misslich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmiss-lich
Ungültige Schreibungmißlich
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›misslich‹ als Erstglied: ↗Misslichkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

unangenehm, unerfreulich
Beispiele:
eine missliche Sache, Angelegenheit
missliche Verhältnisse, Umstände, Folgen
sich in einer missliche Vermögenslage befinden
seine Situation ist misslich, wird immer misslicher
um seine Gesundheit steht es misslich, sieht es misslich aus
diese Auseinandersetzung zog viel Missliches nach sich
So bei Kindern wohnen ist immer mißlich [FontaneStechlinI 5,341]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mißlich · Mißlichkeit
mißlich Adj. ‘unerfreulich, schlecht’, ahd. missalīh, missilīh ‘vielfältig, verschieden, zahlreich, unterschieden, nicht übereinstimmend, entgegengesetzt, schlecht’ (8. Jh.), mhd. misselich, mislich, asächs. missilīk, mislīk ‘verschieden, zahlreich’, mnd. misselīk, mislīk, mnl. misselijc, nl. misselijk, aengl. mislic, anord. mislīkr, got. missaleiks sind zusammengesetzt mit dem unter ↗miß- (s. d.) angeführten Präfix und dem unter ↗-lich (s. d.) behandelten germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘verschiedenartig’, eigentlich ‘verschiedene, abweichende Gestalt habend’ (im Gegensatz zu ↗gleich ‘gleichartig’, eigentlich ‘dieselbe Gestalt habend’, s. d.), dann (16. Jh.) ‘zweifelhaft, unsicher, unerfreulich’. Mißlichkeit f. ‘Unannehmlichkeit, schlechte Verhältnisse’, mhd. misselīcheit ‘Verschiedenheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
leidig · ↗lästig · misslich · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · ↗schrecklich · störend · ↗unangenehm · ↗unbequem · ↗unerfreulich · ↗unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs.
Assoziationen
  • (geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · ↗dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (so dumm) dich beißen doch die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · (so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich (Verstärkung)  ugs. · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • bedauerlich · ↗bedauernswert · ↗beklagenswert · ↗deplorabel · ↗desolat · ein Jammer (sein) · ↗jammerschade  ●  ↗betrüblich  geh. · ↗schade  ugs.
  • (einen) unschönen Verlauf nehmen · (etwas) nimmt Formen an... · es kommt zu Unerfreulichkeiten  ●  (sich) unerfreulich entwickeln  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Angelegenheit Ausgang Ausgangslage Erfahrung Finanzlage Folge Haushaltslage Konsequenz Lage Lebenslage Mission Sache Situation Tatsache Umstand Verhältnis Wirtschaftslage Zustand besonders derart eher empfinden höchst insofern sehr ziemlich ähnlich äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›misslich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Großen der Welt begegnen der misslichen Entwicklung mit derselben Strategie.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2000
In dieser misslichen Lage lassen deutsche Journalisten ihre Leser nicht allein.
Der Tagesspiegel, 13.08.2000
Offenbar aber ist die Anwendung dieses moralisch-juristischen Begriffs auf die großen Ereignisse der Geschichte mißlich.
Gadamer, H.-G.: Kausalität. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 25145
Auch wenn wir noch so getreu sein wollen, werden wir vor mißliche Entscheidungen gestellt.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 354
Der Sturz des Zweiten Kaiserreiches brachte O. in eine mißliche Lage.
o. A.: O. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 7239
Zitationshilfe
„misslich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/misslich>, abgerufen am 24.06.2019.

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