kraus

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›kraus‹ als Erstglied: ↗Krauseminze · ↗Kraushaar · ↗Krauskohl · ↗Krauskopf · ↗kraushaarig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
kurz geringelt oder gelockt, wellig
Beispiele:
dichtes, krauses Haar
krause Locken
ein krauser Bart
das Huhn hat einen krausen Kamm
Man sah über das Leuchtenfeld mit dem Turm weit über die krause See hinaus [Th. MannBuddenbrooks1,125]
2.
runzelig
Beispiele:
die Stirn kraus, in krause Falten ziehen
Audi Meyn ... zog die Nase kraus und schnitt ein mißbilligendes Gesicht [BredelSöhne52]
landschaftlich zerknittert
Beispiele:
der Rock war etwas kraus
Ich holte das Reiseplätteisen hervor ... um die krausen Stellen auszubügeln [NossackNovember149]
3.
übertragen verworren, ungeordnet
Beispiele:
eine krause Handschrift
krause Schriftzüge
krause Gedanken
krause Reden führen
umgangssprachlich krauses Zeug, krausen Unsinn reden
umgangssprachlich krause Ideen ausbrüten
dort herrschte ein krauses Durcheinander
das war ein krauses (= absonderliches) Spiel des Zufalls
sein Denken war kraus
sprichwörtlich krauses Haar, krauser Sinn
sein ausgebreitetes, uns allerdings ziemlich kraus anmutendes Wissen [Wirk. Wort1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kraus · Krause · krausen · kräuseln · Kraushaar
kraus Adj. ‘geringelt, gelockt, faltig, ungeordnet’, mhd. krūs ‘gelockt’, mnd. krūs ‘gelockt, wirr, verschlungen’, mnl. croes, nl. kroes lassen sich wie auch (aus germ. *kruzla) ahd. krul (Hs. 14. Jh.), mhd. krol ‘lockig’, krol, krul m., krolle, krülle f. ‘Locke’, mnl. crulle, crolle, nl. krul ‘Locke’ auf die s-Erweiterung ie. *greus-, *grūs- (wozu auch ↗Gekröse, s. d.) der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ zurückführen; dazu s. auch ↗krauen, ↗kriechen, ↗Kringel, ↗Krüppel, ↗Krume, ↗krumm. Krause f. ‘Lockigkeit, Ringelung des Haares’ (16. Jh.), ‘gefältelter Stoffstreifen am (Hals)ausschnitt der Kleidung’ (17. Jh.), älter Kraus n. (Ende 16. Jh.). krausen Vb. ‘(sich) in Locken ringeln, in Falten legen’ (15. Jh.). kräuseln Vb. ‘kraus machen, in Falten legen’ (16. Jh.). Kraushaar n. ‘sehr lockiges Haar’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kraus · ↗struppig (Haar)
Synonymgruppe
gekräuselt · ↗gelockt · gewellt · kraus · ↗lockig · onduliert · ↗wellig
Synonymgruppe
abwegig · kraus · nicht stimmig · ↗ungereimt · ↗unsinnig · ↗unverständlich · ↗verrückt · ↗versponnen · ↗verworren · ↗widersinnig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Dauerwelle Durcheinander Einfall Fell Formulierung Gedanke Gedankengang Glucke Haar Handlung Idee Ideologie Locke Logik Mischung Nase Petersilie Phantasie Stirn Theorie Vollbart Zeug allerlei blond dunkel glatt graus krumm lockig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kraus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deswegen waren seine Filme auf eine krause Art sehr ehrliche Ware.
Der Tagesspiegel, 01.09.2002
Aber es würde zu weit führen, über diese krausen Dinge in diesem Saal mehr zu sagen.
o. A.: Einhundertfünfzehnter Tag. Freitag, 26. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 28718
Man muß darauf verzichten, in einer knappen Anzeige Kraus zu charakterisieren.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1909]
Wie schlecht das ist, Kraus immer äffen und ärgern zu wollen.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 80
Er nahm sie still in seine Arme und fuhr ihr mit der Hand sanft liebkosend über das krause blonde Haar.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15427
Zitationshilfe
„kraus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kraus>, abgerufen am 18.07.2019.

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