maskulin

GrammatikAdjektiv · Komparativ: maskuliner · Superlativ: am maskulinsten
Aussprache
Worttrennungmas-ku-lin
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›maskulin‹ als Erstglied: ↗Maskulinismus · ↗Maskulinist
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
a)
für den Mann charakteristisch, männlich
Beispiele:
Werner, Ende 30, ist ein muskulöser Riese mit maskuliner Ausstrahlung. [Die Zeit, 16.06.2005, Nr. 25]
Das […]Projekt, an dem ich acht Jahre gearbeitet hatte, wird ja in philosophiegeschichtlicher Hinsicht nichts anderes bedeuten als die Einfügung der weiblichen Perspektive ins maskuline Weltbild. [Süddeutsche Zeitung, 17.09.2016]
Der Körper eines Mannes ist gar nicht für verspielte Details [bei der Unterwäsche] gemacht, er ist viel zu kompakt – und so wollen es die meisten Frauen auch: maskulin. [Welt am Sonntag, 02.11.2008, Nr. 44]
Feminine Gesichter wirken auf Männer und Frauen in der ganzen Welt deutlich attraktiver als maskuline Gesichter – egal, ob sie zu einem Mann oder einer Frau gehören. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 1999 [1998]]
Kollokationen:
als Adjektivattribut: maskuline Züge, Gesichtszüge; eine maskuline Ausstrahlung, Form; das maskuline Geschlecht
mit Adverbialbestimmung: extrem, betont, sehr maskulin
in Koordination: maskulin und feminin
b)
betont männlich
  in Bezug auf die äußere Erscheinung   das Männliche betonend
Beispiele:
Die maskuline Automatikuhr mit 44 mm Durchmesser verfügt über eine Lünette mit eingearbeiteten Kautschuk-Indexen. [Welt am Sonntag, 15.01.2017, Nr. 3]
Hatte der New Beetle [ein Automodell] noch ein drolliges, fast comicartiges Aussehen, bietet der Nachfolger eine maskuline, sportliche Aura[…]. [Die Zeit, 08.10.2016 (online)]
Unter Eingeweihten gilt sie [die Modedesignerin] als Meisterin maskulin inspirierter Schneiderkunst[…]. [Süddeutsche Zeitung, 30.09.2016]
Doch überrascht verzeichnen Marketing-Experten nun, daß weibliche Kunden immer häufiger nach maskulinen Düften greifen. [Der Spiegel, 14.12.1987, Nr. 51]
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine maskuline Ausstrahlung, Form
in Koordination: maskulin und feminin
mit Adverbialbestimmung: extrem, betont, sehr maskulin
c)
als Frau männliche Züge habend, nicht weiblich
Beispiele:
Eine kraftvolle und etwas maskuline Frau[…] mit blonder Kurzhaarfrisur und einem scharfgeschnittenen Gesicht – so wie man es von Leistungssportlerinnen kennt, im Tennis oder Turnen beispielsweise. [Berliner Zeitung, 07.12.2000]
Handelte es sich bei der maskulinen Sportlerin tatsächlich um eine Frau? [Spiegel, 08.09.2009 (online)]
Dieses feminine Gebaren erregt das Missfallen der maskulinen Barkeeperin, sie hält ihn für besoffen und weist ihm die Tür. [Die Zeit, 12.07.2007, Nr. 29]
So rein tritt der Typ der maskulinen Lesbierin, des sogenannten »kessen Vaters«, nur selten zu Tage. [Die Zeit, 30.08.1974, Nr. 36]
Kollokation:
als Adjektivattribut: eine maskuline Frau
2.
Sprachwissenschaft mit männlichem Geschlecht
Beispiele:
So hat der Berliner Linguist Manfred Krifka vor sieben Jahren die Genera der 600 häufigsten Substantive gezählt, die Menschen bezeichnen: 69 Prozent sind maskulin (der Gast), 16 Prozent feminin (die Person), 9 Prozent neutral (das Kind) und 7 Prozent Plurale (die Leute). [Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2016]
Obwohl die erst kürzlich entflammte Debatte über das Gendering – die grammatikalische Angleichung einiger nur im maskulinen Genus existierender Wörter – schon wieder abgeflaut ist, scheiden sich bei diesem Thema die Geister und überschäumende Emotionen machen eine Lösung nahezu unmöglich. [Ristani Übersetzungsbüro, 01.05.2016, aufgerufen am 15.02.2017]
Das Wort »Leser« ist […] im Singular eine maskuline Personenbezeichnung, weil der männliche Artikel davor steht. [Süddeutsche Zeitung, 04.07.2012]
In Italien verwenden Bankinstitute sowohl die maskuline und ältere Form »Banco« als auch die neuere feminine Form »Banca«. [Der Spiegel, 13.08.1958, Nr. 33]
Kollokationen:
als Adjektivattribut: das maskuline Geschlecht
in Koordination: maskulin und feminin
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

maskulin · Maskulinum
maskulin Adj. ‘von männlichem Geschlecht, männlich’, übernommen von gleichbed. lat. masculīnus, zu lat. masculus ‘männlich’, einer Ableitung von lat. mās ‘männlichen Geschlechts, mannhaft’, substantiviert ‘Männchen’. Der bereits bei den römischen Grammatikern übliche Terminus genus mascalīnum wird um 1400 in dt. grammatische Texte aufgenommen und anfangs mit mansgeslacht, manleich geslächt erklärt. Dafür seit dem 15. Jh. männliches Geschlecht (s. ↗Mann). Substantiviert Maskulinum n.

Thesaurus

Synonymgruppe
maskulin · ↗männlich  ●  ↗viril  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftreten Ausstrahlung Charakter Dominanz Element Erscheinung Form Geschlecht Note Schnitt Stil Typ Zug dominiert eher extrem feminin geprägt schlicht sehr wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›maskulin‹.

Zitationshilfe
„maskulin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/maskulin>, abgerufen am 21.10.2019.

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