kristallen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkris-tal-len (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1969

Bedeutung

aus Kristall
entsprechend der Bedeutung von Kristall2 (Lesart 1)
Beispiele:
sie hatte ihre kristallene Schale, Vase zerschlagen
Das Köfferchen enthielt ... kristallene Fläschchen mit Wohlgerüchen [I. KurzVanadis35]
bildlich wie Kristall, kristallklar
Beispiele:
Der Himmel färbte sich im Osten, die Höhe des Firmaments beschlug sich mit kristallenem (= leuchtendem) Blau [FusseneggerAntlitz29]
Jack sah er deutlich, in einer kristallenen Schärfe [R. BartschGeliebt159]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kristall · kristallen · kristallisch · kristallisieren · Kristallisation · Kristallglas
Kristall m. ‘Bergkristall’, von gleichmäßig angeordneten ebenen Flächen begrenzter fester Körper, ahd. kristallo m. ‘Bergkristall’ (11. Jh.), mhd. kristalle, kristal m. f., entlehnt aus lat. crystallus f. (selten m.), griech. krýstallos (κρύσταλλος) ‘Eis, Bergkristall’, einer Ableitung von griech. krýos (κρύος) ‘Eiskälte, Frost’. Für das Mhd. ist freilich auch eine Neuentlehnung von afrz. cristal zu erwägen. Neben das maskuline (im Mhd. und Frühnhd. auch feminine) tritt im 17. Jh. neutrales Genus, das für die seit dem 15. Jh. bestehende Verwendung im Sinne von ‘(Gefäße aus) Kristallglas’ bestimmend wird (unter dem Einfluß von Glas?). kristallen Adj. ‘aus Kristall, kristallklar’, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. kristallīn, aus lat. crystallinus, griech. krystállinos (κρυστάλλινος) ‘aus Kristall hergestellt, bestehend’. kristallisch Adj. ‘von, wie Kristall’, mhd. kristallisch. kristallisieren Vb. ‘Kristalle bilden’ (18. Jh.), frz. cristalliser. Kristallisation f. ‘Kristallbildung’ (18. Jh.), frz. cristallisation. Kristallglas n. ‘stark glänzendes Glas, daraus hergestelltes, meist geschliffenes Trinkglas’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Klarheit Kronleuchter Kämmerlein Lüster Palast Reinheit Schale Schönheit Sinnbild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kristallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe es genossen, diese Frau mit kristallenem Blut zu spielen.
Der Tagesspiegel, 08.11.2000
Die kristallene Musik deckt sich auch mit den surrealen Texten.
Mannzen, Walter u. a.: Expressionismus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 11362
Ihre Kraft, kristallen und klar, fließt vom ersten Ton an in Form.
Die Zeit, 20.02.1989, Nr. 08
Den Tiefen entquillt kristallene Klarheit, vom Himmel träufelt der heilige Tau.
o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933
In einer geräumigen kristallenen Vase wimmelten Millionen schwarzgrauer Kaviarperlchen, umrandet von goldenen Zitronenscheiben.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 191
Zitationshilfe
„kristallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kristallen>, abgerufen am 15.07.2019.

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