mundart und lebendiger Alltagsrede weiterhin in Gebrauch. Seit mhd. Zeit und mehrfach bereits im Ahd. wird das temporale und kausale Adverb (wie allgemein im Westgerm.) auch als unterordnende Konjunktion verwendet (vgl. daneben gleichwertiges mhd. nu daʒ). Heute ist konjunktionales nun ‘jetzt, da …’ nicht mehr üblich, noch im 19. Jh., vereinzelt bis ins 20. Jh. aber leitet es Gliedsätze ein, die die zeitliche Voraussetzung für das Geschehen des Hauptsatzes oder einen zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorhandenen Grund angeben. Nu m. älter auch n. ‘(gegenwärtiger) Augenblick’, mhd. n., vereinzelt f., im 13. Jh. aufkommende Substantivierung des Zeitadverbs mhd. nū̌ (s. o.); nur die adverbielle Fügung im Nu ‘sehr schnell’ (17. Jh., anfangs öfter im Nun entsprechend nhd. nun) ist jetzt noch geläufig, seltener in einem Nu (mhd. in eime einzegen nū, mnd. in ēnem nū); das ältere Nhd. kennt ebenso in diesem, im gleichen Nu u. ä.; vgl. bereits substantiviertes got. nu in got. fram himma, þamma nu ‘von jetzt an’. nunmehr Adv. ‘nun’, ursprünglich ‘jetzt und fernerhin, von nun an’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus frühnhd. nun mehr (15. Jh.), mhd. nū mēre; die Kanzleisprache des 17. bis 19. Jhs. erweitert zu klangvollerem nunmehro, vielleicht nach dem Muster von dero, ihro.

Thesaurus

Synonymgruppe
ab hier · ab jetzt · ab sofort · ↗fortan · in Zukunft · ↗künftig · nunmehr · von hier an · von nun an  ●  von jetzt an  Hauptform · ↗fürderhin  geh., veraltet · von Stund an  geh., veraltend
Assoziationen
  • danach · ↗fortan · in der Folge · ↗nach (...) · ↗seit (...) · seit damals · seit diesem Zeitpunkt · seit dieser Zeit · ↗seither · von (...) an · von da an · von dem Zeitpunkt an (als) · von diesem Zeitpunkt an  ●  ↗seitdem  Hauptform · ab da  ugs. · ↗fürderhin  geh., veraltet · ↗hinfort  geh., veraltet · von Stund an  geh., veraltend
  • bevorstehend · in Zukunft · in nicht allzu ferner Zukunft · kommend · ↗künftig · ↗nächstens · ↗zukünftig  ●  ↗demnächst  Hauptform · ↗dereinst  schweiz.
Synonymgruppe
derweil · ↗einstweilen · in der Zwischenzeit · ↗indessen · ↗mittlerweile · ↗unterdessen · ↗währenddessen · ↗zwischendurch · ↗zwischenzeitig · ↗zwischenzeitlich  ●  ↗inzwischen  Hauptform · nunmehr  geh. · schon mal  ugs. · ↗währenddem  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abgeschlossen acht alleinig angenommen belaufen beschlossen eingetreten endgültig erfolgt erreicht firmieren fünfjährig fünft gesamtdeutsch neun neunt rechtskräftig sechst sieben siebt unverzüglich verabschiedet verstärkt vertagen viert vorliegend während zuwenden zügig übergehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nunmehr‹.

Zitationshilfe
„nunmehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nunmehr>, abgerufen am 21.07.2019.

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