nesteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnes-teln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nesteln‹ als Letztglied: ↗aufnesteln · ↗herumnesteln · ↗zusammennesteln
eWDG, 1974

Bedeutung

(ungeduldig) an etw. fingern, etw. zu öffnen oder zu lösen versuchen
Beispiele:
am Haar, an der Bluse, Krawatte, an den Knöpfen, Haken, an einem Verschluss, Bindfaden nesteln
sie hatte eine Spange aus dem Haar genestelt
sie nestelte sich [Dativ] ein Kettchen vom Hals
Die Geldtasche zieht er hervor und nestelt mit den dicken Fingern nach einem Geldschein [StrittmatterTinko222]
Carla steht am Fenster, wippt von einem Bein auf das andere ... nestelt hier, nestelt dort [SchallückWenn man aufhören könnte153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nesteln · Nestel
nesteln Vb. ‘knüpfen, schlingen, ungeschickt, ungeduldig herumfingern’, ahd. nestilōn ‘mit einer Kopfbinde versehen’ (9./10. Jh.), mhd. nesteln ‘festbinden, schnüren’, asächs. nestilon, mnd. nl. nestelen ‘zuschnüren’ ist eine denominale Bildung zu ahd. nestila f., nestilo m. ‘Kopfbinde’ (8. Jh.), mhd. nestel f. ‘Bandschleife, Schnürriemen, Binde’, nhd. (noch landschaftlich) Nestel m. f. asächs. nestila f., mnd. nestel f., mnl. nestel(e), nl. nestel m., afries. nestla m., aengl. (schwundstufig) nostle ‘Kopfbinde, Band’, Deminutivformen neben altgutn. nast ‘Schnalle’, anord. nest (aus germ. *nastjō) ‘Nadel, Spange’, nisti, nist ‘Heftnadel’, ahd. (schwundstufig) nusta ‘Schnalle, Schlinge’ (9. Jh.). Die Substantive mit st-Suffix stehen neben verwandtem ↗Netz und wohl auch ↗Nessel (s. d.), so daß ie. *ned- ‘zusammendrehen, knüpfen’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’ (s. ↗nähen) zugrunde liegt.

Thesaurus

Synonymgruppe
fingern · ↗fummeln · ↗knispeln · nesteln · ↗werkeln  ●  ↗basteln  ugs. · ↗bosseln  ugs. · ↗fieseln  ugs. · ↗friemeln  ugs. · ↗pfriemeln  ugs. · ↗wurschteln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluse Brille Brusttasche Finger Frisur Gürtel Handtasche Hosentasche Jackett Kleid Kopfhörer Kopftuch Kragen Krawatte Mikrofon Reißverschluß Rucksack Tasche Taschentuch Verschluß Zettel Zigarette heraus herum herumnesteln hervor nervös umständlich verlegen zupfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nesteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während andere schon die Welt erklären, nestle ich noch am Reißverschluß.
Die Welt, 16.07.2005
Der schmächtige Mann nestelt nervös mit den Fingern in seinem Vollbart.
Bild, 29.07.1997
Er nestelte sich sagenhaft umständlich die Brille auf die Nase.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 171
Er hat den hellgrauen Hut unter den linken Arm geklemmt und nestelt gerade das Papier von einem großen Nelkenstrauß in seiner Rechten.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 23
Der Oberst nahm das Glas von den Augen, nestelte daran und setzte es wieder auf.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 167
Zitationshilfe
„nesteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nesteln>, abgerufen am 17.07.2019.

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