machen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungma-chen
Wortbildung mit ›machen‹ als Erstglied: ↗-macherei · ↗-machung · ↗Machart · ↗Macher · ↗Macherlohn · ↗Machwerk · ↗machbar
 ·  mit ›machen‹ als Letztglied: ↗abmachen · ↗anmachen · ↗aufmachen · ↗ausmachen · ↗beimachen · ↗bekanntmachen · ↗bereitmachen · ↗bewusstmachen · ↗blaumachen · ↗breitmachen · ↗daranmachen · ↗darübermachen · ↗davonmachen · ↗dichtmachen · ↗dickmachen · ↗dranmachen · ↗durchmachen · ↗dünnemachen · ↗dünnmachen · ↗einmachen · ↗entzweimachen · ↗fertigmachen · ↗festmachen · ↗flottmachen · ↗flüssigmachen · ↗fortmachen · ↗freimachen · ↗gerademachen · ↗gesundmachen · ↗glattmachen · ↗gleichmachen · ↗grademachen · ↗gutmachen · ↗haltmachen · ↗heranmachen · ↗herausmachen · ↗hermachen · ↗herummachen · ↗heruntermachen · ↗hinausmachen · ↗hineinmachen · ↗hinmachen · ↗irremachen · ↗kaltmachen · ↗kaputtmachen · ↗kehrtmachen · ↗klarmachen · ↗kleinmachen · ↗langmachen · ↗leichtmachen · ↗lockermachen · ↗losmachen · ↗miesmachen · ↗mitmachen · ↗mobilmachen · ↗nachmachen · ↗niedermachen · ↗plattmachen · ↗reinemachen · ↗reinmachen · ↗richtigmachen · ↗rummachen · ↗runtermachen · ↗rübermachen · ↗saubermachen · ↗scharfmachen · ↗schlankmachen · ↗schlechtmachen · ↗schwermachen · ↗schönmachen · ↗totmachen · ↗ummachen · ↗vollmachen · ↗voranmachen · ↗vormachen · ↗wahrmachen · ↗wegmachen · ↗weismachen · ↗weitermachen · ↗wettmachen · ↗zumachen · ↗zunichtemachen · ↗zurechtmachen · ↗zurückmachen · ↗zusammenmachen · ↗übermachen
 ·  mit ›machen‹ als Binnenglied: ↗Reinemachefrau · ↗Reinmachefrau  ·  mit ›machen‹ als Grundform: ↗Machen · ↗gemacht · ↗machend · ↗vermachen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. (aus etw.) machenetw. (aus etw.) herstellen
Beispiele:
aus den Äpfeln machen wir Saft
ein Modell aus Holz, Porzellan machen
sie macht aus allem etwas
daraus lässt sich nichts mehr machen
Feuer, Licht machen (= anzünden)
der Industrielle hatte es verstanden, Geld, ein Vermögen zu machen (= viel zu verdienen)
historisch Gold machen
etw. zubereiten
Beispiele:
ich muss jetzt das Essen machen
mach mir doch eine Tasse Kaffee!
heute machen sie Klöße, Wurst, Sauerkraut
etw. anfertigen
Beispiele:
ich lasse mir ein neues Kleid machen
machen Sie mir bitte einen Mantel aus, von diesem Stoff!
ich mache mir meine Abzüge selbst
sie hatte sich [Dativ] Locken gemacht (= frisiert)
bildlich
Beispiele:
aus einer Mücke einen Elefanten machen (= etw. sehr aufbauschen)
aus der Not eine Tugend machen (= Angenehmes im Unangenehmen finden)
übertragen jmdn. aus jmdm. machenjmdn. zu etw. umbilden, erziehen
Beispiele:
ich hoffe, einen tüchtigen Menschen, einen guten Lehrer aus ihm zu machen
dieses Erlebnis hat einen anderen Menschen, einen Künstler aus ihm gemacht
2.
etw. durchführen, ausführen, in die Tat umsetzen
a)
Beispiele:
ein Experiment machen
eine Probe, einen Versuch, eine Analyse machen
ein Spiel, eine Kur, Pause machen
einen kurzen Halt, Rast machen
er macht Betrug (= betrügt)
für jmdn., etw. Propaganda, Reklame machen (= werben)
jmdm. den Prozess machen (= jmdn. aburteilen)
umgangssprachlich wer macht die Arbeit?
umgangssprachlich seinen Dienst machen
umgangssprachlich Mittag (= Mittagspause) machen
umgangssprachlich Feierabend, Schicht machen (= aufhören zu arbeiten)
umgangssprachlich Hochzeit machen (= heiraten)
umgangssprachlich Ferien, Urlaub machen
umgangssprachlich ein Schläfchen machen
umgangssprachlich Bankrott, Pleite machen
umgangssprachlich (gute) Geschäfte, das Rennen machen
b)
umgangssprachlich etw. zustande bringen, fertigbringen
Beispiele:
wie willst du das machen?
was wollte er damit machen?
er weiß, wie es gemacht wird
lass mich das machen, das ist meine Aufgabe!
lass mich nur machen! (= handeln!)
sie will immer alles allein machen
das wird, muss sich machen lassen (= wird, muss möglich sein)
das machte (= ergab) sich von selbst, ganz zwanglos
das hast du fein, richtig, falsch, schlecht gemacht
ich will es kurz machen (= will mich kurz fassen)
salopp mach's gut! (= Abschiedsgruß)
salopp mach es nur halb so wild! (= treibe es nicht zu weit!)
er macht es nicht anders (= das ist seine Art)
Fehler, Fortschritte, Umstände, Unsinn, Dummheiten, Geschichten machen
das Beste aus etw. machen
c)
umgangssprachlich etw. tun, mit etw. beschäftigt sein
Beispiele:
was machst du da?
was machst du bloß den ganzen Tag?
was wirst, willst du heute abend machen?
er macht, was er will
das macht man doch nicht! (= das gehört sich nicht!)
was soll ich nur machen! (= ich weiß mir keinen Rat!)
dagegen, daran ist nichts mehr zu machen (= es ist nicht mehr zu ändern)
mit mir kann man's ja machen (= man weiß, dass ich mir alles gefallen lasse)
was macht dein Vater? (= wie geht es ihm?)
übertragen
Beispiele:
was macht deine Galle? (= hast du noch Beschwerden an der Galle?)
was macht die Arbeit? (= wie geht es voran?)
3.
umgangssprachlich etw. abfassen, niederschreiben
Beispiele:
der Junge muss erst seinen Aufsatz machen
einen Vertrag, Entwurf machen
eine Eingabe machen (= niederschreiben und abgeben)
machen Sie mir bitte die Rechnung!
sich [Dativ] eine Notiz, Aufzeichnungen machen
er macht Verse
einen Punkt, Strich, ein Komma machen (= setzen)
bildlich
Beispiele:
mach einen Strich darunter! (= schließe damit ab!)
jmdm. einen Strich durch die Rechnung machen (= jmds. Vorhaben vereiteln)
4.
Beispiele:
Ausflüchte, Einwände machen
eine Bemerkung machen
jmdm. eine Meldung, Mitteilung, ein Kompliment machen
jmdm. Vorschläge, Vorwürfe, Vorschriften, Versprechungen machen
einem Mädchen einen Antrag machen
gehoben mit jmdm. Konversation machen
umgangssprachlich mache nicht so viele Worte! (= rede nicht so viel!)
Geräusche machenGeräusche hervorbringen
Beispiele:
umgangssprachlich Lärm, Krakeel, Krawall, Radau machen
umgangssprachlich ein großes Geschrei machen
umgangssprachlich wir wollen ein bisschen Musik machen
umgangssprachlich »hu« machte der Junge hinter der Tür, um uns zu erschrecken
umgangssprachlich die Katze macht miau
einen Spaß macheneinen Spaß sagen, äußern
Beispiele:
er macht dauernd Späße
einen Witz machen
5.
eine Miene, Geste, Bewegung zeigen
a)
ein erstauntes Gesicht macheneine erstaunte Miene zeigen, erstaunt aussehen
Beispiele:
er macht ein ratloses, bedenkliches, ernstes, verdrießliches, betroffenes Gesicht
umgangssprachlich ein langes Gesicht machen (= enttäuscht aussehen)
umgangssprachlich jmdm. (schöne) Augen machen (= mit jmdm. flirten)
umgangssprachlich er macht kleine Augen (= ist müde)
umgangssprachlich lange Ohren machen (= zu lauschen versuchen)
umgangssprachlich einen langen Hals machen (= neugierige Blicke werfen)
umgangssprachlich einen krummen Rücken machen
umgangssprachlich der Hund macht schön (= setzt sich auf die Hinterbeine)
salopp lange, krumme Finger machen (= stehlen)
gute Miene zum bösen Spiel machen (= widerwillig einverstanden sein)
Miene zu etw. machenetw. beabsichtigen, wollen
Beispiele:
er machte Miene zu gehen, umzukehren
jmdm. ein Zeichen machen (= geben)
b)
einen Sprung machenspringen
Beispiele:
der Junge machte einen Sprung über den Graben
sie machte einen Luftsprung, Satz, Ruck, Knicks, eine Verbeugung
er machte drei Schritte
Kindersprache der kleine Junge macht (vor) seinem Onkel einen Diener
Turnen die Hocke, Grätsche machen
6.
umgangssprachlich, verhüllend
Beispiele:
ein, sein Geschäft machen (= seine Notdurft verrichten)
der Kranke machte alles unter sich
salopp, derb in die Hosen machen
als Seine hochfürstliche Durchlaucht noch in die Windeln gemacht hatte [TralowKepler50]
7.
etw. bewirken, herbeiführen
a)
veranlassen, dass bei jmdm., einer Sache eine neuer Zustand, eine Veränderung eintritt
Beispiele:
sie machte ihn eifersüchtig
jmdn. ärgerlich, froh, glücklich, arm, lächerlich, satt, mürbe, nervös, weich, wieder gesund machen
das lange Stehen hat (mich) müde gemacht
sie macht mich noch krank
umgangssprachlich diese Frisur, dieses Kleid macht alt (= man wirkt alt damit)
die Liebe macht blind
jmdn. auf jmdn. aufmerksam machen
jmdn. stutzen, frösteln, lachen, weinen, etw. vergessen machen
jmdn. etw. glauben machen wollen (= jmdm. etw. einzureden versuchen)
du hast von dir reden gemacht
sich jmdm. verständlich machen
sich bei jmdm. beliebt, unentbehrlich, unmöglich, lästig, verhasst, bemerkbar machen
sich von etw., jmdm. frei machen
umgangssprachlich sich auf etw. gefasst machen (= sich auf etw. seelisch einstellen, vorbereiten)
umgangssprachlich sich mit etw. vertraut machen
umgangssprachlich sie hat sich heute schön, fein gemacht, hat Staat gemacht (= hat sich gut angezogen)
spöttisch sich wichtig machen
es sich [Dativ] (auf dem Sofa) bequem, gemütlich machen
sich [Dativ] etw. zunutze, nutzbar, dienstbar machen
gehoben sich [Dativ] etw. zu eigen machen
jmdm. etw. leicht, schwer, begreiflich, glaubhaft, mundgerecht, möglich, streitig machen
salopp jmdm. Beine machen (= jmdn. dazu bringen, dass er sich beeilt)
einen Rock enger, das Moor urbar machen
aus Ödland Ackerland machen
eine Gegend unsicher machen
salopp den Laden dicht machen (= schließen)
umgangssprachlich Holz machen (= zerkleinern)
ein Tier zahm machen
einen Platz frei machen
das Kleid nass, schmutzig, wieder sauber machen
das macht die Sache nur noch schlimmer
eine durchdringende Frostluft machte die Fensterscheiben in der geheizten Stube gefrieren [Droste-Hülsh.Judenbuche926]
b)
etw. verursachen
etw. macht jmdm. etw.
Beispiele:
die Arbeit an der frischen Luft macht mir Appetit, gute Laune
Hering macht Durst
diese Sorgen machen mir schlaflose Nächte
das herrliche Wetter macht mir Lust zum Reisen
das macht das Wetter (= kommt vom Wetter)
sein Lob macht mir Mut, Vergnügen
das hat ihm Kummer, Angst, Mühe, Hoffnung, viel Arbeit, hohe Kosten gemacht
umgangssprachlich diese Geschichte hat mir viel Kopfzerbrechen gemacht
etw. macht Effekt (= etw. ist wirkungsvoll, beeindruckt)
etw. macht Epoche (= etw. erregt Aufsehen)
etw. macht böses Blut (= etw. erregt Unwillen)
etw. macht Schule (= etw. wird nachgeahmt)
etw. macht Stimmung (= etw. schafft Stimmung)
die Autos, diese Arbeiten machen viel Staub
jmd. macht jmdm. etw.
Beispiele:
der Sohn hatte dem Vater viel Freude, großen Ärger, Ehre, Schwierigkeiten, Schande, Sorge, einen Skandal gemacht
er machte allen, auf alle einen guten Eindruck
umgangssprachlich jmdm. den Mund wässrig machen
jmd., etw. macht jmdm. zu schaffenjmd., etw. verursacht jmdm. Schwierigkeiten
Beispiele:
der Junge wird ihr noch zu schaffen machen
meine Galle macht mir zu schaffen (= verursacht mir Beschwerden)
8.
umgangssprachlich etw. (wieder) in Ordnung bringen
Beispiele:
ich mache mir mein Zimmer selbst (= ich reinige mir mein Zimmer selbst)
ich mache die Straße (= ich fege die Straße)
jmdm. die Wäsche machen (= waschen)
sich [Dativ] die Haare machen
ich muss mir die Zähne machen (= reparieren) lassen
wir wollen die Küche machen (= malen) lassen
das Bett machen
9.
mit einem Subst.
dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs; in abgeblasster Bedeutung
Beispiele:
jmdm. Platz machen (= zur Seite gehen) (= vor jmdm. aufstehen)
einen Umweg machen
der Fluss macht einen Bogen
umgangssprachlich das Schiff macht nur wenig Fahrt
umgangssprachlich der Wagen macht (= fährt)100 Kilometer
umgangssprachlich einen Berg machen (= besteigen)
umgangssprachlich er macht (= sucht) für uns Quartier
umgangssprachlich etw. zu Geld machen (= verkaufen)
umgangssprachlich sich auf den Weg machen (= zu einem bestimmten Zweck fortgehen)
umgangssprachlich sich auf die Reise machen (= abreisen)
umgangssprachlich sich [Dativ] einen guten Tag machen (= sich etw. leisten, gönnen)
umgangssprachlich eine gute Partie machen (= sich gut verheiraten)
umgangssprachlich Kasse machen (= abrechnen)
umgangssprachlich er macht dieses Jahr seinen Ingenieur, Facharbeiter (= legt die Prüfung ab)
umgangssprachlich einen guten Kauf machen (= günstig kaufen)
umgangssprachlich hier möchte ich mal Luft machen (= Ordnung schaffen)
Besorgungen, Einkäufe, Besuche, die Runde machen
Schulden machen
Karriere, sein Glück machen
Pläne machen
Frieden, Schluss, Ordnung machen
eine Bekanntschaft, Entdeckung machen
jmdm. Geschenke machen (= jmdn. beschenken)
Angaben, jmdm. ein Angebot, Versprechen, Zugeständnisse machen
eine Entdeckung, Erfahrung, Erfindung machen
eine Ausnahme machen
umgangssprachlich Anstalten zu etw. machen (= sich anschicken, etw. zu tun)
umgangssprachlich auf jmdn., etw. Jagd machen (= jmdn., etw. verfolgen)
umgangssprachlich mit jmdm. Brüderschaft machen
(mit etw.) den Anfang machen (= etw. beginnen)
ein Ende machen (= etw. beenden)
Ernst machen
viel, kein Aufheben(s) von etw., jmdm. machen
aus etw. kein Geheimnis, kein(en) Hehl machen
gegen jmdn., etw. Front machen
von etw. Gebrauch machen (= etw. gebrauchen)
jmdm. Konkurrenz, Konzessionen machen
umgangssprachlich jmdm. den Garaus machen
umgangssprachlich er macht's nicht mehr lange (= er wird bald sterben)
umgangssprachlich etw. macht sich bezahlt (= lohnt sich)
etw. geltend machen (= etw. vorbringen)
umgangssprachlich ohne Untersuchung kann ich Ihnen mitteilen, daß Sie es kein Vierteljahr mehr machen werden (= dass Sie kein Vierteljahr mehr leben werden) [FalladaJeder stirbt475]
sich [Dativ] etw. machen
Beispiele:
sich ein Bild von etw. machen
sich einen Namen machen (= berühmt werden)
sich seine, allerlei Gedanken machen (= allerlei denken)
mach dir deswegen keine Gedanken! (= sorge dich nicht!)
mach dir keine Illusionen!
sich kein Gewissen aus etw. machen (= etw. nicht schwer nehmen)
sich keinen Begriff von etw. machen (= sich etw. nicht vorstellen können)
sich [Dativ] jmdn. zum Feind machen
10.
umgangssprachlich sich bemühen, etw. schnell zu beenden, sich in Eile bewegen, sich beeilen
Beispiele:
mach doch!
mach, mach!
mach schon!
ich mache ja schon
mach, dass du verschwindest, fortkommst, nach Hause kommst!
salopp sich irgendwohin machensich (eilig) irgendwohin begeben
Beispiele:
mache dich in den Keller, in die Schule!
sich aus dem Staube machen (= ausreißen)
sich auf die Socken, Strümpfe machen (= eilig fortgehen)
die Schwester und ein Arzt ... die sich teils hinter die Apparaturen, teils hinter das Mütterchen machten [DürrenmattVersprechen228]
11.
umgangssprachlich etw. macht etw.etw. hat ein Ergebnis, ergibt etw.
Beispiele:
die Rechnung machte genau 20 Euro
was hat das Ganze gemacht?
der Schaden machte im ganzen 200 Euro
drei mal vier macht (= ist) zwölf
das macht nichts (= das kostet nichts) (= das stört mich nicht)
schon eine Kleinigkeit macht (= hilft) da viel
das macht überhaupt keinen Unterschied
12.
umgangssprachlich jmd. macht jmdn.jmd. stellt jmdn. dar, spielt jmds. Rolle
Beispiele:
die Kinder spielten Hochzeit, und unser Kleiner machte den Bräutigam
den Anführer, Sprecher machen
er musste den Wirt machen
den Dolmetscher machen (= als Dolmetscher aushelfen)
übertragen
Beispiele:
jmd. macht eine gute Figur (= wirkt gut)
salopp ich mache hier den Dummen (= habe den Schaden, Nachteil)
13.
umgangssprachlich etw., jmd. macht sich (gut)drückt Lob, Zustimmung aus
Beispiele:
die Sache macht sich (= geht gut voran)
»wie geht's?« »Danke, es macht sich«
diese Arbeit machte sich gut (= diese Arbeit ließ sich gut erledigen)
der Vorhang, kleine Vase macht sich an dieser Stelle nett (= sieht nett aus)
der neue Schüler machte sich anfangs gut (= entwickelte sich gut)
es macht (= trifft) sich gut, ausgezeichnet, dass du gerade hier bist
das Zitat machte sich gut in der Rede (= passte gut)
14.
umgangssprachlich sich [Dativ] nichts, wenig, nicht viel aus etw., jmdm. machenetw., jmdn. nicht mögen
Beispiele:
ich mache mir nichts aus Rotkohl
du machst dir wohl nichts aus ihm, aus diesen Eintrittskarten?
er hat sich wenig, nie viel aus ihr gemacht
15.
umgangssprachlich sich an etw. macheneine Arbeit beginnen
Beispiele:
ich muss mich bald an den versprochenen Aufsatz machen
sich ans Werk machen
Dann macht er sich an die Ausgrabung von Troja [BrugschArzt56]
16.
umgangssprachlich
a)
etwas aus sich machenzu wirken verstehen
Beispiele:
sie weiß etwas aus sich zu machen
sie sagt, ich könnte sehr niedlich aussehen und verstünde nur nicht, was aus mir zu machen [KeunMitternacht7]
b)
wissen, was man aus jmdm., etw. machen sollwissen, wie man jmdn., etw. beurteilen soll
Beispiele:
ich weiß nicht, was ich aus dieser Person machen soll
Ich wußte nicht, was ich aus all dem machen sollte [TravenBaumwollpflücker88]
17.
salopp jmd. macht in etw.jmd. handelt mit etw.
Beispiel:
er macht in Möbeln, Textilien
salopp, abwertend jmd. beschäftigt sich mit etw.
Beispiele:
neuerdings macht er in Kunst
ich mache nicht in Politik [R. BartschGeliebt500]
jmd. macht in, auf etw.jmd. zeigt etw. betont, kehrt etw. hervor
Beispiele:
man machte damals in Patriotismus
sie ... macht in Dame von Welt [SchallückWenn man aufhören könnte55]
Da machte er ganz auf heidnisch [M. WalserHalbzeit438]
18.
umgangssprachlich jmdn. zu etw. machenjmdn. zu etw. ernennen, jmdm. eine Stellung, ein Amt übertragen
Beispiele:
er hat ihn zum Abteilungsleiter, sie zur Geschäftsführerin gemacht
man wollte ihn zum Direktor machen
er hat ihn erst zu etw. gemacht
übertragen
Beispiel:
salopp den Bock zum Gärtner machen (= jmdm. eine Aufgabe stellen, für die gerade er völlig ungeeignet ist)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausüben · ↗bedienen · ↗betätigen · ↗handhaben · machen · ↗praktizieren · tätig sein · ↗verrichten
Oberbegriffe
Synonymgruppe
anfertigen · ↗erstellen · ↗fertigen · ↗generieren · ↗herstellen · machen · ↗verfertigen  ●  ↗fabrizieren  ugs. · ↗verbrechen (sarkastisch oder scherzh.)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Assoziationen
  • Kosten · ↗Preis
  • (sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ↗ausmachen · ↗betragen · ↗ergeben
  • (be)zahlen müssen · zu zahlen haben  ●  berappen müssen  ugs. · der Spaß kostet (jemanden) (...) Euro  ugs., salopp · mit (...) Euro dabei sein  ugs.
Synonymgruppe
anstellen · ↗durchführen · machen · ↗realisieren · ↗tun · ↗tätigen · ↗veranstalten · ↗verüben
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(kunstgerecht) machen · ↗anfertigen · ↗arbeiten · ↗herstellen · ↗schaffen
Synonymgruppe
machen · ↗zeugen
Synonymgruppe
(sich) gut entwickeln · ↗(sich) verbessern · ↗heranreifen  ●  ↗(sich) gut machen  ugs. · (sich) machen  ugs. · (sich) mausern (zu)  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) guten Lauf haben · (sich) gut entwickeln · gut dastehen · gut verlaufen  ●  ↗(sich) gut machen  ugs. · (sich) machen  ugs. · gut aussehen  ugs. · gut einschlagen  ugs. · gut laufen  ugs. · ↗laufen (es)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ableisten (Überstunden o.ä.) · ↗fahren · ↗leisten · machen  ●  ↗schieben  ugs.
Synonymgruppe
agieren · ↗handeln · machen · ↗tun · ↗walten · ↗wirken
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Podden · ↗Wäschewaschen  ●  ↗(Wäsche mit Pods) waschen  ugs. · (die Wäsche) machen  ugs. · ↗reinigen  ugs. · ↗saubermachen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angabe Eindruck Erfahrung Fehler Gedanke Sorge Spaß aber auch aufmachen aufmerksam ausmachen bemerkbar dann deutlich er es geltend gut ich mitmachen möglich nicht noch nur sie so verantwortlich was wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›machen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er macht sich lustig über die, die da kommen könnten, ihn anzuklagen.
Fath, Rolf: Werke - G. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6227
Ebenso wie die Malerei hat auch der Stil der Plastik Schule gemacht.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 5760
Wie kommst Du denn sonst aus mit der Unterstützung, reicht es aus oder musst Du irgendwelche Einschränkungen machen?
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 31.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Er wäre damit mundtot gemacht - das wäre der einzige Nutzen dieses Kaufs.
Tucholsky, Kurt: Ludwig Thoma. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920]
Und damit wir in der Welt geachtet werden, müssen wir zunächst zu Haus gründlich rein machen.
Tucholsky, Kurt: Wir Negativen. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919]
Zitationshilfe
„machen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/machen>, abgerufen am 21.06.2019.

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