krankhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkrank-haft (computergeneriert)
Wortzerlegungkrank-haft
Wortbildung mit ›krankhaft‹ als Erstglied: ↗Krankhaftigkeit
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
von einer Krankheit herrührend
Beispiele:
ein krankhafter Zustand
eine krankhafte Veränderung eines Organs, an einem Organ
2.
übertragen einer Krankheit ähnlich, ins Abnorme gesteigert
Beispiele:
krankhafter Ehrgeiz, krankhafte Eifersucht
ein krankhafter Trieb, Exzess
krankhaft aufgeregt, gereizt sein
etw. krankhaft übertreiben
etw. ins Krankhafte steigern
das grenzt ans Krankhafte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krank · Kranker · kranken · erkranken · kränkeln · krankhaft · Krankheit · kränklich · kränken · Kränkung
krank Adj. ‘nicht gesund, leidend’, ahd. kranc ‘schwach’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kranc ‘schwach, kraftlos, klein, schmal, gering, schlecht’, spätmhd. ‘leidend, nicht gesund’ (und daraufhin älteres ↗siech, s. d., verdrängend), mnd. krank, mnl. cranc, nl. krank gehen wie ahd. krankolōn ‘straucheln’ (9. Jh.), aengl. cranc in crancstæf ‘gekrümmtes, beim Weben gebrauchtes Instrument’, engl. crank ‘Kurbel’, ablautend aengl. crincan ‘im Kampfe fallen’ (eigentlich ‘sich hoch- oder aufbiegen, krümmen’) und vielleicht auch lit. grę̃žti ‘wenden, drehen, bohren’ zurück auf eine nasalierte Gutturalerweiterung ie. *greng- bzw. *greng̑- der verbreiteten, vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm). Für krank ist voneiner Bedeutung ‘durch Schwäche krumm, gekrümmt, gebogen’ auszugehen. Kranker m. ‘wer krank ist’ (15. Jh.). kranken Vb. ‘an etw. erkrankt sein’, mhd. kranken ‘schwach werden, krank sein’; erkranken Vb. ‘krank werden’ (16. Jh.); kränkeln Vb. ‘ständig, immer wieder ein wenig krank sein’ (17. Jh.). krankhaft Adj. ‘von einer Krankheit herrührend’ (17. Jh.), übertragen ‘wie eine Krankheit sich äußernd’ (19. Jh.). Krankheit f. ‘das Kranksein, körperliche bzw. seelische Störung, Leiden’, mhd. krancheit ‘Schwäche, Dürftigkeit, Not’. kränklich Adj. ‘ein wenig leidend, krankheitsanfällig’, mhd. kranclich, krenclich ‘schwächlich, armselig, schlecht’. kränken Vb. ‘jmdn. in seinem Selbstgefühl verletzen’, mhd. krenken ‘schwächen, erniedrigen, schädigen, zunichte machen’; Kränkung f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
krankhaft · ↗kränklich · ↗pathologisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angststörung Ausbuchtung Befund Ehrgeiz Eifersucht Entartung Erbanlage Essstörung Fettleibigkeit Fettsucht Geiz Geltungssucht Gipfelung Lügner Muskelschwund Persönlichkeitsstörung Prion Schwitzen Schüchternheit Spielsucht Störung Sucht Veranlagung Verdickung Wucherung eifersüchtig vergrößert verändert Übergewicht übersteigert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krankhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sehen in ihrer Methode eine Chance, die krankhaften veränderten Eiweiße auch am lebenden Objekt sicher zu entdecken.
Die Welt, 18.06.2001
Doch die Trennung traf den krankhaft eifersüchtigen Mann mehr alles zuvor.
Bild, 04.09.2000
Für sie wäre Joggen allzu übertrieben, wenn nicht sogar krankhaft.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 88
Die Helden der vorromantischen Romane verraten eine zuweilen fast krankhafte Abneigung, sich mit dem zeitgenössischen Leben einzulassen.
Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 434
Darum erscheint ein mangelhaft gefaßter, aber tief bedeutsamer Inhalt oft auch krankhaft.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 197
Zitationshilfe
„krankhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/krankhaft>, abgerufen am 21.07.2019.

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