neblig

Alternative Schreibungnebelig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungneb-lig · ne-be-lig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Nebel erfüllt
Beispiele:
ein nebliger Morgen, Novembertag
eine neblige Schlucht
das neblige England
nebliges Wetter
in nebliger (= von Nebel verhüllter) Ferne
es wird nebelig/neblig
2.
übertragen unklar, verschwommen, nebelhaft
Beispiele:
neblige Ideen, Vorstellungen
sich [Dativ] neblige Zukunftsbilder vorgaukeln
sich an neblige Hoffnungen klammern
Über ihnen lag ... eine trübe, neblige Gleichgültigkeit [J. RothRechts und links58]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nebel · nebelhaft · neb(e)lig · nebulös · benebelt · benebeln · vernebeln · nebeln · nibeln
Nebel m. (durch Konzentration kleinster Wassertröpfchen hervorgerufene) ‘Trübung, Unklarheit der Luft, Dunst’, ahd. nebul (8. Jh.), mhd. nebel, asächs. neƀal, mnd. mnl. nēvel, nl. afries. nevel ‘Nebel’ (germ. *neƀula-) sowie aengl. nifol ‘dunkel’ und anord. njōl(a) (aus urnord. *niuwul, germ. *neƀulō) ‘Nebel, Nacht’, nifl- (in Zusammensetzungen wie niflhel ‘Unterwelt’, niflvegr ‘dunkle Straße’) sind verwandt mit griech. nephélē (νεφέλη) ‘Wolke, Gewölk’, lat. nebula ‘Dunst, Nebel, Staubwolke’. Neben diesem l-Stamm steht ein s-Stamm in aind. nábhaḥ ‘Dunst, Feuchtigkeit, Wolke, Nebel’, hethit. nepis ‘Himmel’, griech. néphos (νέφος) ‘Wolke, Gewölk’, air. nem (aus *nebhes-) ‘Himmel’, aslaw. nebo, russ. nébo (небо) ‘Himmel’, (mit sekundärem d-Anlaut) lit. debesìs ‘Wolke’. Alle Formen werden zurückgeführt auf ie. *nebh- ‘feucht, Wasser’, dann ‘Dampf, Dunst, Nebel, Wolke’. nebelhaft Adj. ‘wie Nebel, unklar’ (Ende 17. Jh.). neb(e)lig Adj. ‘voller Nebel, dunstig’, ahd. nebulīg (um 1000), frühnhd. nebelig (15. Jh.). nebulös Adj. ‘neblig, unklar, verschwommen’ (19. Jh.), nach frz. nébuleux in dessen übertragener Verwendung (aus lat. nebulōsus ‘neblig, dunkel’). benebelt Part.adj. ‘in Nebel eingehüllt’, übertragen ‘benommen, betäubt’ (17. Jh.); zu benebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, verdunkeln, betäuben’ (17. Jh.). vernebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, durch Nebel unklar machen’ (geläufig seit 17. Jh.); vgl. (falls hierher gehörig) ahd. firnibulen ‘verdunkeln’ (8. Jh.) und (seltenes) nebeln, nibeln Vb. ‘Nebel erzeugen, neblig sein, in Nebel einhüllen, fein, nebelartig regnen, nieseln’, ahd. nibulen ‘sich verfinstern, sich verdunkeln’ (9. Jh.), mhd. nibelen, nebelen ‘neblig, dunkel machen, sein oder werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
diesig · ↗dunstig · in Dunst gehüllt · nebelig · neblig · voller Nebel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Landschaft grau kalt trüb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nebelig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Derzeit sei es "nicht höher als an einem nebligen Tag".
Süddeutsche Zeitung, 15.09.2001
Entmutigt stieg ich, statt mit den andern beiden zu frühstücken, zum zweitenmal in die neblige Tiefe.
Die Zeit, 14.11.1986, Nr. 47
Das gelbe Licht der Deckenlampe mischte sich mit dem Dämmerlicht des nebligen Vormittags.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 32
Sein Kopf schien, trotz der nebligen Dunkelheit, vor Zorn förmlich zu leuchten.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 630
Es war wie an der Meeresküste an einem kalten nebligen Tag.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 133
Zitationshilfe
„neblig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/neblig>, abgerufen am 23.07.2019.

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