kranken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkran-ken (computergeneriert)
Grundformkrank
Wortbildung mit ›kranken‹ als Letztglied: ↗verkranken
eWDG, 1969

Bedeutung

an etw. krankenan etw. leiden, erkrankt sein
Beispiel:
er krankt schon Jahre an einem Magenleiden
übertragen
Beispiele:
an einem Mangel, Übel, an Missständen, Fehlern, Vorurteilen kranken
etw. krankt daran, dass ...
Am alten Potsdamer Geist krankte Deutschland seit hunderten Jahren [BredelEnkel636]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krank · Kranker · kranken · erkranken · kränkeln · krankhaft · Krankheit · kränklich · kränken · Kränkung
krank Adj. ‘nicht gesund, leidend’, ahd. kranc ‘schwach’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kranc ‘schwach, kraftlos, klein, schmal, gering, schlecht’, spätmhd. ‘leidend, nicht gesund’ (und daraufhin älteres ↗siech, s. d., verdrängend), mnd. krank, mnl. cranc, nl. krank gehen wie ahd. krankolōn ‘straucheln’ (9. Jh.), aengl. cranc in crancstæf ‘gekrümmtes, beim Weben gebrauchtes Instrument’, engl. crank ‘Kurbel’, ablautend aengl. crincan ‘im Kampfe fallen’ (eigentlich ‘sich hoch- oder aufbiegen, krümmen’) und vielleicht auch lit. grę̃žti ‘wenden, drehen, bohren’ zurück auf eine nasalierte Gutturalerweiterung ie. *greng- bzw. *greng̑- der verbreiteten, vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm). Für krank ist voneiner Bedeutung ‘durch Schwäche krumm, gekrümmt, gebogen’ auszugehen. Kranker m. ‘wer krank ist’ (15. Jh.). kranken Vb. ‘an etw. erkrankt sein’, mhd. kranken ‘schwach werden, krank sein’; erkranken Vb. ‘krank werden’ (16. Jh.); kränkeln Vb. ‘ständig, immer wieder ein wenig krank sein’ (17. Jh.). krankhaft Adj. ‘von einer Krankheit herrührend’ (17. Jh.), übertragen ‘wie eine Krankheit sich äußernd’ (19. Jh.). Krankheit f. ‘das Kranksein, körperliche bzw. seelische Störung, Leiden’, mhd. krancheit ‘Schwäche, Dürftigkeit, Not’. kränklich Adj. ‘ein wenig leidend, krankheitsanfällig’, mhd. kranclich, krenclich ‘schwächlich, armselig, schlecht’. kränken Vb. ‘jmdn. in seinem Selbstgefühl verletzen’, mhd. krenken ‘schwächen, erniedrigen, schädigen, zunichte machen’; Kränkung f. (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argumentation Beliebigkeit Bildungssystem Eck Ehrgeiz Geburtsfehler Geldmangel Gesundheitsreform Gesundheitssystem Gesundheitswesen Leichtathletik Mangel Mißverhältnis Mißverständnis Schulsystem Symptom System Unentschlossenheit Volkswirtschaft Widerspruch daran einerseits freilich generell hierzulande kranken leider vielmehr Übel Übermaß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kranken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer der wunderbarsten neueren Filme etwa krankt daran, dass sein deutscher Verleih ihn Raus aus Amal genannt hat.
Der Tagesspiegel, 19.01.2000
Das rot-grüne Unternehmen krankt an einem Fehler der ersten Stunde.
Die Welt, 02.07.1999
Am meisten krankt die heilpädagogische Literatur an wissenschaftlich haltbaren Methoden.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 21
Beide kranken an den Folgen des zwar nicht totalen, aber weitgehenden Siegs ihrer Programme.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 131
Denn seit einem halben Jahr krankte er an der Unfähigkeit, einen Entschluß zu fassen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 187
Zitationshilfe
„kranken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kranken>, abgerufen am 20.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
kränkeln
Kränkelei
Kranke
Krankabel
krank machen
Krankenakte
Krankenanstalt
Krankenattest
Krankenausweis
Krankenauto