krachen

GrammatikVerb · krachte, hat/ist gekracht
Aussprache
Worttrennungkra-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›krachen‹ als Erstglied: ↗Kracher · ↗Krachlederne · ↗Krachmandel · ↗krachengehen
 ·  mit ›krachen‹ als Letztglied: ↗aufkrachen · ↗einkrachen · ↗herunterkrachen · ↗herüberkrachen · ↗hinunterkrachen · ↗niederkrachen · ↗verkrachen · ↗wegkrachen · ↗zusammenkrachen · ↗übereinanderkrachen
 ·  mit ›krachen‹ als Grundform: ↗Gekrach · ↗Gekrache · ↗zerkrachen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. krachtetw. verursacht lauten, polternden, donnernden Lärm von kurzer Dauer
Beispiele:
der Donner kracht
Schüsse, Explosionen, Salven krachten
das Eis hat im Frost gekracht
es herrschte krachender Frost
eine Granate schlug krachend ein
ein lautes, fürchterliches, ohrenbetäubendes Krachen war zu hören
etw. knackt laut
Beispiele:
der Stuhl krachte unter seinem Gewicht
die Dielen knarren und krachen unter den Stiefeln
die Treppe kracht bei jedem Tritt
das alte Bett hat in allen Fugen gekracht
die Nähte der zu engen Jacke krachen
das Hemd kracht in allen Nähten
er reckte sich, dass die Gelenke krachten
salopp gestern hat es auf unserer Straße wieder mal gekracht (= hat es einen Zusammenstoß von Fahrzeugen gegeben)
der Unterstand kracht in allen Fugen unter einem Treffer [RemarqueIm Westen113]
umgangssprachlich, bildlich etw. ist von inneren Widersprüchen zerrissen
Beispiele:
das Reich, Wirtschaftssystem krachte in allen Fugen
Anzeichen, daß es auch hier im Gebäude der öffentlichen Sicherheit zu krachen beginnt [DürrenmattRichter17]
salopp dass es krachtdrückt ein großes Ausmaß aus
Beispiele:
er arbeitet, schuftet, dass es (nur so) kracht, dass die Schwarte kracht
sie wurden verprügelt, dass die Schwarte krachte
übertragen es kommt zum Krachenes kommt zum Äußersten
Beispiele:
wenn es zum Krachen kommt, wirst du mir dann beistehen?
die erste Septemberwoche 1939, in der es dann doch zum Krachen (= zum Kriegsausbruch) kam [Weiskopf4,292]
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
krachend aufprallen
Beispiele:
die Tür kracht ins Schloss
salopp der Wagen krachte gegen einen Baum
salopp er stolperte und krachte gegen den Schrank
salopp der schwere Kronleuchter krachte zu Boden
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp jmdm. eine krachenjmdm. eine Ohrfeige versetzen
Beispiele:
wenn du das noch mal machst, krach ich dir eine!
du kriegst gleich eine von mir gekracht!
Vater hat ihm eine gekracht
es kracht
es gibt Ohrfeigen, Prügel
Beispiele:
halt den Mund, oder es kracht gleich!
geh endlich, sonst kracht's!
als er seine Frechheit wiederholte, hat es bei ihm gekracht
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich sich krachensich streiten, sich zanken
Beispiele:
nebenan krachen sich die Leute schon wieder
hast du dich mit ihm gekracht?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krachen · Krach · Kracher · Kracke
krachen Vb. ‘laut und polternd schallen, tönen, lärmen’, ahd. krahhen (um 800), krahhōn (10. Jh.), mhd. krachen, mnd. krāken, kracken, krachen, mnl. crāken, nl. kraken, aengl. cracian, engl. to crack. Vergleichbar sind aind. gárjati ‘brüllt, brummt, tobt, tost’, aruss. grochotati ‘laut lachen’, russ. grochotát’ (грохотать) ‘lärmen’, ferner ↗krächzen, ↗krähen, ↗Kranich (s. d.), die unterschiedlichen Erweiterungen der Schallwurzel ie. *ger- bzw. *grā- ‘heiser schreien’ folgen. Krach m. ‘Lärm, Getöse, polternder Schlag’, ahd. krah, krac (10. Jh.), mhd. krach, Rückbildung aus dem Verb. Auch ‘Zusammenbruch eines Unternehmens, Bankrott’ (Mitte 19. Jh.), als Wiedergabe von engl. crash. Kracher m. ‘alter, gebrechlicher Mann’ bei dem man die Knochen krachen hört (17. Jh.; s. auch ↗Knacker), ‘Knall’ (19. Jh.), ‘Feuerwerkskörper’ (20. Jh.). Entsprechend nd. md. Kracke f. ‘altes, elendes Pferd’ (17. Jh.), zu mnd. krāken, nd. kraken (s. oben). Verallgemeinert als Schimpfwort ‘ungezogenes Kind’.

Thesaurus

Synonymgruppe
knallen · krachen  ●  ↗rumsen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
(einen) Unfall geben (es) · ↗knallen (es) (Autounfall o.ä.) · ↗scheppern (es)  ●  krachen (es)  ugs. · rumms machen (es)  ugs. · rums machen (es)  ugs. · ↗rumsen (es)  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
donnern · krachen · ↗poltern · ↗rumpeln · ↗rumsen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baum Böller Fuge Gebälk Heck Laster Leitplanke Lkw Mittelleitplanke Reifenstapel Schuß Schwarte Wagen Wucht abkommen aufeinander blitzen donnern frontal gewaltig herunterkrachen ineinander knallen knirschen scheppern schleudern ungebremst zischen zusammenkrachen überschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor zwei Jahren krachte es noch 20 Mal (acht Verletzte) dort.
Bild, 03.12.2001
Es muss schon ganz besonders krachen, damit sie sich die Ereignisse telefonisch schildern zu lassen.
Der Tagesspiegel, 05.08.2001
Mit einem hastigen Zug goß er den Wein hinunter und hieb das Glas krachend auf den Tisch.
Mayer, Anton: Der Spielmann Gottes, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1932, S. 55
Wieder hörte ich es in der Nacht über mir krachen und an die Bäume schlagen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 163
Hoffentlich kracht nicht alles durch gewisse peinliche Fragen zusammen, dachte er.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 108
Zitationshilfe
„krachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/krachen>, abgerufen am 23.09.2019.

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