lecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungle-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lecken‹ als Erstglied: ↗Lecker  ·  mit ›lecken‹ als Letztglied: ↗ablecken · ↗anlecken · ↗auflecken · ↗auslecken · ↗weglecken
 ·  mit ›lecken‹ als Grundform: ↗belecken · ↗geleckt  ·  formal verwandt mit: ↗Honiglecken · ↗Zuckerlecken
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. leckenmit der Zunge über etw. gleiten
Beispiele:
den Mund, die Lippen lecken
der Hund leckt seinem Herrn die Hände
die Katze leckt sich [Dativ] das Maul, Fell
etw. mit der Zunge wegräumen, auflecken
Beispiele:
der Bär hat den Honig geleckt
der Kater leckt die Milch (vom Teller)
sich [Dativ] das Blut, den Schaum von den Lippen lecken
bildlich
Beispiele:
er hatte Blut geleckt (= hatte Geschmack an etw. gefunden)
jmdm. die Hand, Stiefel lecken (= jmdm. gegenüber kriecherisch sein)
salopp sich [Dativ] alle zehn Finger nach etw. lecken (= auf etw. begierig sein)
vulgär leck mich (am Arsch)! (= laß mich in Ruhe!)
daß er bereit ist ... den Speichel des Königs zu lecken (= ihm hündisch zu schmeicheln) [ZuchardtStunde160]
übertragen
Beispiele:
die Wellen lecken (= bespülen) das Ufer
die Sonne leckt den Schnee (= taut ihn weg)
sprichwörtlich hüte dich vor Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen (= hüte dich vor falschen Menschen)
Die Ostsee leckte träge und breit den Strand [GrassBlechtrommel119]
2.
mit der Zunge gleitend hin und her fahren
Beispiele:
an einer Briefmarke, Eiswaffel lecken
Kind, lecke nicht am Löffel!
übertragen
Beispiele:
die Wogen lecken bis zum Bootsrand (= schlagen bis zu ihm hoch)
das Feuer leckt (= züngelt) am Dach
Er sah zu, wie die Flamme ... über Papier und Späne leckte [FusseneggerAntlitz155]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leck · Leck · lecken1
leck Adj. ‘undicht, wasserdurchlässig’, aus nd.-nl. Seemannssprache Ende des 16. Jhs. unverschoben ins Hd. übernommen; vgl. mnd. nd. mnl. leck, nl. lek. Diese Adjektivformen sind Weiterbildungen (ja-Stämme) zu gleichbed. mnl. lac, mnd. lak. Daneben stehen (mit altem e-Vokal) gleichbed. aengl. hlec (statt lec), anord. lekr und nhd. lech. Sämtliche Adjektive sind verwandt mit den unter ↗lecken (s. unten) genannten Verben. Leck n. ‘undichte Stelle (im Schiffsboden)’, spätmhd. (md., Ordensgebiet um 1400) leck, mnd. lek, mnl. lek, nl. lek, anord. leki, Substantivierungen der Adjektivformen bzw. Bildungen zu dem im folgenden genannten starken Verb. lecken1 Vb. ‘undicht sein, Wasser durchlassen’ (17. Jh.), ebenfalls ins Hd. aufgenommenes Küstenwort (oder im Hd. neu zu leck gebildet?); vgl. mnd. mnl. lecken, nl. lekken. Soweit sie intransitive Bedeutung aufweisen, sind die schwachen Verben in engem Zusammenhang mit den unter leck (s. oben) dargestellten Adjektivformen mitursprünglichem a zu sehen. Als Kausativa, also mnd. mnl. lecken in der Bedeutung ‘tropfen lassen, destillieren’ sowie ahd. (8. Jh.), mhd. lecken, aengl. leccan ‘benetzen, naß machen’, können sie auch Ableitungen von einem starken Verb sein, erhalten in mnl. leken ‘fließen, tropfen, Flüssigkeit durchlassen, undicht sein’, anord. leka ‘tropfen, rinnen, undicht sein (vom Schiff)’ und resthaft in ahd. und mhd. Formen (s. ↗lechzen). Außergerm. lassen sich kelt. Formen wie air. legaim ‘löse mich auf, zergehe, schmelze’, kymr. llaith, bret. leiz ‘feucht’ vergleichen, so daß eine Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ angesetzt werden kann.

lecken2 · lecker · Leckerbissen · Leckermaul
lecken2 Vb. ‘mit der Zunge über etw. streichen’. Neben den westgerm., expressive Gemination aufweisenden Formen ahd. lecken (8. Jh.), leckōn (um 800), mhd. lecken, asächs. likkon, mnd. mnl. licken, lecken, nl. likken, aengl. liccian, engl. to lick steht (ablautend) got. bilaigōn. Außergerm. vergleichen sich griech. lé͞ichein (λείχειν), lat. (mit Nasalpräsens) lingere, lit. liẽžti, aslaw. lizati, russ. lizát’ (лизать) ‘lecken’. Zugrunde liegt eine Wurzel ie. *leig̑h- ‘lecken’, zu der mit anlautendem s- auch ↗schlecken (s. d.) gehört. lecker Adj. ‘wohlschmeckend, appetitlich’ (eigentlich ‘was gut zu lecken ist’), mhd. lecker, im älteren Nhd. auch ‘Wohlschmeckendes liebend, wählerisch’; dazu Leckerbissen m. ‘wohlschmeckender Bissen’ (16. Jh.), Leckermaul n. ‘Feinschmecker’ (17. Jh.); vgl. Leckmeuligen (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ablecken · ↗ablutschen · ↗abschlecken · lecken · ↗lutschen · ↗schlecken  ●  ↗abschlabbern  ugs.
Synonymgruppe
oral befriedigen  ●  ↗blasen  vulg. · es (jemandem) mit dem Mund besorgen  vulg. · lecken  vulg. · schwanzlutschen  vulg.
Synonymgruppe
(Flüssigkeit) verlieren · ein Leck haben · ein Loch haben · lecken · undicht sein  ●  ↗suppen  ugs., salopp
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsch Deodorant Fell Finger Flamme Lippe Maul Oberlippe Pfote Rohr Schnauz Speichel Stiefel Vampir Wunde Zunge ablecken anlecken auflecken auslecken derblecken genüßlich gierig herauslecken kauen lecken sauber schlecken schnüffeln weglecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schmatzend lecken sie die Reste mit dem Finger aus dem Becher.
Der Tagesspiegel, 12.12.2004
Als meine Mutter im Sterben lag, hast du ihre streichelnden Finger geleckt.
Bild, 14.04.2001
Folglich würde ich auch den Hund fortjagen, der käme, meine Hand zu lecken.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 114
Es leckte sich die Füße, die es sich verletzt hatte.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 70
Damit lecken die Tiere den aus verletzten Bäumen fließenden Saft.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 7
Zitationshilfe
„lecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/lecken#1>, abgerufen am 21.10.2019.

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lecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungle-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lecken‹ als Letztglied: ↗durchlecken
eWDG, 1969

Bedeutung

leck, undicht sein
Beispiele:
das Schiff, der Kessel, Kühler leckt
Da aber das Dach leckte [TravenBaumwollpflücker159]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leck · Leck · lecken1
leck Adj. ‘undicht, wasserdurchlässig’, aus nd.-nl. Seemannssprache Ende des 16. Jhs. unverschoben ins Hd. übernommen; vgl. mnd. nd. mnl. leck, nl. lek. Diese Adjektivformen sind Weiterbildungen (ja-Stämme) zu gleichbed. mnl. lac, mnd. lak. Daneben stehen (mit altem e-Vokal) gleichbed. aengl. hlec (statt lec), anord. lekr und nhd. lech. Sämtliche Adjektive sind verwandt mit den unter ↗lecken (s. unten) genannten Verben. Leck n. ‘undichte Stelle (im Schiffsboden)’, spätmhd. (md., Ordensgebiet um 1400) leck, mnd. lek, mnl. lek, nl. lek, anord. leki, Substantivierungen der Adjektivformen bzw. Bildungen zu dem im folgenden genannten starken Verb. lecken1 Vb. ‘undicht sein, Wasser durchlassen’ (17. Jh.), ebenfalls ins Hd. aufgenommenes Küstenwort (oder im Hd. neu zu leck gebildet?); vgl. mnd. mnl. lecken, nl. lekken. Soweit sie intransitive Bedeutung aufweisen, sind die schwachen Verben in engem Zusammenhang mit den unter leck (s. oben) dargestellten Adjektivformen mitursprünglichem a zu sehen. Als Kausativa, also mnd. mnl. lecken in der Bedeutung ‘tropfen lassen, destillieren’ sowie ahd. (8. Jh.), mhd. lecken, aengl. leccan ‘benetzen, naß machen’, können sie auch Ableitungen von einem starken Verb sein, erhalten in mnl. leken ‘fließen, tropfen, Flüssigkeit durchlassen, undicht sein’, anord. leka ‘tropfen, rinnen, undicht sein (vom Schiff)’ und resthaft in ahd. und mhd. Formen (s. ↗lechzen). Außergerm. lassen sich kelt. Formen wie air. legaim ‘löse mich auf, zergehe, schmelze’, kymr. llaith, bret. leiz ‘feucht’ vergleichen, so daß eine Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ angesetzt werden kann.

lecken2 · lecker · Leckerbissen · Leckermaul
lecken2 Vb. ‘mit der Zunge über etw. streichen’. Neben den westgerm., expressive Gemination aufweisenden Formen ahd. lecken (8. Jh.), leckōn (um 800), mhd. lecken, asächs. likkon, mnd. mnl. licken, lecken, nl. likken, aengl. liccian, engl. to lick steht (ablautend) got. bilaigōn. Außergerm. vergleichen sich griech. lé͞ichein (λείχειν), lat. (mit Nasalpräsens) lingere, lit. liẽžti, aslaw. lizati, russ. lizát’ (лизать) ‘lecken’. Zugrunde liegt eine Wurzel ie. *leig̑h- ‘lecken’, zu der mit anlautendem s- auch ↗schlecken (s. d.) gehört. lecker Adj. ‘wohlschmeckend, appetitlich’ (eigentlich ‘was gut zu lecken ist’), mhd. lecker, im älteren Nhd. auch ‘Wohlschmeckendes liebend, wählerisch’; dazu Leckerbissen m. ‘wohlschmeckender Bissen’ (16. Jh.), Leckermaul n. ‘Feinschmecker’ (17. Jh.); vgl. Leckmeuligen (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ablecken · ↗ablutschen · ↗abschlecken · lecken · ↗lutschen · ↗schlecken  ●  ↗abschlabbern  ugs.
Synonymgruppe
oral befriedigen  ●  ↗blasen  vulg. · es (jemandem) mit dem Mund besorgen  vulg. · lecken  vulg. · schwanzlutschen  vulg.
Synonymgruppe
(Flüssigkeit) verlieren · ein Leck haben · ein Loch haben · lecken · undicht sein  ●  ↗suppen  ugs., salopp
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arsch Deodorant Fell Finger Flamme Lippe Maul Oberlippe Pfote Rohr Schnauz Speichel Stiefel Vampir Wunde Zunge ablecken anlecken auflecken auslecken derblecken genüßlich gierig herauslecken kauen lecken sauber schlecken schnüffeln weglecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schmatzend lecken sie die Reste mit dem Finger aus dem Becher.
Der Tagesspiegel, 12.12.2004
Als meine Mutter im Sterben lag, hast du ihre streichelnden Finger geleckt.
Bild, 14.04.2001
Folglich würde ich auch den Hund fortjagen, der käme, meine Hand zu lecken.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 114
Es leckte sich die Füße, die es sich verletzt hatte.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 70
Damit lecken die Tiere den aus verletzten Bäumen fließenden Saft.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 7
Zitationshilfe
„lecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/lecken#2>, abgerufen am 21.10.2019.

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