nachdem

GrammatikKonjunktion
Worttrennungnach-dem
Wortzerlegungnach2der2
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
leitet einen temporalen Gliedsatz ein, dessen Handlung vor dem Hauptsatzgeschehen vollendet ist
Beispiele:
nachdem die Arbeit beendet war, fuhr er auf Urlaub
der Arzt traf ein, nachdem sich die Herzbeschwerden bereits beruhigt hatten
nachdem sie ihre Prüfung abgelegt hat, geht sie ins Ausland, wird sie ins Ausland gehen
2.
leitet einen kausalen Gliedsatz ein
landschaftlich, (besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch
Beispiele:
nachdem die Lage so ist, muss ich leider absagen
ich kann leider nicht zu Ihnen kommen, nachdem ich wegen des schlechten Wetters erkältet bin
3.
je nachdem
siehe auch je1 (Lesart 2 b)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nach · nachahmen · nachdem · nacheinander · nachgerade · nachhaltig · Nachnahme · Nachricht · Nachruf · Nachtisch · Nachtrag · Nachwelt · Nachwort
nach Adv. Präp. (mit Dativ), zur Bezeichnung einer Richtung und eines räumlichen oder zeitlichen Nacheinanders. Ahd. nāh Adv. ‘nahe, beinahe, danach’, Präp. ‘nahe, bei, hinter, gemäß’ (8. Jh.), mhd. nā(ch), mnd. mnl. , nl. na, aengl. nēah, afries. nēi, , got. nēƕa (germ. *nēhwa-) gehört zu dem unter ↗nahe (s. d.) behandelten Adjektiv und ist von diesem zunächst auch in der Bedeutung nicht zu trennen. Auszugehen ist von adverbiellem Gebrauch bei Verben der Bewegung ‘in die Nähe von etw.’, woraus sich ‘auf etw. zu’ bzw. (bei beweglichem Ziel) ‘hinterher’ entwickelt; in der Übertragung auf Zeitliches steht nach als Gegenwort zu vor. Oft in Präfixverben (nachfahren, -kommen) und in festen Verbindungen (nach wie vor ‘noch immer’, nach und nach ‘allmählich’). nachahmen Vb. ‘nachmachen, imitieren, zu kopieren suchen’ (16. Jh.), eigentlich ‘nachmessen’, zu mhd. āmen ‘visieren, eichen’, abgeleitet von mhd. āme, (md.) ōme ‘(Flüssigkeits)maß’, nhd. (heute unüblich) ↗Ohm (s. d.), entlehnt aus mlat. ama ‘(Wein)maß, Faß’, lat. ama, hama ‘Feuereimer’, griech. ámē (ἄμη) ‘Schaufel, Eimer’. nachdem Konj. Adv. ‘später als, nach dieser Zeit’, frühnhd. noch mit Getrenntschreibung nach dem (15. Jh.); statt des Dativs steht in älterer Sprache der Instrumental ahd. nāh diu ‘so wie, nachdem, dementsprechend, wonach’. nacheinander Adv. ‘einer nach dem andern, hintereinander’ (15. Jh.). nachgerade Adv. ‘allmählich, schließlich, direkt, geradezu’, im 17. Jh. aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen, vgl. mnd. nāgerāde, auch nārāde ‘allmählich’, dieses aus mnd. und vielleicht mnd. rāt ‘Reihe, Reihenfolge, Ordnung’ (vgl. anord. rǫð ‘Reihe’), also eigentlich ‘nach der Reihe’ und daher ‘allmählich’. nachhaltig Adj. ‘lange nachwirkend, ausdauernd’ (18. Jh.), zu nachhalten ‘anhaltend wirken, von längerer Dauer sein’ (18. Jh.), älter ‘nachfolgen, nachstellen, nachträglich vorhalten’ (16. Jh.), und veraltetem Nachhalt ‘Rückhalt, Reserve’ (18. Jh.). Nachnahme f. ‘im Frachtbrief vermerkte Auslagen und Spesen, die der Empfänger nachträglich zu zahlen hat’ (1. Hälfte 19. Jh.), danach im Postwesen (1870) ‘Erhebung einer Geldsumme (Rechnungsbetrag, Gebühr) bei Aushändigung einer Postsendung’ (anstelle von frz. remboursement); zu nachnehmen ‘nachträglich nehmen’. Nachricht f. ‘Mitteilung’ (um 1600), älteres, vom 16. bis 18. Jh. bezeugtes Nachrichtung ‘wonach man sich zu richten hat, Anweisung’ allmählich verdrängend. Nachrichten Plur. ‘(über Rundfunk, Fernsehen gesendete) aktuelle, besonders politische Meldungen’ (20. Jh.). Nachruf m. ‘Würdigung eines Verstorbenen, Nekrolog’ (19. Jh.); zuvor von Zesen 1648 als Verdeutschung für Echo empfohlen. Nachtisch m. ‘Nachspeise’ (16. Jh.). Nachtrag m. ‘Zusatz, Ergänzung’ (18. Jh.). Nachwelt f. ‘kommende Generationen’ (17. Jh.) Nachwort n. ‘Schlußwort mit Erläuterungen für ein Buch’ (19. Jh.), frühnhd. auch ‘nachträglich hinzugefügtes Wort, Nachrede’, mhd. nāchwort ‘nachträglich geltend gemachte Forderung’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
also · ↗da · da ja · da obendrein · ↗denn · ↗ergo · ↗indem · ↗insofern · ↗mithin · nachdem · ↗nämlich · ↗wo  ●  ↗weil  Hauptform · ↗alldieweil  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
als Folge dessen · ↗also · ↗dadurch · ↗danach · ↗daraufhin · ↗dementsprechend · ↗demgemäß · ↗demnach · ↗demzufolge · ↗deshalb · ↗folglich · im Folgenden · im Weiteren · im weiteren Fortgang · im weiteren Verlauf · in der Folge · in der Konsequenz · ↗infolgedessen · ↗insofern · ↗mithin · nachdem · resultierend daraus · ↗somit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

auffliegen ausfallen ausfällen bekanntwerden betreten brennen differieren einstecken ereignen erfolgen ertrinken explodieren feststehen fliehen geschehen herauskommen leuchten pausieren platzen schalten schwanken unterscheiden variieren verhalten verändern wechseln wiederhaben zusehen ändern überwiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachdem‹.

Zitationshilfe
„nachdem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nachdem>, abgerufen am 20.06.2019.

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