lästerlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungläs-ter-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lästerlich‹ als Erstglied: ↗Lästerlichkeit  ·  mit ›lästerlich‹ als Letztglied: ↗gotteslästerlich
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
schimpflich, abscheulich
Beispiele:
abwertend sie haben lästerlich gehandelt, haben den Vertrag lästerlich gebrochen
abwertend ein lästerliches Leben führen (= ein unsittliches Leben führen)
umgangssprachlich für etw. ein lästerliches (= sehr viel) Geld bezahlen
2.
Gott lästernd
Beispiele:
er fluchte lästerlich
lästerliche Worte
eine lästerliche Rede
Lassen Sie mich sehr menschlich, ja für einen Pfarrer beinah lästerlich sprechen [FontaneStechlinI 5, 396]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(dezent) spöttisch · halbernst · ins Lächerliche ziehend · ↗ironisch · lächerlich machend · lästerlich · lästernd · mit gespielter Ernsthaftigkeit · nicht ganz ernst gemeint · ↗scharfzüngig · ↗scherzhaft · spöttelnd  ●  ↗spitz  ugs.
Assoziationen
Religion
Synonymgruppe
abgefallen · ↗häretisch · ↗irrgläubig · ↗ketzerisch · ↗sektiererisch  ●  lästerlich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Lied Rede Zunge

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lästerlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wäre wohl auch lästerlich, würde es einer allein versuchen.
Der Tagesspiegel, 03.07.2000
Er sollte sich hüten, noch ein einziges lästerliches Wort über sie zu verlieren.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 367
Wenn ich meine lästerlichen Reden halte, heißt das überhaupt nicht, dass ich davon distanziert bin.
Die Zeit, 03.10.2011, Nr. 40
Der Schritt eines Arbeiters hatte ihn aufgestört aus seinem lästerlichen Genuß.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 6
Denn schwerlich hätte sich sonst der Ärgernisstifter in seinem lästerlich überheblichen Wandel durch irgend etwas so sicher bestätigt gefühlt.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 252
Zitationshilfe
„lästerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/lästerlich>, abgerufen am 20.04.2019.

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