läppisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungläp-pisch
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend
1.
kindisch, töricht, albern
Beispiele:
ein läppisches Gebaren, Gefrage
eine läppische Bemerkung, Spielerei
es war ein läppischer Bursche
die Geschichte, die du zum besten gegeben hast, war einfach läppisch
er hat sich läppisch benommen
2.
lächerlich, unbedeutend
Beispiele:
ein läppischer Vorwand
deine läppische Furcht ist wirklich überflüssig
es ist nur noch eine läppische Kleinigkeit zu erledigen
es muß aber ein richtiger Abgrund sein, ohne ... läppisches Gestrüpp am Hang [AndresLiebesschaukel68]
Die protestieren in jeder Fabrik / Um ein paar läppische Pfennige die Stunde [WeinertZwischensp.225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

läppisch Adj. ‘kindisch, albern, unbedeutend’, frühnhd. leppisch, läppisch (15. Jh.), Ableitung von spätmhd. frühnhd. lappe, lap ‘Narr, Dummkopf, einfältiger Mensch’, das mit ↗Laffe (s. d.) eng verwandt ist und von diesem aus der Literatursprache verdrängt wird. Spätmhd. lap(pe) ‘Narr’ ist in seiner Herkunft wohl identisch mit dem unter ↗Lappen (s. d.) behandelten Maskulinum, vgl. Jammerlappen; weniger wahrscheinlich dürfte die Annahme einer Ableitung des Adjektivs läppisch von lappen Vb. ‘schlaff herabhängen’ sein. In den frühen obd. Belegen des 15. Jhs. steht läppisch semantisch noch dem Substantiv Lapp(e) ‘tölpelhafter Mensch’ nahe (auch bei Wittenwiler, der ein Dorf Lappenhausen, „dar inn vil esler pauren“, kennt; Lappenhäuser wird im 16. Jh. als Scheltwort im Sinne von ‘Narr’ gebräuchlich). Dagegen lassen md. Verwendungen des 16./17. Jhs. die Auffassung ‘schlaff (wie ein herabhängender Lappen)’ erkennen (so auch bei Stieler 1691, der daher das Adjektiv ausdrücklich als zu Lappen gehörig erklärt). läppisch kennzeichnet zunächst Wesen und Verhalten eines Menschen, vor allem seine Art sich zu äußern, und wird schließlich in der Auffassung ‘lächerlich, unbedeutend’ auf unterschiedliche Gegenstände (ein paar läppische Pfennige) bezogen.

Thesaurus

Synonymgruppe
affig · ↗albern · ↗dämlich · ↗lachhaft · ↗lächerlich · läppisch · ↗neckisch · nicht ernst zu nehmen · ↗närrisch · unfreiwillig komisch  ●  (jemandem) zu blöd  ugs. · ↗blöd  ugs. · flachsinnig  ugs. · pillepalle  ugs. · ↗ridikül  geh., veraltend · zum Piepen  ugs. · zum Schreien  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Anlaß Begründung Bemerkung Betrag Einwand Kleinigkeit Mark Million Satz Sekunde Summe Vergehen Vers Vorfall Vorgang Zentimeter anmuten ausnehmen bloß daherkommen eher fast geradezu klingen manchmal scheinbar vergleichsweise wirken ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›läppisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man könnte natürlich fernsehen heute abend, aber die Angebote kommen einem zu läppisch vor.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2004
Für läppische 100000 Mark haben wir uns köstliche Ruhe erkauft.
Die Zeit, 13.08.1998, Nr. 34
Titus stimmte nicht in das Lob ein, das erschien ihm zu läppisch.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 663
All seine Bemühungen waren zu lasch gewesen, zu läppisch, um vor der Leere zu bestehen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 94
Seine eigene Revolution war ein läppischer Kampf mit einem subalternen Kerkermeister, zermürbend, aussichtslos.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 951
Zitationshilfe
„läppisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/läppisch>, abgerufen am 15.10.2019.

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