kränken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkrän-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kränken‹ als Grundform: ↗gekränkt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
jmdn. in seinen Gefühlen, seinem Selbstgefühl verletzen
Beispiele:
jmdn. mit Worten, einer Handlung kränken
durch diesen Betrug hat er mich tief gekränkt
das hat mich gekränkt
es hat mich schwer gekränkt, wie er das sagte
jmdn. in seiner Ehre kränken
jmds. Ehre, Eitelkeit kränken
eine kränkende Äußerung, Antwort
oft im Part. Prät.
Beispiele:
gekränkt sein
sich gekränkt zeigen, fühlen
er wandte sich gekränkt von ihm ab
gekränkte Eitelkeit
gekränkter Stolz
ein gekränktes Gesicht machen
salopp, scherzhaft die gekränkte Leberwurst sein, spielen (= sich ohne zureichenden Grund gekränkt fühlen)
2.
sich über etw., jmdn. kränkensich grämen, Kummer empfinden
Beispiele:
du solltest dich über seine Bosheit, über ihn nicht kränken
erzählte die ... Geschichte zweimal hintereinander und kränkte sich beim zweiten Male noch bitterer als beim ersten [Th. MannKönigl. Hoheit7,304]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krank · Kranker · kranken · erkranken · kränkeln · krankhaft · Krankheit · kränklich · kränken · Kränkung
krank Adj. ‘nicht gesund, leidend’, ahd. kranc ‘schwach’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kranc ‘schwach, kraftlos, klein, schmal, gering, schlecht’, spätmhd. ‘leidend, nicht gesund’ (und daraufhin älteres ↗siech, s. d., verdrängend), mnd. krank, mnl. cranc, nl. krank gehen wie ahd. krankolōn ‘straucheln’ (9. Jh.), aengl. cranc in crancstæf ‘gekrümmtes, beim Weben gebrauchtes Instrument’, engl. crank ‘Kurbel’, ablautend aengl. crincan ‘im Kampfe fallen’ (eigentlich ‘sich hoch- oder aufbiegen, krümmen’) und vielleicht auch lit. grę̃žti ‘wenden, drehen, bohren’ zurück auf eine nasalierte Gutturalerweiterung ie. *greng- bzw. *greng̑- der verbreiteten, vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm). Für krank ist voneiner Bedeutung ‘durch Schwäche krumm, gekrümmt, gebogen’ auszugehen. Kranker m. ‘wer krank ist’ (15. Jh.). kranken Vb. ‘an etw. erkrankt sein’, mhd. kranken ‘schwach werden, krank sein’; erkranken Vb. ‘krank werden’ (16. Jh.); kränkeln Vb. ‘ständig, immer wieder ein wenig krank sein’ (17. Jh.). krankhaft Adj. ‘von einer Krankheit herrührend’ (17. Jh.), übertragen ‘wie eine Krankheit sich äußernd’ (19. Jh.). Krankheit f. ‘das Kranksein, körperliche bzw. seelische Störung, Leiden’, mhd. krancheit ‘Schwäche, Dürftigkeit, Not’. kränklich Adj. ‘ein wenig leidend, krankheitsanfällig’, mhd. kranclich, krenclich ‘schwächlich, armselig, schlecht’. kränken Vb. ‘jmdn. in seinem Selbstgefühl verletzen’, mhd. krenken ‘schwächen, erniedrigen, schädigen, zunichte machen’; Kränkung f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(emotional) verletzen · (jemandem) weh tun · ↗(jemandem) wehtun · ↗(jemanden) treffen  ●  ins Herz treffen  fig. · ins Mark treffen  fig. · kränken  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbringen · ↗entrüsten · ↗erbittern · ↗erbosen · ↗erzürnen · kränken · schmerzlich berühren · ↗verärgern  ●  ↗verdrießen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Bemerkung Ehre Eitelkeit Koch Mitbürger Mißtrauen Nationalstolz Onkel Stolz beleidigen beunruhigen bitter demütigen empören enttäuschen erschrecken ihr keinesfalls kränken quälen schmerzen schädigen tief unnötig verletzen verunsichern verärgern zutiefst ärgern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kränken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute kränkt es ihn nicht, es schmeichelt ihm, wenn ihm eine besondere Nähe zur Wirtschaft nachgesagt wird.
Der Tagesspiegel, 27.09.1998
Die italienischen Spieler gaben sich gekränkt, weil sie von französischen Fans ausgepfiffen wurden.
Süddeutsche Zeitung, 03.07.1998
Hat sie die Mutter nur angerufen, um sie zu kränken?
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 342
Kränke sie nie durch ein rücksichtsloses Wort, sondern bemühe dich stets, ihr Freude zu machen.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 64
Ich fühlte mich dadurch sehr gekränkt, zumal ich pekuniär sehr geschädigt wurde.
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22387
Zitationshilfe
„kränken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kränken>, abgerufen am 22.10.2019.

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