mausen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmau-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›mausen‹ als Erstglied: ↗Mauserei
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
familiär, verhüllend, scherzhaft (etw. nicht unbedingt Wertvolles) heimlich an sich nehmen, jmdm. wegnehmen
2.
veraltet, (noch) landschaftlich von Tieren   Mäuse fangen
3.
landschaftlich, derb koitieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maus · mausen
Maus f. Der Name des kleinen grauen Nagetiers ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. afries. aengl. anord. mūs, mnl. muus, nl. muis, engl. mouse, schwed. mus (germ. *mūs-) führt wie aind. mū́ḥ, griech. mȳ́s (μῦς), lat. mūs, aslaw. myšь, russ. myš’ (мышь) auf ie. *mūs ‘Maus’. Der Name wird vielfach vergleichend auf bewegliche Körperteile übertragen; er steht z. B. im Germ., Griech. und Spätlat. auch für ‘Muskel’ (ahd. mhd. mūs, nhd. Maus ‘Muskel’, besonders an Arm, Bein und Daumen, bis etwa 1800, heute noch mundartlich); vgl. ferner aind. muṣkáḥ ‘Hoden’ (eigentlich ‘Mäuschen’) sowie lat. mūsculus (s. ↗Muskel). Ie. *mūs ‘Maus’ gehört wohl (mit gelängter Schwundstufe?) als ‘Stehler(in)’ mit aind. muṣṇā́ti ‘stiehlt, raubt’ zu einer s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *meu̯ə- ‘fortschieben’ (wozu lat. movēre ‘bewegen’). (Weniger wahrscheinlich ist Ableitung des genannten Verbs von aind. mū́ḥ.) mausen Vb. ‘stehlen’ (16. Jh.). Zuvor mhd. mūsen ‘Mäuse fangen, stehlend, suchend schleichen, listig sein, betrügen’, zuerst von der mäusefangenden Katze, dann von anderen mäusefangenden Tieren, schließlich auch auf den jagdbarem Wild auflauernden Menschen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) bestehlen · (sich) an fremden Sachen vergreifen · (sich) widerrechtlich aneignen · ↗entwenden · ↗ergaunern  ●  das Bezahlen vergessen  ironisch · ↗stehlen  Hauptform · ↗(einfach) mitnehmen  ugs. · ↗(etwas) organisieren  ugs. · ↗(jemanden) beklauen  ugs. · ↗(sich etwas) klemmen  ugs. · ↗(sich) bedienen  ugs., verhüllend, ironisch · (sich) einfach (weg)nehmen (ohne zu bezahlen)  ugs. · böhmisch einkaufen  derb, österr. · ↗klauen  ugs. · lange Finger machen  ugs. · mausen  ugs. · mitgehen lassen  ugs. · ↗mopsen  ugs. · polnisch einkaufen  derb · ↗stibitzen  ugs. · vergessen zu bezahlen  ugs., ironisch, variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Katze

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mausen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um wenigstens ein bisschen Spannung in ihr Leben zu bringen, habe sie dann halt selbst gemaust.
Bild, 15.07.2004
Aber die Herren Politiker dürfen alles, hier mausen, dort spenden, und alles ist in Butter.
Bild, 22.12.2004
Das Kind darf nicht aufhören damit, Geld und Süßigkeiten zu mausen.
Der Tagesspiegel, 03.02.2002
Dafür soll jeder dritte XKR allerdings nach Deutschland exportiert werden, denn nur bei uns darf die Katze noch nach Herzenslust mausen.
Süddeutsche Zeitung, 17.06.1998
Hingegen sind mir Samen der Victoria-Balsaminen, die ich aus einem Stadtgarten gemaust habe, zu einer schönen Rabatte erblüht.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 91
Zitationshilfe
„mausen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/mausen>, abgerufen am 15.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Mäuseloch
mäuseln
Mäuseklavier
Mäusekino
Mäusejagd
Mäusenest
Mäuseplage
Mauser
Mauserei
Mäuserich