mannbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmann-bar (computergeneriert)
Wortzerlegungmannen-bar
Wortbildung mit ›mannbar‹ als Erstglied: ↗Mannbarkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gehoben von einem Mann   geschlechtsreif
Beispiel:
Er war jung, eben mannbar geworden [HagelstangeSpielball268]
selten männlich
Beispiel:
Gustav versuchte überlegen und mannbar dreinzublicken [StrittmatterWundertäter55]
2.
veraltet von einem Mädchen
Beispiel:
Mütter mit mannbaren (= heiratsfähigen) Töchtern [RaabeWunnigelII 5,5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mann · bemannen · entmannen · ermannen · übermannen · mannbar · mannhaft · männlich · Mannheit · Mannschaft · mannstoll · Mannweib · -mann · Blaumann · Flachmann · Henkelmann · Obermann
Mann m. ‘erwachsener Mensch männlichen Geschlechts, Ehemann’. Die germ. Formen ahd. (8. Jh.), mhd. man (Genitiv mannes) ‘Mensch (männlichen Geschlechts in gereiftem Alter), Krieger, Ehemann, Sohn, Diener’, asächs. mnd. mnl. nl. man, afries. mon, man ‘Mensch, Mann’, aengl. man(n), mo(n), engl. man, anord. mannr, maðr, schwed. man, got. manna sind vergleichbar mit aind. mánuḥ (mánu-, mánuṣ-) ‘Mensch, Mann, Menschheit’ und lat. (aus dem Germ.) Mannus Stammvater, Gott der Germanen (Tacitus) und führen großenteils auf ie. *manu- oder *monu- (nordgerm. oder westgerm. -nn- daher aus -nu̯-, während die got. Form möglicherweise einen alten n-Stamm germ. *mannan- voraussetzt). Demgegenüber weisen aslaw. mǫžь, russ. muž (муж) ‘Ehemann, Gatte’ auf ein ie. Gutturalsuffix in Verbindung mit -i̯a-. Man stellt die genannten Bildungen meist zur Wurzel ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. ↗mahnen) und nimmt eine Ausgangsbedeutung ‘denkendes Wesen’ an. Aber auch Anknüpfung an die Wurzel ie. *men- ‘hervorragen, emporragen’ (wozu lat. mōns ‘Berg’) wird erwogen, so daß Mann ‘Mensch’ als ‘das Aufragende, das aufrecht gehende Wesen’ zu erklären wäre. Die alte Bedeutung ‘Mensch’ ist erhalten in ↗jemand, ↗niemand und im Indefinitivpronomen ↗man (s. d.). Zur Bezeichnung von ‘Kriegern, Kampfgenossen, Dienern, Gefolge’ ist historisierend der sonst veraltete Plural Mannen noch geläufig. bemannen Vb. ‘mit einer Mannschaft besetzen’, spätmhd. bemannen ‘mit Mannschaft besetzen’, reflexiv ‘einen Mann nehmen’, entmannen Vb. ‘kastrieren’, mhd. entmannen ‘der Mannschaft berauben’, ermannen Vb. (in neuerer Zeit nur reflexiv) ‘sich aufraffen’, mhd. ermannen ‘Mut fassen’ und übermannen Vb. ‘überwältigen’ (16. Jh.) sind Präfixverben zu ungebräuchlich gewordenem mannen Vb., mhd. mannen ‘zum Mann werden, sich als Mann zeigen, zum Mann nehmen, den Lehnseid leisten’, transitiv ‘mit einem Mann versehen’. mannbar Adj. ‘heiratsfähig, geschlechtsreif’ (vornehmlich vom Mann), mhd. manbære ‘eines Mannes fähig, ehefähig, erwachsen’ von Mädchen, später (15. Jh.) von beiden Geschlechtern. mannhaft Adj. ‘wie ein Mann, tapfer, mutig’, mhd. manhaft ‘standhaft, tapfer’. männlich Adj. ‘wie ein Mann, zu einem Mann gehörend oder passend, tapfer, unerschrocken, das Geschlecht eines Mannes habend’, ahd. man(a)līh (9. Jh.), mhd. manlich; in der Grammatik männliches Geschlecht (15. Jh.), nach lat. genus masculīnum. Mannheit f. ‘Männlichkeit, Tapferkeit’, mhd. manheit, auch ‘mannhafte Tat, Mannesalter, Verhältnis eines Dienst- oder Lehnsmannes’. Mannschaft f. ‘Abteilung, Belegschaft, Gesamtheit der Soldaten niedriger Dienstgrade’, mhd. manschaft ‘Verhältnis eines Lehnsmannes zum Lehnsherrn, Lehnspflicht, -huldigung, Hörige, Gefolgsleute’. mannstoll Adj. ‘scharf auf Männer’, spätmhd. mannes tol. Mannweib n. ‘Zwitter’ (17. Jh.), Übersetzung von griech. andrógynos (ἀνδρόγυνος), seit dem 19. Jh. für ↗Amazone ‘männlich wirkende Frau’ (s. d.). In der Sprache der wandernden Handwerksburschen und der Gauner entwickelt sich Mann zum Kompositionssuffix -mann und bildet umschreibende Bezeichnungen für Gebrauchsgegenstände allgemeiner Art, vgl. Blaumann m. ‘dunkelblauer Arbeitsanzug’, Flachmann m. ‘kleine Schnapsflasche für die Jackentasche’, Henkelmann m. ‘Essenskrug’, Obermann m. ‘Hut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
heiratsfähig · mannbar
Synonymgruppe
erwachsen · ↗geschlechtsreif · mannbar · ↗zeugungsfähig

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber so mannbar ist Europa offenbar noch nicht, daß es sich derlei Baßtöne schon gestatten wollte oder dürfte.
Die Zeit, 16.11.1973, Nr. 47
Als Jönsson ein mannbares Alter erreicht hatte, war der Jahrhundertkrieg beinahe schon vorüber.
Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22
In Kreta werden sie, wenn sie das mannbare Alter erreicht halten, von Staats wegen verheiratet.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 10720
Aber Hannchen ist herangewachsen, ist mannbar geworden und hält an der Gewohnheit fest, sich bei Kümmernissen auf den Schoß ihres Stiefvaters zu flüchten.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 300
Jedes mannbare Männchen hat sein Weibchen, das seinem Gemahl auf Schritt und Tritt folgt und stets in seiner unmittelbaren Nähe bleibt.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 301
Zitationshilfe
„mannbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/mannbar>, abgerufen am 23.05.2019.

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