mystisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmys-tisch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›mystisch‹ als Erstglied: ↗Mystik
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf Mystik beruhend, Übersinnlichem verhaftet
Beispiele:
ein mystisches Gefühl, Erleben, ein mystischer Schauer
eine mystische Auffassung, Furcht
in mystischer (= schwärmerischer) Begeisterung
in Gott aufgehend
Beispiel:
eine mystische Gläubigkeit
2.
geheimnisvoll
Beispiele:
eine mystische Gestalt
ein mystisches Dunkel
Es geht noch immer eine mystische Kraft von ihm [Cesare Borgia] aus [KlabundBorgia262]
dunkel, unklar
Beispiele:
eine mystisch Beziehung, Geschichte
mystische Dinge
dahinter steckt ein mystischer Sinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mysterium · mysteriös · Mystik · mystisch
Mysterium n. ‘Geheimlehre, Geheimkult, religiöses Geheimnis’. Übernahme (16. Jh.) von lat. mystērium, griech. mystḗrion (μυστήριον) ‘Geheimnis, Geheimlehre, geheimer Kult, innerstes Wesen einer Religion’, zu griech. mýstēs (μύστης) ‘wer die Augen schließt’, dann ‘der (in die eleusinischen Mysterien) Eingeweihte’, zum Grundwort griech. mýein (μύειν) ‘sich schließen, zusammengehen, den Mund, besonders aber die Augen (ver)schließen, einschlummern’. Vgl. afrz. mistere, frz. mystère, engl. mystery (14. Jh.). Das antike Mysterium ist mit dem Schweigegebot der Eingeweihten verbunden, das christliche ist eine Glaubenssache, die durch die Vernunft allein nicht erklärbar ist. mysteriös Adj. ‘rätselhaft, geheimnisvoll, unerklärlich’ (18. Jh.), frz. mystérieux (15. Jh.). Mystik f. Form religiösen Erlebens, die durch Verinnerlichung, Versenkung und Ekstase eine Vereinigung mit dem Göttlichen anstrebt (16. Jh.), besonders im Mittelalter als religiöse Bewegung verbreitet; hervorgegangen aus den gleichbed. Verbindungen mlat. theologia, unio mystica als Eindeutschung der substantivierten fem. Form des Adjektivs lat. mysticus ‘zum Geheimkult, zu den Mysterien gehörig, geheim, geheimnisvoll’, spätlat. auch ‘die Geheimnisse der christlichen Religion betreffend’, griech. mystikós (μυστικός) ‘zu den Mysterien gehörig, geheim’, wozu auch mystisch Adj. ‘zur Mystik gehörig, geheimnisvoll’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Aura Bruderschaft Dunkel Ekstase Entrückung Erleben Erlebnis Erleuchtung Frömmigkeit Geraune Halbdunkel Heilssuche Kontemplation Leib Quietismus Raunen Religiosität Spiritualismus Spiritualist Verklärung Vermählung Versenkung Verzückung asketisch dualistisch geradezu mythisch theosophisch veranlagt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mystisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist genau die gleiche mystische Erfahrung, die wir in unserem sonstigen Leben nicht machen können.
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2000
Sein spektakulärstes Ergebnis dürfte dabei die Erzeugung mystischer Erfahrungen sein.
Die Zeit, 04.11.1996, Nr. 45
Schließlich ist das Fasten eine der wichtigen Übungen der mystischen Praxis im Islam.
Heine, Peter: Fasten. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 465
Hiermit ist der allgemeine Rahmen gegeben für die mystische E.
Richter, L.: Erlösung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 3327
Es war wie die mystische Hochzeit mit dem Schatten selber gewesen.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 924
Zitationshilfe
„mystisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/mystisch>, abgerufen am 18.06.2019.

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