nebeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungne-beln
Wortbildung mit ›nebeln‹ als Letztglied: ↗einnebeln · ↗umnebeln  ·  mit ›nebeln‹ als Grundform: ↗benebeln · ↗vernebeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gehoben
Beispiele:
es nebelt (= es wird neblig)
dichterisch der See, Wald nebelt (= füllt sich mit Nebel)
nebelnde Wiesen
dichterisch Die kühlen Matten abwärts nebeln schon [BartningErdball431]
2.
fachsprachlich flüssige Pflanzenschutzmittel in feinster Verteilung versprühen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nebel · nebelhaft · neb(e)lig · nebulös · benebelt · benebeln · vernebeln · nebeln · nibeln
Nebel m. (durch Konzentration kleinster Wassertröpfchen hervorgerufene) ‘Trübung, Unklarheit der Luft, Dunst’, ahd. nebul (8. Jh.), mhd. nebel, asächs. neƀal, mnd. mnl. nēvel, nl. afries. nevel ‘Nebel’ (germ. *neƀula-) sowie aengl. nifol ‘dunkel’ und anord. njōl(a) (aus urnord. *niuwul, germ. *neƀulō) ‘Nebel, Nacht’, nifl- (in Zusammensetzungen wie niflhel ‘Unterwelt’, niflvegr ‘dunkle Straße’) sind verwandt mit griech. nephélē (νεφέλη) ‘Wolke, Gewölk’, lat. nebula ‘Dunst, Nebel, Staubwolke’. Neben diesem l-Stamm steht ein s-Stamm in aind. nábhaḥ ‘Dunst, Feuchtigkeit, Wolke, Nebel’, hethit. nepis ‘Himmel’, griech. néphos (νέφος) ‘Wolke, Gewölk’, air. nem (aus *nebhes-) ‘Himmel’, aslaw. nebo, russ. nébo (небо) ‘Himmel’, (mit sekundärem d-Anlaut) lit. debesìs ‘Wolke’. Alle Formen werden zurückgeführt auf ie. *nebh- ‘feucht, Wasser’, dann ‘Dampf, Dunst, Nebel, Wolke’. nebelhaft Adj. ‘wie Nebel, unklar’ (Ende 17. Jh.). neb(e)lig Adj. ‘voller Nebel, dunstig’, ahd. nebulīg (um 1000), frühnhd. nebelig (15. Jh.). nebulös Adj. ‘neblig, unklar, verschwommen’ (19. Jh.), nach frz. nébuleux in dessen übertragener Verwendung (aus lat. nebulōsus ‘neblig, dunkel’). benebelt Part.adj. ‘in Nebel eingehüllt’, übertragen ‘benommen, betäubt’ (17. Jh.); zu benebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, verdunkeln, betäuben’ (17. Jh.). vernebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, durch Nebel unklar machen’ (geläufig seit 17. Jh.); vgl. (falls hierher gehörig) ahd. firnibulen ‘verdunkeln’ (8. Jh.) und (seltenes) nebeln, nibeln Vb. ‘Nebel erzeugen, neblig sein, in Nebel einhüllen, fein, nebelartig regnen, nieseln’, ahd. nibulen ‘sich verfinstern, sich verdunkeln’ (9. Jh.), mhd. nibelen, nebelen ‘neblig, dunkel machen, sein oder werden’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

ein einnebeln nieseln zunebeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nebeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es surrt und dampft und nebelt, dann ist das Theater still.
Süddeutsche Zeitung, 16.05.2000
Auch steht einem nicht der Sinn nach kulturhistorischen Besichtigungen, wenn es nieselt und nebelt, und es nieselt und nebelt hier eben viel.
Die Zeit, 11.04.1969, Nr. 15
Es kann also nur durch Verbrennen organischen Materials geräuchert oder besser unter Verwendung von Nebelkörpern genebelt werden.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 450
Aber es mag nebeln, so viel es will, hinaus in den Garten einige Male spatzier ich tagtäglich.
Brief von Wilhelm Busch an Letty Keßler vom 26.12.1905. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1905], S. 20653
Zitationshilfe
„nebeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nebeln>, abgerufen am 19.09.2019.

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