liebkosen

GrammatikVerb · liebkoste, hat liebkost/geliebkost
Worttrennunglieb-ko-sen
Wortbildung mit ›liebkosen‹ als Erstglied: ↗Liebkosung
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdm. sein starkes Gefühl der Zuneigung durch vertrauliche Zärtlichkeiten ausdrücken
Beispiele:
die Mutter hat ihr Kind geliebkost, liebkost
[das Pferd rieb] sogleich liebkosend den Kopf an seiner Schulter [StormSchimmelr.7,234]
[die Mädchen ließen sich von ihren] Liebhabern sattsam küssen und liebkosen [G. KellerGr. Heinrich4,103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosen · liebkosen · Kosename
kosen Vb. ‘zärtlich sein, streicheln’. Aus lat. causārī, spätlat. auch causāre ‘einen Grund vorbringen, vorschützen, ablehnen, Klage führen’ (mit volkstümlicher Aussprache des au als ō) wird ahd. kōsōn ‘sprechen, reden, erzählen’ (9. Jh., bikōsōn, 8. Jh.), mhd. kōsen ‘sprechen, plaudern’ entlehnt. Dieser Vorgang muß sich vor den Erstbezeugungen vollzogen haben, da sich das ahd. Verb semantisch weit vom lat. Ausgangswort entfernt hat; aus ‘bei einer Streitsache gewandt reden, argumentieren’ wird bloßes ‘reden, erzählen’ (wozu mehrere Zusammensetzungen und Ableitungen). Das selten bezeugte Substantiv ahd. kōsa ‘Gespräch, Erzählung’ (9. Jh.) steht semantisch unter dem Einfluß des Verbs; nur einmal entspricht es mit der Bedeutung ‘Rechts-, Streitsache’ der Bedeutung von lat. causa, aus dem es wie aengl. cēas(t), afries. kāse ‘Streit, Zwist, Schlägerei, Gefecht’ entlehnt ist, allerdings auch hier der monophthongischen Aussprache folgend, während die anglofries. Formen auf lat. au weisen. Frühnhd. kosen erhält auch den Sinn ‘liebhaben, streicheln’, wird jedoch im 17./18. Jh. selten. Daneben steht die Zusammenrückung liebkosen Vb. ‘streicheln, zärtlich sein’, mhd. liepkōsen ‘jmdm. zuliebe sprechen, traulich, liebevoll reden’, dann auch ‘schmeicheln’, aus der im 18. Jh. einfaches kosen in seiner heutigen Bedeutung neu belebt bzw. rückgewonnen wird. Kosename m. ‘liebevolle, vertrauliche Anrede’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Zärtlichkeiten austauschen · an die Brust drücken · ↗herzen · ↗kraulen · ↗kuscheln · liebkosen · ↗schmiegen · ↗schmusen · ↗streicheln · ↗tätscheln  ●  ei, ei machen  ugs. · ↗herumschmusen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) herzen · (sich) küssen und kosen · (sich) liebkosen · Zärtlichkeiten austauschen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Brust Finger Fuß Körper Lippe Mund Puppe Zunge berühren küssen streicheln trösten umarmen zärtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›liebkosen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er bastelt keine Bilder, er liebkost seine Darsteller mit der Kamera.
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2003
Sie liebkost ihn, sie entkleidet sich vor seinen sehnsüchtigen Augen.
Die Zeit, 29.07.1983, Nr. 31
Es zuckte ihr in den Händen, leise liebkosend über das dichte Haar zu streicheln.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 54
Er fuhr fort, sie zu streicheln, abwechselnd jedem im Gehen die Hände zu reichen und sie zu liebkosen.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 319
Er nahm sie still in seine Arme und fuhr ihr mit der Hand sanft liebkosend über das krause blonde Haar.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15427
Zitationshilfe
„liebkosen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/liebkosen>, abgerufen am 18.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Liebhaberwert
Liebhabervorstellung
Liebhabertheater
Liebhaberstück
Liebhaberpreis
Liebkosung
lieblich
Lieblichkeit
Liebling
lieblings-