miss-

GrammatikAffix · verbal
untrennbar, nicht mehr produktiv
Ungültige Schreibungmiß-
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›miss-‹ als Erstglied: ↗Miss-Stand · ↗Miss-Stimmung · ↗Missbildung · ↗Misserfolg · ↗Missernte · ↗Missetat · ↗Missetäter · ↗Missgeburt · ↗Missgeschick · ↗Missgestalt · ↗Missgriff · ↗Missgunst · ↗Missheirat · ↗Missinterpretation · ↗Missklang · ↗Misskredit · ↗Missmut · ↗Missstand · ↗Missstimmung · ↗Misston · ↗Missvergnügen · ↗Missverhältnis · ↗Missverständnis · ↗Missweisung · ↗Misswirtschaft · ↗Misswuchs · ↗missachten · ↗missbehagen · ↗missbilligen · ↗missblicken · ↗missbrauchen · ↗missdeuten · ↗missfallen · ↗missfarben · ↗missfarbig · ↗missfärbig · ↗missgeformt · ↗missgelaunt · ↗missgestaltet · ↗missgestimmt · ↗missgewachsen · ↗missglücken · ↗missgönnen · ↗misshandeln · ↗misshellig · ↗misshören · ↗missinterpretieren · ↗missklingen · ↗misslaunig · ↗missleiten · ↗missliebig · ↗misslingen · ↗missraten · ↗misstrauen · ↗misstätig · ↗misstönend · ↗misstönig · ↗missvergnügt · ↗missverstehen · ↗missverständlich · ↗misswillig · ↗misswollen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
drückt in Bildungen mit Substantiven oder Verben aus, dass etw. falsch, nicht richtig oder nicht gut ist bzw. getan wird
2.
drückt in Bildungen mit Substantiven oder Verben das Gegenteil von etw. aus
3.
a)
gibt in Bildungen mit Adjektiven (meist Partizipien) diesen eine negative Bedeutung
b)
verneint in Bildungen mit Adjektiven deren Bedeutung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter ↗missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. ↗gemein, ↗Meineid, ↗meiden, ↗missen. mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. ↗Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. ↗Hall); s. auch ↗einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.
Zitationshilfe
„miss-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/miss->, abgerufen am 26.06.2019.

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