namhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnam-haft (computergeneriert)
WortzerlegungName-haft
Wortbildung mit ›namhaft‹ als Erstglied: ↗Namhaftmachung
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
berühmt, bekannt, angesehen
Beispiele:
ein namhafter Dichter, Autor, Künstler, Forscher, Gelehrter
ein namhafter Vertreter der Wissenschaft
2.
papierdeutsch jmdn. namhaft machenjmds. Namen feststellen
Beispiel:
den Täter, einen Verbrecher, Anstifter namhaft machen
etw. namhaft machenetw. nennen
Beispiele:
wir könnten noch mehr Fälle namhaft machen
daß ich nicht anstehen darf, Dir die Folgen namhaft zu machen, die ein leichtfertiger Schritt Deinerseits nach sich ziehen kann [Th. MannBuddenbrooks1,148]
3.
groß, bedeutend, ansehnlich
Beispiele:
eine namhafte Summe, Spende
einen namhaften Betrag einzahlen
einen namhaften Kredit bewilligen
ein namhafter Unterschied
die erste nahmhafte Gelegenheit, große Kapitalien ins Land zu ziehen [MehringLessing-Legende169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Name · namhaft · namentlich · nämlich · Namenstag · Namensvetter
Name m. ‘Benennung, Bezeichnung, Eigenname, Ansehen’, ahd. namo (8. Jh.; Genitiv namen), mhd. nam(e), asächs. namo, mnd. mnl. nāme, nl. naam, afries. aengl. nama, engl. name, (mit ursprünglich neutralem Genus) got. namō, germ. *naman-, (und mit veränderter Stammbildung) anord. nafn (aus *namn-), schwed. namn. Außergerm. vergleichbar sind aind. nā́ma, lat. nōmen, griech. ónoma (ὄνομα), aslaw. imę, russ. ímja (имя), air. ainmm. Als Ansatz läßt sich erschließen ie. *en(o)men-, *nomen- ‘Name’, das in den Einzelsprachen in unterschiedlichen Ablautformen vorliegt. S. auch ↗nennen. namhaft Adj. ‘bekannt, berühmt, nennenswert’, ahd. namahaft (8. Jh.), mhd. namhaft. namentlich Adj. heute Adv. ‘besonders erwähnenswert, vornehmlich’, eigentlich ‘(mit Namen) benannt’ (vgl. noch namentliche Abstimmung, namentlich nennen); mit unorganischem t gebildet (15. Jh.) nach mhd. name(n)lich; daneben die umgelautete Form nämlich Adj. in der nämliche ‘eben derselbe’ (heute unüblich), mhd. dirre nemelīche; in älterer Sprache auch ‘namentlich angegeben, ausdrücklich’, vgl. auff einem nähmlichen tag (16. Jh.), ahd. neminlīh (10. Jh.), namalīh (um 1000), mhd. name-, nemelich ‘namentlich benannt, bekannt, bedeutend’. Gebräuchlicher ist heute adverbieller Gebrauch im Sinne von ‘genauer gesagt, das heißt’, vgl. ahd. namalīhho ‘dem Namen nach’ (10. Jh.), mhd. nam(en)-, nem(e)līche ‘mit namentlicher, ausdrücklicher Hervorhebung, vorzugsweise’. Namenstag m. ‘Kalendertag des Heiligen, dessen Namen man trägt’ (17. Jh.). Namensvetter m. ‘wer den gleichen Namen trägt’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angesehen · ↗geachtet · geschätzt · namhaft · ↗repräsentabel · respektiert · wertgeschätzt
Assoziationen
  • (...) der Herzen (sein) · (allgemein) beliebt (sein) · (jemandem) fliegen die Herzen zu · ↗Sympathieträger · ganz oben auf der Beliebtheitsskala (mediensprachl.) · gemocht werden · gern gesehen (sein) · umschwärmt (werden) · umworben werden  ●  Everybody's Darling  ugs., engl. · Sympathiebolzen  ugs. · ganz oben auf der Liste (der ....) stehen  ugs. · in jemandes Gunst (stehen)  geh. · ↗wohlgelitten (sein)  geh.
  • (die) Mode sein · Konjunktur haben(d) · Szene... · ↗aktuell · dem Zeitgeist entsprechend · ↗gefragt · im Trend liegen(d)  ●  (...) ist das neue (...; ist der / die neue ...)  Jargon, floskelhaft · zum guten Ton gehören(d)  fig. · (voll) im Trend  ugs. · ↗Kult  ugs. · ↗angesagt  ugs. · ↗en vogue  geh., franz. · ↗hip  ugs. · hoch im Kurs stehen  ugs. · im Schwange (sein)  geh. · ↗in (betont, Emphase)  ugs., engl. · in Mode  ugs., Hauptform · ↗kultig  ugs. · ↗sexy  ugs., fig. · ↗trendig  ugs. · ↗trendy  ugs.
  • einflussreich · ↗mächtig · ↗potent · ↗stark · von Einfluss  ●  ↗hochmögend  geh., veraltet
  • (Mann) von Ehre · (noch) nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen · ↗anständig · ↗ehrbar · ↗ehrenhaft · ↗makellos · nicht vorbestraft · ↗redlich · ↗unbescholten · ↗untadelig  ●  (ein) unbeschriebenes Blatt  fig. · ↗ehrsam  geh.
Synonymgruppe
Rang und Namen haben · ↗bekannt · ↗berühmt · ↗hochgestellt · namhaft · ↗prestigeträchtig · prestigevoll · ↗prominent · reputabel  ●  von Rang  geh. · von Rang und Namen  ugs.
Assoziationen
  • adlig · ↗distinguiert · ↗edel · ↗erhaben · ↗illuster · von gehobener Eleganz · ↗vornehm  ●  ↗hehr  veraltet · ↗erlaucht  geh.
  • einflussreich · ↗mächtig · ↗potent · ↗stark · von Einfluss  ●  ↗hochmögend  geh., veraltet
  • (große) Bekanntheit erlangen · (großes) Ansehen erlangen (mit) · (großes) Ansehen gewinnen · (sich) (großes) Ansehen erwerben (mit) · bekannt werden (mit)  ●  (sich) einen Namen machen (mit / durch)  Hauptform
Synonymgruppe
(ein) (hohes) Ansehen genießen · ↗anerkannt · geachtet werden · geschätzt werden · namhaft · ↗profiliert · ↗renommiert  ●  (einen) guten Leumund haben  variabel · (einen) guten Namen haben  variabel · (einen) guten Ruf genießen  variabel · (einen) guten Ruf haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verlieren haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verteidigen haben  variabel · (gut) angesehen sein  variabel · (sein) Name hat (in bestimmten Kreisen) einen guten Klang  variabel · in einem guten Ruf stehen  variabel · (sich) eines guten Ruf(e)s erfreuen  geh. · bestbeleumdet  geh. · gut beleumdet  geh., variabel · gut beleumundet (sein)  geh., variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›namhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn jedes Buch ist von einem namhaften Autoren in seinem ganz persönlichen Stil verfasst, mit ganz persönlichen Prioritäten.
Die Welt, 19.01.2002
Ich stelle seit mehr als 20 Jahren Bilder namhafter Künstler aus.
Bild, 10.11.1999
Demselben gefielen unsere Artikel und er gab mir einen namhaften Auftrag.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4326
Er gilt als die führende Gestalt der chilenischen Musik und als einer der namhaftesten Komp.
Pahlen, Kurt: Santa Cruz Wilson. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 223
Die Geschichte vermag nur sehr wenige Jubelgreise namhaft zu machen, die es wirklich sind oder waren.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10114
Zitationshilfe
„namhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/namhaft>, abgerufen am 24.04.2019.

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