negrid

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Worttrennungne-grid · neg-rid
Herkunft Neger (1)
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
Anthropologie, veraltet die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara (im weiteren Sinne auch Süd- und Südostasiens, Australiens und Melanesiens) umfassend, zu diesen gehörend oder deren typische äußerliche Merkmale aufweisend
Die Bezeichnung negrid gehört (wie auch das Synonym negroid) in den Zusammenhang von Klassifizierungen heute als widerlegt bzw. diskriminierend geltender Rassentheorien, nach denen die Menschheit in die drei Großrassen der Europiden, Mongoliden und Negriden (bzw. Negroiden) unterschieden wurde.
Synonym zu negroid
Beispiele:
Im Südsudan, dessen Nilotenvölker und andere kleinere negride Ethnien vielleicht 40 Prozent der Landesbevölkerung ausmachen, herrschte während 26 von 37 Jahren Unabhängigkeit Krieg. [Neue Zürcher Zeitung, 12.02.1994]
Schon gar nicht existiert so etwas wie eine negride Großrasse in Afrika, denn gerade die Afrikaner unterscheiden sich genetisch – auch wenn sie äußerlich oder kulturell ähnlich wirken mögen, oft stärker untereinander als von irgendwem sonst. [Tapfer im Nirgendwo, 06.08.2014, aufgerufen am 28.04.2016]
Daß die Haratin [die Nachkommen schwarzer Sklaven in den Oasen der Sahara] weder Berber noch Araber sind, macht schon ihre Physiognomie deutlich. Die negriden Züge west- und zentralafrikanischer Ethnien sind unübersehbar. Breite Nasen, wulstige Lippen und tiefschwarze Gesichter. [Die Zeit, 02.05.1986, Nr. 19]
Am Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 20 Jahrtausenden, wanderten negride Völker in den Meeresraum ein, besiedelten den melanesischen Inselbogen zwischen Neuguinea und Neukaledonien und drangen bis nach Fidschi vor. [Der Spiegel, 28.10.1985, Nr. 44]
Die ersten Anzeichen für die Ausbildung negrider Merkmale finden sich an einem Skelett, das bei Asse lar am nördlichen Nigerknie geborgen wurde. [Heberer, Gerhard: Die Herkunft der Menschheit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 333]
2.
metonymisch, veraltet zur Kultur der dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara oder von diesen abstammender Ethnien gehörend, für diese Kultur typisch
Dieser Wortgebrauch wird wegen seiner Verbindung zur Lesart 1 und zu widerlegten bzw. diskriminierenden Rassentheorien heute weitgehend vermieden.
Beispiele:
Handel und Verkehr begünstigten den Austausch von Ideen, und ein unerhörtes Aufblühen der Künste […] und des Handwerks im negriden Raum war die Folge dieser ostwestlichen und nord-südlichen Kulturbeziehungen. [Hirschberg, W.: Neger. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23089]
abwertendAuch von der Hoffnung, die Chronik könnte eine Brücke schlagen zwischen den Generationen, war die Rede gewesen. Freilich behandelt Autor […] die Jugend mit ihrer Vorliebe für »negride Musik und ekstatische Körperzuckungen« nicht eben verständnisvoll. [Die Zeit, 17.07.1992, Nr. 30]
Ein Beispiel für »aufgestiegenes« Kulturgut könnte die Jazzmusik unserer Tage abgeben, zumal wenn sie schließlich nur noch in den europäischen und europäisch-amerikanischen Barlokalen der »oberen Zehntausend«, aber nicht mehr in negriden »Primitivgemeinschaften« zu finden sein sollte. [Scheidt, Walter: Kulturbiologie, Jena: Fischer 1930, S. 68]

Thesaurus

Synonymgruppe
dunkelhäutig · ↗schwarz  ●  negrid  veraltet
Assoziationen
Zitationshilfe
„negrid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/negrid>, abgerufen am 13.11.2019.

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