naschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungna-schen
Wortbildung mit ›naschen‹ als Erstglied: ↗Nascher · ↗Nascherei · ↗Naschkatze · ↗Naschkram · ↗Naschsucht · ↗Naschwerk · ↗Näscher · ↗naschhaft · ↗naschsüchtig
 ·  mit ›naschen‹ als Letztglied: ↗herumnaschen  ·  mit ›naschen‹ als Grundform: ↗genäschig · ↗vernaschen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. Leckeres, besonders Süßigkeiten, kosten, genießen
Beispiele:
sie nascht gern, hätte gern genascht
Naschen macht dick!
ein paar Beeren vom Strauch naschen
sie naschten mehr, als daß sie sich redlich sättigten [KusenbergNicht zu glauben86]
übertragen
Beispiel:
»Nun, Hanno, ein bißchen Musik naschen [Th. MannBuddenbrooks1,514]
2.
heimlich von etw. kosten
Beispiele:
die Kinder haben an, von der Torte genascht
die Mutter schloß die Speisekammer ab, damit niemand naschte
übertragen
Beispiel:
Sie hätte / ... des Lasters heimliche / Entzückungen zu naschen sich erdreistet? [SchillerCarlosII 9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

naschen · vernaschen · naschhaft · Naschwerk
naschen Vb. ‘in kleinen Mengen Gutes heraussuchen und genießen, heimlich kleine Stückchen essen’, ahd. nascōn ‘schmarotzen’ (11. Jh.), mhd. naschen, neschen ‘Leckerbissen, verbotene Liebesfreuden genießen’, mnd. naschen ‘heimlich an sich bringen, betteln’, schwed. (mundartlich) naska, dän. naske ‘Leckerbissen genießen’. Vgl. nd. gnaschen, dän. gnaske ‘knabbern’, schwed. snaska ‘naschen’, ferner aengl. hnesce, got. hnasqus ‘weich, zart’. Herkunft unklar. Vielleicht zu ↗nagen (s. d.)? Eine Verbindung mit aind. kiknasaḥ ‘Teile des zerriebenen Korns’, griech. knéōros (κνέωρος) eine Nesselart, lett. knosīties ‘mit dem Schnabel im Gefieder rupfen’ und Anschluß an ie. *knēs-, eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *ken(ə)- ‘kratzen, schaben, reiben’ (wozu ↗Niete, ↗Nut, s. d.), ist unsicher. vernaschen Vb. ‘naschend aufbrauchen’ (16. Jh.); häufig vernascht sein ‘naschhaft sein’ (16. Jh.). naschhaft Adj. (17. Jh.). Naschwerk n. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
etwas Süßes essen · ↗knabbern · naschen · ↗schlecken  ●  ↗knuspern  ugs., regional · ↗schnabulieren  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Büfett Erdbeere Frucht Futter Glückspunkt Gummibärchen Honig Keks Kirsche Kuchen Leckerei Nektar Praline Schinken Schokolade Sushi Süßigkeit Teig Teller Traube Vitamin Weintraube gern gerne heimlich nebenbei nippen pflücken schlürfen zwischendurch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›naschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mein Sohn nascht gern, doch kann er diese Massen nicht bezwingen.
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2002
Was wäre das schön, dann könnte ich etwas davon naschen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 24.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sie naschen, die Hexe fängt sie, um einen Braten aus ihnen zu machen.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 385
Ja, er naschte vielleicht sogar heute mehr als an andern Tagen.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 107
Aber Eva, die hier keinen Namen trägt, sondern eben nur die "Junge Frau" ist, lässt das Fragen nicht und nascht vom Baum der Erkenntnis.
Die Welt, 17.06.2000
Zitationshilfe
„naschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/naschen>, abgerufen am 19.07.2019.

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