mischen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmi-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›mischen‹ als Erstglied: ↗Mischbatterie · ↗Mischer · ↗Mischerei · ↗Mischkosten · ↗Mischling · ↗Mischmaschine · ↗Mischpult · ↗Mischsystem · ↗Mischtechnik · ↗Mischtrommel · ↗Mischung · ↗mischbar
 ·  mit ›mischen‹ als Letztglied: ↗abmischen · ↗aufmischen · ↗beimischen · ↗dareinmischen · ↗dazwischenmischen · ↗dreinmischen · ↗durchmischen · ↗einmischen · ↗hineinmischen · ↗mitmischen · ↗reinmischen · ↗untermischen · ↗zumischen · ↗zusammenmischen
 ·  mit ›mischen‹ als Grundform: ↗Gemisch · ↗entmischen · ↗gemischt · ↗misch- · ↗vermischen
 ·  formal verwandt mit: ↗Mischmasch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
zwei oder mehrere verschiedenartige Stoffe, Dinge möglichst gleichmäßig untereinanderbringen und ineinander verteilen, sodass sie sich zu einer (scheinbar) einheitlichen Masse vereinigen
Beispiele:
Wasser und, mit Wein mischen
verschiedene Chemikalien, Farben (miteinander, im richtigen Verhältnis) mischen
(die Karten) mischen (= die Spielkarten in eine ungeordnete, zufällige Reihenfolge bringen)
so ... mischt er die Kaffeesorten nach einem besonderen Ritus [St. ZweigBalzac184]
sich mischen
Beispiele:
Öl und Wasser mischen sich nicht
der Modergeruch ... mischt sich mit dem Dunst der Faulbäume [BobrowskiBoehlendorff18]
übertragen
Beispiel:
[dabei] verzerrt sich ihr Gesicht ... zu einer Wildheit, in der sich Haß und Wollust mischen [P. WeissMarat30]
oft im Part. Prät.
gemischtaus Verschiedenartigem bestehend
Beispiele:
gemischtes Gemüse
gemischter Salat
eine gemischte (= aus Jungen und Mädchen bestehende) Klasse
ein gemischter (= aus Männer- und Frauenstimmen bestehender) Chor
Tennis ein gemischtes (= aus Damen und Herren zusammengesetztes) Doppel
übertragen
Beispiel:
sie nahm die Mitteilung mit gemischten (= zwiespältigen) Gefühlen auf
etw., sich in, unter etw. mischenetw., sich beimischen, beimengen
Beispiele:
Wasser in den Wein mischen
Unkraut in, unter den Samen mischen
eins ins andere mischen
übertragen
Beispiele:
in den Maschinenlärm mischten sich menschliche Stimmen
sich (unauffällig) unter die Zuhörer mischen (= sich (unauffällig) unter die Zuhörer begeben)
spöttisch sich (unauffällig) unter das Volk mischen (= sich (unauffällig) unter das Volk begeben)
[er] mischte allerhand polnische Brocken in die Rede [G. KellerKleider machen Leute6,307]
wobei sich in die Bitterkeit seiner Worte wieder Sachlichkeit und auch Bewunderung mischte [MusilMann770]
2.
etw. durch 1 herstellen, bereiten
Beispiele:
einen Cocktail mischen
ein Erfrischungsgetränk, Milchgetränk mischen
Gift mischen
der Bauer mischt Futter aus Hafer und Häcksel
Wein, Milch mischen (= mit Wasser verdünnen)
[als meine Liebste] mir den üblichen Trank aus Weißwein und Wasser mischte [G. Hauptm.4,323]
3.
sich in etw. mischensich um etw. kümmern, das einen nichts angeht, sich einmischen
Beispiele:
sich in ein Gespräch, eine fremde Angelegenheit mischen
misch dich nicht (immer) in Sachen, die dich nichts angehen!
er mischte sich in jeden Streit
Erstaunliche Freunde hast du! Mischen sich sogar in deine Ehe [SchickeleSchnakenlochIII 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mischen · Mischung · Mischling · Mischmasch
mischen Vb. ‘durcheinandermengen’, ahd. misgen, misken (9. Jh.), mhd. mischen, aengl. miscian sind als Entlehnungen aus lat. miscēre ‘(ver)mischen’ anzusehen und dürften mit dem römischen Weinhandel ins Westgerm. gelangt sein, dabei aus dem Germ. überkommenes ↗mengen (s. d.), zumal im Obd. und im Rheingebiet, verdrängend; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 324 ff. Mischung f. ahd. miskunga (9. Jh.), spätmhd. mischunge. Mischling m. ‘Produkt des Vermischens’ (17. Jh.), in der Biologie ein Nachkomme verschiedener Tierarten bzw. Menschenrassen (um 1800). Mischmasch m. ‘ungeordnetes Durcheinander’ (17. Jh.), älter Mischmesche (16. Jh.), wortspielerisch ablautende Bildung zum Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
einblenden · einkopieren · ↗mengen · mischen · ↗zusammenschneiden · ↗überlagern
Synonymgruppe
anrühren · durcheinanderwürfeln · ↗durchmengen · ↗durchmischen · ↗durchrühren · ↗einrühren · ↗konfundieren · mischen · ↗mixen · ↗untermischen · ↗vermengen · ↗vermischen · vermixen · ↗verquicken · ↗verquirlen · ↗verrühren · ↗verschneiden  ●  ↗panschen  ugs. · ↗pantschen  ugs. · ↗vermanschen  ugs. · ↗verwursten  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
anmachen · ↗anrühren · mischen · ↗verarbeiten · ↗verkneten · ↗verrühren · ↗zubereiten
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Bewunderung Demonstrant Duft Essen Farbe Freude Futter Geruch Gift Jubel Karte Klang Publikum Ton Trauer Wut Zutat aufmischen beimischen daruntermischen durchmischen ein einmischen hineinmischen mit mitmischen untermischen zusammenmischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mischen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunehmend mischen sich aber auch verfassungsrechtliche Klänge in die noch recht dissonante Melodie.
Die Welt, 04.01.2002
Ich mischte mich, um von mir wegzukommen, nun doch noch einmal unters Volk.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 260
Da kommt ein ganz neuer Mann aus nirgendwo und mischt vorne mit.
Der Tagesspiegel, 03.02.2000
Doch wie gerne hätte ich mich damals unter sie gemischt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 339
Auch in die Unterhaltung der Damen mischte sich häufig das Wort »Jagd«.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4003
Zitationshilfe
„mischen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/mischen>, abgerufen am 18.10.2019.

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