los-

GrammatikAffix · verbal
trennbar und stets betont
Grundformlos
Wortbildung mit ›los-‹ als Erstglied: ↗losarbeiten · ↗losballern · ↗losbekommen · ↗losbelfern · ↗losbellen · ↗losbeten · ↗losbinden · ↗losbitten · ↗losbrechen · ↗losbringen · ↗losbröckeln · ↗losbrüllen · ↗losbullern · ↗losbummeln · ↗losdonnern · ↗losdrehen · ↗losdreschen · ↗losdrücken · ↗losdüsen · ↗loseifern · ↗loseisen · ↗losfahren · ↗losfeuern · ↗losfliegen · ↗losflitzen · ↗losfluchen · ↗losgeben · ↗losgehen · ↗losgrölen · ↗loshaben · ↗loshacken · ↗loshaken · ↗loshalten · ↗loshauen · ↗loshetzen · ↗losheulen · ↗loshopsen · ↗loshämmern · ↗loskaufen · ↗losketteln · ↗losketten · ↗losknallen · ↗losknattern · ↗losknurren · ↗losknüpfen · ↗loskommen · ↗loskoppeln · ↗loskrabbeln · ↗loskriegen · ↗loskrähen · ↗loskuppeln · ↗loskönnen · ↗loslachen · ↗loslassen · ↗loslaufen · ↗loslegen · ↗loslöffeln · ↗loslösen · ↗losmachen · ↗losmarschieren · ↗losmüssen · ↗lospaffen · ↗lospesen · ↗losplatzen · ↗lospoltern · ↗lospreschen · ↗lospruschen · ↗losprusten · ↗losprügeln · ↗lospulvern · ↗lospusten · ↗losradeln · ↗losrasen · ↗losrattern · ↗losreden · ↗losreiten · ↗losreißen · ↗losringen · ↗lossagen · ↗lossausen · ↗losschesen · ↗losschicken · ↗losschieben · ↗losschießen · ↗losschimpfen · ↗losschlagen · ↗losschmettern · ↗losschnallen · ↗losschnattern · ↗losschnauzen · ↗losschneiden · ↗losschnellen · ↗losschnurren · ↗losschrauben · ↗losschreien · ↗losschwatzen · ↗losschwirren · ↗lossegeln · ↗lossocken · ↗losspazieren · ↗lossprechen · ↗lossprengen1 · ↗lossprengen2 · ↗losspringen · ↗losspritzen · ↗lossprudeln · ↗losstampfen · ↗lossteuern · ↗losstiefeln · ↗losstrampeln · ↗losstürmen · ↗losstürzen · ↗lostigern · ↗lostoben · ↗lostraben · ↗lostrennen · ↗lostreten · ↗losweinen · ↗loswerden · ↗loswerfen · ↗loswettern · ↗loswetzen · ↗losziehen · ↗loszittern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
bezeichnet den Beginn der im Verb ausgedrückten Handlung
Beispiel:
losbellen, loseilen, losfeuern, losfluchen, losgrölen, loskeifen, loskichern, loslaufen, losmarschieren, losposaunen, losprasseln, losprusten, losrattern, losreiten, losrennen, lossausen, losschimpfen, losschnattern, losschwirren, losspringen, lossprudeln, losstechen, losstürmen, losstürzen, lostigern, losweinen, loswettern, loswetzen, loszetern
2.
bezeichnet die Richtung auf ein Ziel hin
Beispiel:
losfahren, losgehen, loslaufen, losmarschieren, losrennen, lossteuern
3.
bezeichnet eine Trennung
Beispiel:
losbinden, losdrehen, loshaken, loskoppeln, loslösen, losschnallen, losschrauben, losseilen, lostrennen, loswinden
4.
bezeichnet die Befreiung aus einer bedrängten Lage
Beispiel:
losbeten, losbitten, loskaufen, loskommen, lossprechen, loswerden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

los · lose · -los · los-
los Adj. (prädikativ) ‘nicht (mehr) befestigt, abgelöst, befreit von’, Adv. ‘weg’, als Aufforderung ‘vorwärts!, schnell!, ab!’. Ahd. lōs ‘befreit, beraubt, leichtfertig, listig, zuchtlos, böse’ (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. lōs ‘frei, ledig, bar, beraubt, mutwillig’, mnl. nl. loos ‘frei, ledig, schlau, listig’, aengl. lēas ‘frei’, auch ‘falsch, lügnerisch, unwahr’, anord. lauss ‘frei, ungebunden’, schwed. lös, got. laus ‘los, leer’ führen mit ablautenden ↗verlieren, ↗Verlust, ↗Verlies (s. d.) und möglicherweise mit lett. lauska ‘Splitter, Scherbe’, lit. luskà, lùskos ‘Lumpen’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *leu-, auch *lēu-, *leu̯ə ‘abschneiden, trennen, lösen’, zu der griech. lýein (λὺειν) ‘lösen, befreien, auflösen, vernichten, bezahlen’, lat. luere ‘büßen, zahlen’, solvere (aus *se-luere) ‘lösen, aufbinden, ablösen, befreien, bezahlen’, vielleicht auch aind. lunā́ti ‘schneidet, schneidet ab’ sowie ↗Lohe (s. d.) gehören (sofern man nicht aus semantischen und formalen Gründen Wörter mit der Grundbedeutung ‘abschneiden’ unter einem eigenen Wurzelansatz zusammenfaßt). Als Bedeutung für germ. *lausa- ist ‘losgelöst, ungebunden, frei’ anzunehmen. lose Adj. ‘nicht (mehr) fest anhaftend, nicht eng anliegend, locker, unverpackt, einzeln, leichtfertig’. Das zum Adjektiv ahd. lōs (s. oben) gehörende Adverb ahd. lōso ‘leichtfertig’ (9. Jh.), mhd. lōse ‘auf anmutige, liebliche Weise, leichtfertig’, entwickelt im Frühnhd., ausgehend von einer Bedeutung ‘der Tugend ledig, locker’, adjektivischen Gebrauch im Sinne von ‘locker’ (15. Jh.), ‘sittenlos’ (16. Jh.) und geht danach in die oben genannte Bedeutung über. -los ist seit alter Zeit (vgl. ahd. asächs. -lōs, aengl. -lēas, anord. -lauss, got. -laus) Grundwort in Adjektivkomposita im Sinne von ‘frei von, mangelnd’; der Kompositionstyp bleibt bis in die Gegenwart produktiv, und -los nimmt dadurch den Charakter eines Kompositionssuffixes an; vgl. ahd. brōtelōs ‘hungrig’, helfelōs ‘hilflos, machtlos’, suntilōs ‘ohne Sünde, unschuldig’, mhd. gruntlōs ‘unergründlich’, herzelōs ‘gefühllos, grausam’, hoffelōs ‘ohne Hoffnung’, nhd. energielos, kontaktlos, staatenlos. los- seit dem Frühnhd. erstes Glied in Verbalkomposita, hervorgegangen aus adverbiellem Gebrauch von mhd. lōs (s. oben), ‘eine Bindung lösend, Haftendes abtrennend’ (losbinden, -lösen, -reißen), ‘frei’ (loskaufen, -kommen, -lassen), ‘plötzlich beginnend’ (losbrüllen, -lachen, -schreien, -laufen).
Zitationshilfe
„los-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/los->, abgerufen am 17.07.2019.

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