notorisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungno-to-risch
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›notorisch‹ als Letztglied: ↗polizeinotorisch · ↗publikumnotorisch
eWDG, 1974

Bedeutung

offenkundig, allbekannt, keines Beweises bedürfend
Beispiele:
eine notorische Begabung für Musik
es stand mit notorischer Gewissheit fest, dass ...
im Falle notorischer Missachtung der Pflichten werden strafrechtliche Schutzmaßnahmen notwendig
die große Kindersterblichkeit war zu jener Zeit notorisch
Die deutsche Dichtkunst schrieb notorisch / sich selber den Uriasbrief [A. HolzBuch d. Zeit123]
abwertend gewohnheitsmäßig, berüchtigt
Beispiele:
ein notorischer Verbrecher, Trinker, Faulenzer
ihre Unzuverlässigkeit ist notorisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

notorisch Adj. ‘offenkundig, allbekannt, berüchtigt, gewohnheitsmäßig’. Spätlat. nōtōrius ‘anzeigend, kundtuend, allgemein bekannt’, zu lat. nōtus Part.adj. (s. ↗Notiz), wird zunächst (15. Jh.) als notori, notari entlehnt, daneben aber bis ins 18. Jh. auch mit lat. Endungen gebraucht. Eingedeutschtes notorisch erscheint Mitte des 17. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
aus Gewohnheit · aus alter Gewohnheit · ↗gewohnheitsmäßig · nach alter Gewohnheit  ●  ↗habituell  geh. · notorisch  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
gewohnt · nicht ohne · nie ohne  ●  ↗Markenzeichen  ugs., fig. · notorisch  ugs., ironisch · ↗obligatorisch  ugs., ironisch · ↗unvermeidlich  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besserwisser Einzelgänger Geldmangel Linksfahrer Lügner Lügnerin Menschenrechtsverletzer Nörgler Optimist Pessimist Quertreiber Querulant Raser Schulschwänzer Schwarzfahrer Schwarzseher Schwänzer Schürzenjäger Skeptiker Störenfried Störer Säufer Trinker Unruhestifter Verkehrssünder Zuspätkommer finanzschwach klamm unzuverlässig zerstritten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›notorisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es fehlt ihm aber an städtischer Größe, daher ist es notorisch schwach.
Die Welt, 01.04.2000
Als Journalisten kann man den notorisch unfähigen Mann, der nicht einen zusammenhängenden Satz schreiben konnte, füglich nicht bezeichnen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 02.03.1904
Ich war mittlerweile mit seiner notorisch schlechten Laune vertraut und dachte nicht weiter darüber nach.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 354
Wenn ein Teil der Gäste tanzt, können die notorischen Nichttänzer ihr Gespräch im Zimmer in aller Ruhe fortsetzen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 60
Notorische Linksfahrer auf der Autobahn sollte man nicht rechts überholen.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 98
Zitationshilfe
„notorisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/notorisch>, abgerufen am 24.06.2019.

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