mager

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungma-ger (computergeneriert)
Wortbildung mit ›mager‹ als Erstglied: ↗Magerbeton · ↗Magerhering · ↗Magerkeit · ↗Magerkohle · ↗Magerkäse · ↗Magermilch · ↗Magerquark · ↗Magersucht
 ·  mit ›mager‹ als Letztglied: ↗hundsmager
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
arm an Fett, fettarm
Beispiele:
mageres Fleisch, magerer Käse
magere Kost, mageres Essen
Ich will nicht murren, wenn Du die Eierkuchen ... etwas magerer bäckst [HebbelMaria MagdaleneI 2]
übertragen
Beispiele:
magerer Beton (= Beton, der viel Sand enthält)
ein mageres (Benzin)gemisch (= Gemisch mit wenig Öl)
2.
von geringem Umfang, dünn
a)
knochig, dürr, abgemagert
Beispiele:
ein mageres Schwein, Schaf, Pferd
eine magere Ziege
ein magerer Mensch, Mann
eine magere Person, Gestalt
jmd. hat magere Arme, Hände, Schultern
sie hat einen mageren Hals, ein mageres Gesicht
er ist (in letzter Zeit) mager geworden
b)
wenig ins Auge fallend
Beispiele:
eine magere Schrift
magere Buchstaben, Lettern
c)
nicht üppig
Beispiele:
eine magere Wiese, Weide
mageres Gras, magere Bäume, Wälder
3.
arm an Nährstoffen, von geringem Ertrag
Beispiel:
magerer Boden, magere Erde, mageres Land
umgangssprachlich, übertragen wenig einträglich, dürftig, kärglich
Beispiele:
ein mageres Gehalt, Lohn
der Posten war mager besoldet
die Ausbeute dieser Forschungsreise war mager
ein magerer Bericht, ein mageres Ergebnis
ein mageres Programm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mager · abmagern
mager Adj. ‘nicht dick, ohne Fett, dünn’, ahd. magar (8. Jh.), mhd. mager, meger, mnd. māger, mnl. māgher, nl. mager, aengl. mæger, anord. magr, schwed. mager, germ. *magra- entsprechen genau griech. makrós (μακρός) ‘lang’, lat. macer ‘mager’ (sämtlich aus ie. *mək̑ros). Die Adjektivbildung gehört mit griech. mḗkos (μῆκος) ‘Länge’, awest. mas- ‘lang’ zur Wurzel ie. *māk̑-, *mək̑- ‘lang, dünn, schlank’. abmagern Vb. ‘mager werden, machen’ (17. Jh.), zum nicht mehr üblichen Simplex magern, ahd. magarēn, magaren (9. Jh.), mhd. mageren.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · mager · ↗schlaksig · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • gertenschlank · rank und schlank · ↗schlank · schlank wie eine Gerte · schlank wie eine Tanne · ↗superschlank  ●  ↗rank  veraltet
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen
  • (stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
  • (kräftig) zulegen · an Gewicht zulegen · ↗ansetzen · dick(er) werden · in die Breite gehen · ↗zunehmen  ●  mehr werden  ironisch · (etwas) auf die Rippen kriegen  ugs.
  • hat ihr Idealgewicht · hat sein Idealgewicht · ↗normalgewichtig
  • feingliedrig · ↗schlankgliedrig · von zartem Körperbau · von zierlichem Körperbau · ↗zart (aufwertend) · zart gebaut · ↗zartgliedrig (aufwertend)  ●  ↗zierlich  Hauptform
  • hoch aufgeschossen · ↗schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
  • (anderen) auf den Kopf spucken können · ↗(ein) Riese · ↗baumlang · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · ↗lang  ugs.
  • (ein) (ganz) Langer  ugs. · (eine) (ganz) Lange  ugs. · (und) dann kam eine lange Dürre  ugs., Spruch, scherzhaft · ↗Bohnenstange  ugs., fig. · Heugeige  ugs., österr., fig. · ↗Hopfenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs. · langes Elend  ugs., ironisch · langes Gereck  ugs., regional · langes Gestell  ugs.
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • von zartem Körperbau · zartes Wesen  ●  ↗Elfe  fig. · ↗Reh  fig. · Rehlein  fig. · ätherisches Wesen  geh.
Antonyme
  • mager

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausbeute Beute Bilanz Erfolgsbilanz Ergebnis Ernte Ertrag Fleisch Gemisch Kost Kuh Model Plus Remis Rendite Resultat Schweinefleisch Trost Umsatzrendite Verzinsung ausfallen ausfällen ausgestattet blass bleich eher fett ohnehin vergleichsweise äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mager‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade in den mageren Jahren ist eine dreidimensionale Betrachtungsweise bedeutsam.
Die Welt, 14.01.2004
Aus dem ätzenden Nebel schält sich Artikel die magere Gestalt eines Kindes.
Der Tagesspiegel, 08.12.1999
Und mager kann man dabei werden, wenn man es selber tut, ohne es zu verstehen.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 269
Mit ausgebreiteten Armen empfing mich eine lange magere Frau, die sich tief zu mir niederbeugte, um mich zu küssen.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30168
Im Dunkel streckte er den Arm aus - mager, aber sehnig!
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 131
Zitationshilfe
„mager“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/mager>, abgerufen am 18.06.2019.

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