lackieren

GrammatikVerb · lackierte, hat lackiert
Aussprache
Worttrennungla-ckie-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lackieren‹ als Erstglied: ↗Lackierer · ↗Lackierung  ·  mit ›lackieren‹ als Letztglied: ↗auflackieren · ↗überlackieren  ·  mit ›lackieren‹ als Grundform: ↗Lackiererei · ↗lackiert  ·  formal verwandt mit: ↗rotlackiert · ↗weißlackiert
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. mit Lack überziehen
Beispiele:
einen Schrank, Wagen lackieren
das Boot wurde frisch lackiert
die Fenster müssen noch lackiert werden
eine lackierte Dose
die Fingernägel lackieren (= mit Nagellack bestreichen)
übertragen
Beispiel:
vulgär jmdm. die Fresse lackieren (= jmdm. ins Gesicht schlagen)
2.
salopp jmdn. hereinlegen, betrügen
Beispiele:
ich lasse mich so leicht nicht lackieren
wenn er mit dem Geld nicht wiederkommt, so bin ich lackiert
Er hat keinen Dunst von all dem! Er ist der Lackierte! (= Gelackmeierte!) [O. M. GrafBolwieser82]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lack · lacken · lackieren
Lack m. meist mit Farben versetzte Lösung aus Harzen, Asphalten, Pechen, die, auf Holz, Metall aufgetragen, einen glänzenden Oberflächenschutz ergibt, entlehnt im 16. Jh. aus gleichbed. ital. lacca, das wie mlat. laca, lacca, span. laca, mfrz. frz. laque über arab. lakk, pers. lāk auf aind. lākṣā́, rākṣā́ ‘Lack’ zurückgeht; dieses wohl zu verbinden mit aind. rájyati ‘färbt sich, rötet sich, ist rot’ (vgl. Mayrhofer 3, 96). Bestritten wird die Vermutung, aind. lākṣā́ setze eine verlorene Entsprechung des ie. Namens für ↗Lachs (s. d.) fort und beruhe auf *lākṣa- ‘lachsfarben, rot’. Die dt. Belege aus dem 16./17. Jh. verweisen oft auf die Herkunft der Sache, so in Verbindungen wie Florentiner Lack, spanischer Lack. lacken Vb. häufiger lackieren Vb. ‘mit Lack überziehen, anstreichen’ (beide Ende 17. Jh., anfangs auch lacciren, lackziren ‘mit Lack vermischen’); vgl. ital. laccare. In übertragener Verwendung besonders als Part.adj. lackiert im Sinne von ‘geschniegelt, eingebildet’, so in der Verbindung lackierter Affe, gleichbed. mit Lackaffe. S. auch ↗gelackmeiert.

Thesaurus

Synonymgruppe
emaillieren · ↗glasieren · in Email malen · lackieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenspiegel Fingernagel Fußnagel Hochglanz Karosserie Kralle Nagel Rennwagen Rumpf Seitenschweller Stoßfänger Türgriff Vereinsfarbe Wagenfarbe Zehennagel abschleifen ausbeulen beizen bemalen beschichten fräsen montieren polieren schleifen schminken schweißen sägen um zusammenschweißen überlackieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lackieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die Farbe nicht stimmt, können wir sie ja schwarz lackieren.
Süddeutsche Zeitung, 17.01.1998
Aber sie ist nicht neu lackiert, und sie ist auch kein Museum.
Tucholsky, Kurt: Das konservative Paris. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 28980
Man kann übrigens die Teile vor der endgültigen Montage schleifen und einzeln lackieren, nachdem man alle Teile zuvor gebohrt hat.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 138
Ihre Oberflächen können rauh, geglättet, lackiert, poliert, unglasiert und verschiedenartig glasiert sein.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 22728
Er ist dafür auch nicht so schön rot lackiert wie die Notbremse.
Engelhardt, Wilhelm: Kleiner Knigge für heimkehrende Sieger nebst kurzer Instruktion über die Heimat. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 20670
Zitationshilfe
„lackieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/lackieren>, abgerufen am 24.10.2019.

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