lehrreich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglehr-reich (computergeneriert)
WortzerlegungLehre1-reich
eWDG, 1969

Bedeutung

Erfahrung und Wissen bereichernd
Beispiele:
ein lehrreicher Vortrag, ein lehrreiches Buch, Beispiel
eine lehrreiche Geschichte, Beobachtung
das Experiment war sehr lehrreich
das Studium der Fachliteratur war für mich lehrreich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehren · gelehrt · Gelehrter · gelehrig · gelehrsam · Gelehrsamkeit · Lehrer · Lehrerin · Lehrling · Lehrgang · Lehrgeld · lehrreich · Lehrsatz · Lehrstuhl
lehren Vb. ‘unterrichten, unterweisen, Kenntnisse vermitteln’, ahd. (8. Jh.), mhd. lēren, asächs. lērian, mnd. mnl. lēren (auch ‘lernen’), nl. leren, aengl. lǣran (daraus oder aus dem Mnd. anord. læra ‘lehren, lernen’), got. laisjan ‘lehren’ ist Kausativbildung im Sinne von ‘wissend machen’ zu einem in got. lais ‘ich weiß’, eigentlich ‘ich bin wissend geworden, habe erfahren, habe nachgespürt’ belegten Präteritopräsens. Verbindet man lehren, verwandtes ↗lernen und ↗List (s. d.) mit den unter ↗leisten und ↗Gleis (s. d.) genannten Formen, so ist Anschluß an die dort angegebene Wurzel ie. *leis- ‘am Boden gezogene Spur, Furche’ möglich. Als verbale Ausgangsbedeutung ließe sich ‘auf der Spur des Wildes sein, sie beobachten und erkennen lehren’ ansetzen. gelehrt Part.adj. ‘wissenschaftlich gebildet, umfassende Kenntnisse besitzend’, ahd. gilērit (8. Jh.), mhd. gelēr(e)t; dazu die Substantivierung Gelehrter m. ‘wer gelehrt ist, sich der Wissenschaft und Forschung widmet’, frühnhd. ‘philologisch, grammatisch Geschulter’ (16. Jh.); vgl. ahd. (Plur.) thie gilērtun (9. Jh.) für lat. scrībae. gelehrig Adj. ‘leicht zu belehren und schnell begreifend, lernwillig’ (15. Jh.; doch vgl. schon mhd. ungelēric), eine Verstärkung zu gleichbed., bis ins 16. und 17. Jh. üblichem lehrig, ahd. lērīg ‘belehrbar’ (11. Jh.); vgl. mnd. lērich. gelehrsam Adj. ‘gelehrig’, älter ‘gelehrt’ (16. Jh.); Gelehrsamkeit f. ‘umfassende wissenschaftliche Kenntnis, Gelehrtheit’ (17. Jh.). Lehrer m. ‘wer lehrt, Unterricht erteilt’, ahd. lērāri, meist ‘Unterweiser im göttlichen Wort’ (8. Jh.), mhd. lērære, lērer für lat. doctor ‘Lehrer, Lehrmeister’ (s. ↗Doktor); vgl. got. laisareis ‘Lehrer’; Lehrerin f. (15. Jh.), ahd. lērārin (Hs. 12. Jh.) für lat. doctrīx. Lehrling m. ‘in einem Lehrverhältnis stehender Jugendlicher’, zuerst (Anfang 14. Jh.) in Kölner Zunfturkunden l(e)irlinc (im Kunsthandwerk); es setzt sich gegen Lehrkind (mhd. lērekint, auch lēreknabe, lēretohter) und Lehrknecht (mhd. lērekneht) durch. Lehrgang m. ‘zeitlich begrenzte schulmäßige Ausbildung, in der ein bestimmter Lehrstoff vermittelt wird’, von Campe (1792) für lat. cursus (s. ↗Kursus) vorgeschlagen. Lehrgeld n. ehemals ‘für eine handwerkliche Ausbildung vom Lehrling an den Lehrherrn zu zahlendes Geld’, mhd. lērgelt; heute nur noch übertragen in der Wendung Lehrgeld (be)zahlen ‘Erfahrungen durch Schaden erkaufen’. lehrreich Adj. ‘Erfahrung und Wissen bereichernd, aufschlußreich, instruktiv’ (17. Jh.). Lehrsatz m. ‘grundlegende, beweisbare wissenschaftliche Behauptung’ (17. Jh.). Lehrstuhl m. ‘planmäßige Stelle eines Hochschullehrers, Professur’, mhd. lērstuol für lat. cathedra (s. ↗Katheder).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufschlussreich · ↗aussagekräftig · belehrend · ↗bemerkenswert · edukativ · erhellend · ↗erstaunlich · ↗informativ · informierend · ↗interessant · lehrreich · ↗sehenswert · ↗wissenswert  ●  (etwas) lässt tief blicken  ugs. · ↗staunenswert  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einblick Exempel Exkurs Geschichtsstunde Lektion Lektüre Vergnügen amüsant anregend anrührend anstrengend fesselnd höchst informativ interessant kurzweilig lesenswert lustig minder nützlich reizvoll sehenswert spannend ungemein unterhaltend unterhaltsam vergnüglich witzig äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lehrreich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch für die nachgeborenen Fans kann es lehrreich werden.
Der Tagesspiegel, 12.07.2004
Das war eine sehr lehrreiche Zeit, weil sie mir partout nicht gefallen hat.
Bild, 03.06.1999
Zu dieser Frage läßt sich mit einfachen Mitteln ein lehrreiches Experiment ausführen.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 45
Aber die Verschiebungen, die sich in tausend Jahren ergeben haben, sind auch so noch lehrreich.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 45
Die Schrift ist - allerdings wider den Willen des Autors - methodologisch recht lehrreich.
Weber, Max: Roscher und Knies und die logischen Probleme der historischen Nationalökonomie. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen: Mohr 1922 [1903-1906], S. 56
Zitationshilfe
„lehrreich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/lehrreich>, abgerufen am 19.04.2019.

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