nachstellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnach-stel-len
Wortzerlegungnach-stellen
Wortbildung mit ›nachstellen‹ als Erstglied: ↗Nachstellung
eWDG, 1974 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
etw. nach einer gewissen Zeit, Veränderung wieder genau einstellen
Beispiel:
die Kupplung nachstellen
2.
etw. hinter etw. stellen
a)
Sprachwissenschaft
Beispiel:
ein nachgestelltes Satzglied
b)
Gegenwort zu vorstellen
Beispiel:
die Uhr nachstellen (= die Zeiger der Uhr zurückdrehen)
3.
einem Tier, jmdm. nachstellenein Tier, jmdn. (mit List) verfolgen
Beispiele:
dem Wild, den Vögeln nachstellen
Die beiden Schwestern, denen nachgestellt wird, müssen fliehen [I. KurzVanadis149]
spezieller jmdm. nachstellenQuelle: DWDS, 2018
Synonym zu stalken
Beispiele:
Wer einem anderen über einen längeren Zeitraum nachstellt […] oder bedroht, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. [Die Zeit, 13.07.2016 (online)]
Doch für das Stalking macht das überhaupt keinen Unterschied, die Frauen sind nicht weniger zimperlich in der Wahl der Mittel, mit denen sie dem Verflossenen nachstellen. [Mittel gegen Stalking nach einer Beziehung, 01.11.2014, aufgerufen am 15.02.2017]
Einer 25-jährigen Bekannten, die er am Montag im Rathaus als Geisel nahm, hatte er 2012 wochenlang massiv nachgestellt und sie sogar mit dem Tod bedroht, als diese mit einem anderen Mann eine Beziehung einging. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.2013]
Turn-Olympiasiegerin Shawn Johnson […] wurde im März Opfer eines Stalkers, einem Menschen, der Prominenten nachstellt und sie belästigt. [Bild am Sonntag, 13.06.2010, Nr. 24]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
nachregeln · nachstellen
Synonymgruppe
(jemandem) auf den Fersen bleiben · (sich) an jemandes Fersen heften · (sich) hängen an · ↗folgen · ↗nachjagen · ↗nachsetzen · ↗nachsteigen · ↗verfolgen  ●  (jemandem) auf den Fersen sein  ugs. · (jemandem) auf den Hacken sein  ugs. · ↗(sich) an die Fersen (von jemandem) heften  ugs. · (sich) an jemandes Hacken heften  ugs. · hinter jemandem her sein  ugs. · ↗nachsprengen  geh. · nachstellen  geh.
Unterbegriffe
  • (direkt) aufeinander folgen · (sich) nahtlos anschließen · auf dem Fuß folgen · auf dem Fuße folgen · nicht lange auf sich warten lassen · prompt erfolgen · prompt kommen · unmittelbar folgen · unverzüglich erfolgen
  • (jemandem) dicht folgen · (jemandem) im Nacken sitzen · dicht hinter jemandem her sein
Assoziationen
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · interessiert an  ●  geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • hinter etwas her · hinter jemandem her · ↗hinterdrein... · ↗hinterher... · ↗nach...
  • (jemandem) folgen wie sein Schatten · ↗ausspähen · ↗beschatten · ↗bewachen · ↗mithören · unauffällig folgen · ↗überwachen  ●  ↗bespitzeln  ugs.
  • (jemandem) dicht auf den Fersen bleiben · (sich) nicht abschütteln lassen · ↗dranbleiben
  • (eine) Spur finden · (jemandes) Fährte aufnehmen · (jemandes) Spur aufnehmen
  • (jemandem) nicht von der Seite weichen · (jemanden) auf Schritt und Tritt begleiten · (jemanden) keinen Schritt ohne Begleitung tun lassen
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren (für) · (sich) interessiert zeigen (an) · Lust (haben) auf · hinter jemandem her · interessiert an · nicht uninteressiert · zurückflirten  ●  (sich) angeln wollen  fig. · ein Auge werfen (auf)  fig. · (sich) an Land ziehen wollen  ugs., fig. · geil (sein) auf  ugs. · heiß (sein) auf  ugs. · kriegen wollen  ugs. · scharf auf  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) hofieren · (sich) bemühen um (jemanden) · (sich) heranmachen an · ↗nachlaufen · ↗nachrennen · nachstellen · ↗umschmeicheln · ↗umwerben · ↗werben (um)  ●  (eine) Charmeoffensive (starten)  fig., variabel · (jemandem) den Hof machen  fig. · ↗(sich) ranschmeißen  ugs., salopp · (ständig) herumschleichen (um)  ugs., salopp · ↗buhlen (um)  geh., veraltet · ↗freien (um)  geh., veraltet · hinter jemandem her sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
nachstellen · ↗nachvollziehen · ↗reproduzieren · ↗wiederholen
Computer
Synonymgruppe
(modellhaft) nachbilden · ↗abbilden · ↗emulieren · ↗modellieren · nachstellen  ●  so tun als ob  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beschatten · ↗bespitzeln · hinter jemandem her sein · ↗nachsteigen · nachstellen · ↗verfolgen · werben um
Assoziationen
  • (einer Frau) nachsteigen · ↗fensterln
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · interessiert an  ●  geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • (es auf jemanden) abgesehen haben  ●  (etwas) wollen von  ugs.
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren (für) · (sich) interessiert zeigen (an) · Lust (haben) auf · hinter jemandem her · interessiert an · nicht uninteressiert · zurückflirten  ●  (sich) angeln wollen  fig. · ein Auge werfen (auf)  fig. · (sich) an Land ziehen wollen  ugs., fig. · geil (sein) auf  ugs. · heiß (sein) auf  ugs. · kriegen wollen  ugs. · scharf auf  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) heimlich folgen · (jemandem) hinterherschleichen · ↗(jemandem) hinterherspionieren · ↗(jemandem) nachschleichen · ↗(jemandem) nachspionieren · (jemandem) nachstellen · ↗(jemanden) verfolgen  ●  ↗(jemanden) stalken  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
behelligen · ↗belästigen · nachstellen · ↗plagen · ↗stalken · ↗stören · ↗zusetzen  ●  auf den Nerv gehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendmahl Bremse Filmszene Folterszene Jäger Kreuzigung Labor Laiendarsteller Laienschauspieler Originalschauplatz Playmobil-Figur Pose Prüfen Puppe Robbe Rollenspiel Schauspieler Schlacht Spielszene Statist Szene Wild Zander Zinnsoldat authentisch belästigen detailgetreu originalgetreu stellen unbefugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachstellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frauen schnitten sie meist, die Männer stellten ihr nach.
Die Zeit, 31.05.2013, Nr. 23
Gelang es ihm nicht, authentische Bilder zu filmen, stellte er die Szenen nach.
Der Tagesspiegel, 20.04.2003
Einmal stellte er einem Mädchen nach, das ihn floh und seinetwegen die Stellung wechselte.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8810
Diesmal stellten mir die Reporter nach, um mich zu fragen, wie ich mich vor dem ersten Länderspiel fühlen würde.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 58
Und schließlich galt es nicht mehr, als einem Deserteur nachzustellen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 278
Zitationshilfe
„nachstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nachstellen>, abgerufen am 18.10.2019.

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