nachdenklich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnach-denk-lich (computergeneriert)
Wortzerlegungnachdenken-lich
Wortbildung mit ›nachdenklich‹ als Erstglied: ↗Nachdenklichkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

überlegend, erwägend, in Gedanken vertieft
Beispiele:
ein nachdenklich Mensch
du bist heute so nachdenklich
nachdenklich dasitzen
er sagte das sehr nachdenklich
er schaute nachdenklich, ja grübelnd in den Himmel [NollHolt2,371]
Nachdenklichkeit zeigend
Beispiel:
er machte ein nachdenklich Gesicht, setzte eine nachdenklich Miene auf
Nachdenklichkeit hervorrufend
Beispiele:
nachdenklich stimmende Worte
der Vorfall, Brief machte ihn nachdenklich
Geschützt vor dem Winde ... empfanden sie plötzlich eine nachdenklich stimmende Stille [Th. MannBuddenbrooks1,137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

denken · gedenken · nachdenken · nachdenklich · verdenken · Denker · Denkzettel
denken Vb. ‘geistig arbeiten, überlegen’, ahd. thenken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. denken, asächs. thenkian, afries. thanka, aengl. þencan, engl. to think, anord. þekkja (‘wahrnehmen, erkennen’), aschwed. þækkia, got. þagkjan. Das germ. jan-Verb (germ. *þankjan) steht als Kausativum im Ablaut (wie ↗Dank, ↗Gedanke, s. d.) zu einem Verb, das sich in ↗dünken (s. d.) fortsetzt. Es findet eine sichere außergerm. Entsprechung in lat. tongēre ‘kennen, wissen’ und kann mit diesem auf eine Wurzelform ie. *teng-, *tong- ‘denken, fühlen’ zurückgeführt werden. Das Prät. dachte und das Part. Prät. gedacht (beide mit Kürzung des Stammvokals) sind durch Ausfall von -n- und Ersatzdehnung entstanden (ahd. thāhta, githāht, mhd. dāhte, gedāht, aus germ. *þanht-). gedenken Vb. ‘an jmdn., etw. zurückdenken, sich erinnern, beabsichtigen’, ahd. githenken ‘an etw. denken’ (um 800), mhd. gedenken, auch ‘ausdenken, bestimmen, eingedenk sein, sich erinnern’, heute besonders einer Sache, eines Menschen gedenken sowie gedenken, etw. zu tun. nachdenken Vb. ‘eine Sache gründlich durchdenken, überlegen, erwägen’, (selten) ‘etw. in Gedanken nachvollziehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. denken nāch ‘mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken an’; nachdenklich Adj. ‘zu Überlegungen neigend, in Gedanken versunken, zum Nachdenken anregend’ (Mitte 17. Jh.). verdenken Vb. ‘übelnehmen, verübeln, verargen’ (meist verneint und in Verbindung mit können), ahd. firthenken ‘verachten, geringschätzen’ (8. Jh.), mhd. verdenken ‘(zu Ende) denken, erwägen, sich erinnern, Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (s. ↗Verdacht). Denker m. ‘Philosoph’ (1. Hälfte 18. Jh. nach engl. thinker); vgl. vereinzeltes ahd. thenkāri (11. Jh.). Denkzettel m. ‘Merkzettel als Gedächtnishilfe’, übertragen ‘eindringliche Lehre in Form eines Verweises, einer Bestrafung’ (16. Jh.), vgl. rechtssprachliches mnd. denksed(d)del, -cēdel ‘Urkunde, Vorladung, Merkblatt’. Frühnhd. auch Gedenkzedele, -zettul (16. Jh.). S. ↗Zettel.

Thesaurus

Synonymgruppe
erwägend · ↗gedankenverloren · ↗gedankenversunken · ↗gedankenvoll · ↗grüblerisch · in sich gekehrt · nachdenklich · ↗versonnen
Assoziationen
Synonymgruppe
besinnlich · nachdenklich
Synonymgruppe
durchdacht · ↗gehaltvoll · in die Tiefe gehend · mit Tiefgang · nachdenklich · ↗profund · ↗tief gehend · ↗tief schürfend · ↗tiefgehend · ↗tiefgründig · ↗tiefreichend · ↗tiefschürfend · ↗tiefsinnig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrachtung Falte Miene Pose Ton abwägend amüsant anblicken besinnlich blicken eher hinzufügen humorvoll kratzen leise machend melancholisch mustern nicken ruhig runzeln sehr selbstkritisch sensibel still stimmen stimmend traurig witzig zupfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachdenklich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber die Technik der Geräte geht ja immer weiter, das macht mich doch sehr nachdenklich.
Bild, 07.06.2003
Wir sagen dann, er mache uns melancholisch, nachdenklich oder wecke in uns eine Sehnsucht nach der Ferne.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 91
Er setzt auf feine akustische Farben, seine Musik ist fantasievoll, nachdenklich.
Der Tagesspiegel, 21.09.2000
Nachdenklich ging sie mit uns nochmals hinauf und wir suchten den ganzen Speicher ab.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 17018
Nicht gerade der Vater muß es sein «, fuhr er nachdenklich fort.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„nachdenklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nachdenklich>, abgerufen am 23.05.2019.

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