nachäffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnach-äf-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungnach-äffen
Wortbildung mit ›nachäffen‹ als Erstglied: ↗Nachäfferei
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend jmdn., etw. in übertriebener Weise nachahmen
Beispiele:
der Schüler äffte den Lehrer nach
jmds. Stimme, Gebärden nachäffen
selten
mit Dat.
Beispiel:
Sie äffte ihm nach, wie es immer ihre Gewohnheit war, wenn sie ... in Aufregung geriet [NablOrtliebsche Frauen139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affe · äffen · nachäffen · affig · äffisch · Affenliebe
Affe m. exotisches Tier, dem durch seine mehr oder minder große Menschenähnlichkeit schon früh besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Durch reisende Kaufleute wird es den Germanen bekannt. Sein Name, den germ. und slaw. Sprachen gemeinsam, ist unbekannten Ursprungs. Ahd. affo (9. Jh.) mit den femininen Formen affa, affin, affinna, mhd. affe, asächs. apo, mnd. āpe, mnl. āpe, aep, nl. aap, aengl. apa, engl. ape, anord. api, schwed. apa, daneben tschech. opice, serbokr. ȍpica. Einige halten für das Germ. kelt. (Schrader Reallex. 1 (1917/23) 17), andere slaw. Vermittlung (de Vries Nl. 4) für wahrscheinlich, während Vasmer 2, 271 für die Entlehnung von ahd. affo ins Slaw. eintritt. äffen Vb. ‘nachahmen, irreführen, zum Narren halten’, mhd. frühnhd. (bis ins 17. Jh.) effen ‘zum Narren machen’; vgl. mhd. affen ‘zum Narren werden’ und mnd. āpen ‘zum besten haben, verspotten’; auch nachäffen Vb. ‘nachahmen’ (wie ein Affe), nachaffen (16. Jh.). affig Adj. ‘eitel, albern’ (Mitte 19. Jh.); vgl. mhd. affeht, affehtic, affenlich, effenlich ‘töricht’ (zu mhd. affe ‘Affe’, übertragen ‘Tor’). äffisch Adj. älter affisch ‘affenartig, eitel, albern’ (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āpisch ‘töricht, närrisch’. Affenliebe f. ‘blinde, übertriebene Liebe’ (Anfang 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
karikieren · ↗nachahmen · ↗parodieren · ↗persiflieren · ↗verballhornen  ●  nachäffen  ugs. · ↗travestieren  geh. · ↗verarschen  derb · verkaspern  ugs. · ↗veräppeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich etwas) abschauen · ↗imitieren · ↗nachahmen · ↗nachbilden · ↗nachmachen  ●  ↗abkupfern  ugs. · nachäffen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Geste Tonfall äffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachäffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe bloß andere nachgeäfft, von mir preisgeben wollte ich nichts.
Die Zeit, 06.06.2011, Nr. 23
Und manchmal äffen sie nur nach, was vorher von ihnen erwartet worden ist.
Süddeutsche Zeitung, 09.09.1998
Studentische Manieren nachzuäffen, wie es sonst üblich ist, vermieden wir.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 951
Selbst wenn sein Verursacher mir fremd war und der Ton nicht mir galt, mußte ich mich beherrschen, um ihn nicht in kindischer Manier nachzuäffen.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 13
Der ältere Beamte, der noch an der Tür stand und sonst Befehle gab, äffte mich wohl nach.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 19
Zitationshilfe
„nachäffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/nachäffen>, abgerufen am 23.05.2019.

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