manierlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungma-nier-lich (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›manierlich‹ als Letztglied: ↗unmanierlich
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
den guten Manieren entsprechend, gesittet, wohlerzogen
Beispiele:
sich manierlich benehmen, zeigen
es ging dort alles manierlich zu
ein manierlicher Mensch, Schüler
2.
umgangssprachlich ohne dass sich etwas daran aussetzen lässt, ganz gut, ordentlich
Beispiele:
er spielt ganz manierlich Klavier
die Photos sind manierlich gerahmt
er ist manierlich gekleidet
ein manierliches Lokal
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manier · manierlich · manieriert
Manier f. ‘charakteristische Art und Weise, Gewohnheit’, Plur. ‘Umgangsform(en), Benehmen’, mhd. maniere ‘Art und Weise, Betragen’, entlehnt aus gleichbed. afrz. maniere (frz. manière), einer Substantivierung der femininen Form des Adjektivs afrz. manier ‘mit der Hand gemacht, geübt, geschickt, gewöhnt’, hervorgegangen aus lat. manuārius ‘zu den Händen gehörig, handlich, passend’, abgeleitet von lat. manus ‘Hand’. Seit dem 17. Jh. steht Manier (dem Frz. folgend) für den ‘typischen Stil’ eines Künstlers und, besonders im Plural, für ‘gutes gesellschaftliches Benehmen’. manierlich Adj. ‘wohlerzogen, anständig, höflich’ (Ende 15. Jh.). manieriert Part.adj. ‘einen besonderen, einen eigenen Stil aufweisend’ (18. Jh.), dann (entsprechend frz. maniéré) ‘unnatürlich, gekünstelt’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fein · ↗gut · manierlich · ↗positiv · ↗schön

Typische Verbindungen
computergeneriert

aussehen benehmen einigermaßen essen halbwegs höchst sehr umgehen verhalten zugehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›manierlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Buch benimmt sich nur dann manierlich, wenn es fachgerecht gebunden wurde.
Die Zeit, 14.10.2002, Nr. 41
Der Österreicher durfte erstmals in diesem Jahr von Beginn an auflaufen, spielte ganz manierlich - doch der Lohn blieb aus.
Die Welt, 06.04.1999
Nachdem er mit steilen Ohren und großartig bewegter Nase überall umhergespäht hatte, saß er wieder manierlich auf allen vieren.
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 21
Während ich noch mit diesem inneren Monolog beschäftigt war, stellte sich der junge Mann durchaus manierlich vor.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 385
Diese Emigranten haben wieder mal maßlos übertrieben - der Mann ist doch sehr manierlich!
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 02.12.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16328
Zitationshilfe
„manierlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/manierlich>, abgerufen am 14.10.2019.

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