kosten

GrammatikVerb · kostete, hat gekostet
Aussprache
Worttrennungkos-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kosten‹ als Erstglied: ↗Kostehappen · ↗Kosthappen · ↗Kostprobe
 ·  mit ›kosten‹ als Letztglied: ↗auskosten · ↗durchkosten · ↗nachkosten · ↗verkosten · ↗vorauskosten · ↗vorkosten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
den Geschmack einer Speise, eines Getränkes prüfen, etw. probieren, versuchen
Beispiele:
den Teig, von der Wurst kosten
willst du kosten?
er kostete den Wein
hast du (davon) schon gekostet?
koste doch einmal, ob das Getränk warm genug ist!
sie gab ihm ein Stückchen zum Kosten
bildlich jmdn. etw. kosten lassen, jmdm. etw. zu kosten gebenjmdn. etw. fühlen lassen
Beispiele:
Großvater läßt ihn [den Fuchs] verbittert die Peitsche kosten [StrittmatterTinko367]
Sie gaben der armen, unschuldigen und geduldigen Klothilde ... einen Spott zu kosten, der durchaus nicht so harmlos war [Th. MannBuddenbrooks1,280]
2.
gehoben, übertragen etw. kennenlernen, erleben
Beispiele:
das Glück, alle Freuden des Lebens (bis zur Neige) kosten
er wird noch manches zu kosten bekommen
Einst hatte er die Todesangst gekostet [HesseNarziß5,227]
Das Mädchen kam ihm süßer vor als alles, was er je im Leben gekostet hatte [FusseneggerAntlitz73]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosten1 · Kosten · Unkosten · kostbar · kostspielig · köstlich
kosten1 Vb. ‘einen Kaufwert, Preis haben, wert sein’. Etwa um 1200 wird am Mittelrhein mhd. kosten ‘aufwenden, ausgeben, zu stehen kommen’ aus gleichbed. afrz. coster, couster (frz. coûter) entlehnt. Dieses beruht auf vlat. *cōstāre, hervorgegangen aus lat. cōnstāre, das bereits in der römischen Geschäftssprache aus ‘feststehen’ (wohl, im Hinblick auf die Waage, über ‘zum Stillstand kommen’) die Bedeutung ‘zu stehen kommen, einen Preis haben’ entwickelt. Kosten Plur. ‘Aufwand, Ausgaben’, ahd. kosta ‘kostbares Gewicht, Wert’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kost m., koste f. ‘Wert, Preis, Geldmittel, Aufwand, Ausgaben’ geht zurück auf gleichbed. mlat. costus, costa, Substantivbildungen zu vlat. *cōstāre (s. oben). Die Singularformen der Kost, die Kost(e) und (schwach flektierend) der Kosten werden in der angegebenen Bedeutung von dem seit dem 18. Jh. allein geltenden Plural die Kosten verdrängt (s. aber ↗Kost). Entsprechend gleichbed. Unkosten Plur. vgl. mnd. unkost, frühnhd. unkostung. kostbar Adj. ‘wertvoll, prächtig’, auch ‘teuer’, mhd. kostebære. kostspielig Adj. ‘mit großen Kosten verbunden’ (18. Jh.); zu Spiel in der Bedeutung ‘Menge’, vgl. Kostenspiel ‘eine Menge Kosten’ (westmd.). Oder ist das zweite Kompositionsglied umgebildet aus mhd. spildec ‘verschwenderisch’? köstlich Adj. ‘fein, edel, wertvoll, erlesen’, mhd. kostelich, kosteclich ‘aufwendig, teuer, prächtig’.

kosten2 Vb. ‘den Geschmack prüfen, probieren’, ahd. kostōn ‘erproben, versuchen’ (8. Jh.), mhd. kosten ‘prüfen, erkennen, wahrnehmen, schmecken’, asächs. koston ‘versuchen’, aengl. costian ‘versuchen, plagen’, anord. kosta ‘erproben, sich anstrengen, anwenden’ entsprechen in ihrer Bildung genau lat. gustāre ‘kosten, genießen, schmecken, einen Imbiß nehmen’. Die Verben sind Ableitungen zu der auch in ↗kiesen und ↗Kür (s. d.) erhaltenen Verbalwurzel ie. *g̑eus- ‘kosten, genießen, schmecken’ mit dem auch in mehreren Nominalbildungen auftretenden dentalen Element t, vgl. lat. gustus ‘das Kosten’ (s. ↗goutieren), got. kustus ‘Prüfung’. Die alte Bedeutung des Schmeckens wird im Germ. zugunsten der des Prüfens, Wählens, Erkennens aufgegeben; sie tritt jedoch in mhd. (md.) kosten wieder zutage, wird von Luther aufgenommen und danach vorherrschend.

Thesaurus

Synonymgruppe
abschmecken · kosten · ↗probieren · ↗schmecken · ↗testen · ↗verkosten · ↗versuchen  ●  ↗degustieren  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · ↗machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Assoziationen
  • Kosten · ↗Preis
  • (sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ↗ausmachen · ↗betragen · ↗ergeben
  • (be)zahlen müssen · zu zahlen haben  ●  berappen müssen  ugs. · der Spaß kostet (jemanden) (...) Euro  ugs., salopp · mit (...) Euro dabei sein  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

DM Dollar Eintritt Euro Feinunze Flug Geld Gemeinschaftswährung Karte Katalog Leben Liter Mark Milliarde Million Person Pfennig Steuerzahler Ticket auskosten etwa extra je jährlich mehr rund umgerechnet viel weniger Übernachtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kosten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das von 2014 an geplante neue Personal werde die Bahn rund 50 Millionen Euro jährlich kosten.
Die Zeit, 05.11.2013 (online)
Aber es kostet viel Geld, im Schnitt 50000 Mark pro Einsatz.
Der Spiegel, 20.06.1988
Es kostet nur scheinbar kein Geld, aber es kostet doch Geld.
konkret, 1984
Er verdient 475 Mark brutto im Monat, 160 kostet das Zimmer.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 117
Aber ich müsste unterschreiben, dass ich selber das Risiko übernähme, und die Operation würde dann nichts kosten.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 236
Zitationshilfe
„kosten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kosten#1>, abgerufen am 22.05.2019.

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kosten

GrammatikVerb · kostete, hat gekostet
Aussprache
Worttrennungkos-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kosten‹ als Erstglied: ↗kostbar · ↗kostspielig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. kostet drei Euro (= für etw. muss man drei Euro bezahlen, der Preis von etw. ist drei Euro)
Beispiele:
das Stück, ein Kilo kostet zehn Euro
das kostet nichts
was, wie viel hat der Meter gekostet? (= wie teuer war er?)
was soll es denn kosten?
scherzhaft was kostet die Welt? (= mich kann nichts zurückhalten)
etw. kostet jmdn. etw.
Beispiele:
das hat mich eine Menge Geld, viel Geld, wenig gekostet
der ganze Aufwand hat mich gar nichts gekostet
Ich werde Sie allerlei kosten, haben Sie Geld? [AndresLiebesschaukel188]
etw. kostet jmdm. etw.
Beispiele:
Es kostet ihm eine Menge Geld [MusilTörleß53]
Krespels Freigebigkeit, die ihm freilich nichts kostete, erhielt aber alle bei guter Laune [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,41]
Vielleicht wird es dem Staat noch ein paar Fensterscheiben kosten [Th. MannBuddenbrooks1,182]
bildlich koste es, was es wolle (= unbedingt)
Beispiel:
koste es, was es wolle, wir müssen zu einem Abschluss kommen (= wir müssen unbedingt zu einem Abschluss kommen)
umgangssprachlich sich [Dativ] etw. etwas kosten lassen (= für etw. viel ausgeben)
Beispiel:
Man läßt sich's was kosten [G. Hauptm.PippaI]
2.
etw. kostet jmdn. etw. (= etw. verursacht jmdm. etw.)
Beispiele:
das hat mich viel Mühe gekostet
es kostet dich nur ein Wort, und ich darf dableiben
das kostet noch viel Arbeit, große Anstrengung, Überwindung, manches Opfer, eine schlaflose Nacht, einen harten Kampf, Schwierigkeiten
Weiß Gott, was es sie gekostet haben mag, zu kommen und ... um etwas zu bitten [RinserMitte229]
etw. kostet jmdm. etw.
3.
etw. kostet jmdn. etw. (= jmd. verliert etw.)
Beispiele:
das kostet sie viel Zeit
eine solche Arbeit kostet Nerven, die letzte Kraft
umgangssprachlich es wird nicht gleich den Kopf kosten (= wird nicht gleich so gefährlich werden)
umgangssprachlich dieser Leichtsinn hat ihn fast den Kopf gekostet
es hat mich meine Frau gekostet [KleistKohlhaas3,184]
Das kann mich die Stelle kosten [TollerFeuer9]
etw. kostet jmdm. etw.
Beispiele:
sie kostet dem Kollektiv nur Zeit [Natur u. Heimat1959]
Es kann dir das Leben kosten [HesseNarziß5,248]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosten1 · Kosten · Unkosten · kostbar · kostspielig · köstlich
kosten1 Vb. ‘einen Kaufwert, Preis haben, wert sein’. Etwa um 1200 wird am Mittelrhein mhd. kosten ‘aufwenden, ausgeben, zu stehen kommen’ aus gleichbed. afrz. coster, couster (frz. coûter) entlehnt. Dieses beruht auf vlat. *cōstāre, hervorgegangen aus lat. cōnstāre, das bereits in der römischen Geschäftssprache aus ‘feststehen’ (wohl, im Hinblick auf die Waage, über ‘zum Stillstand kommen’) die Bedeutung ‘zu stehen kommen, einen Preis haben’ entwickelt. Kosten Plur. ‘Aufwand, Ausgaben’, ahd. kosta ‘kostbares Gewicht, Wert’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kost m., koste f. ‘Wert, Preis, Geldmittel, Aufwand, Ausgaben’ geht zurück auf gleichbed. mlat. costus, costa, Substantivbildungen zu vlat. *cōstāre (s. oben). Die Singularformen der Kost, die Kost(e) und (schwach flektierend) der Kosten werden in der angegebenen Bedeutung von dem seit dem 18. Jh. allein geltenden Plural die Kosten verdrängt (s. aber ↗Kost). Entsprechend gleichbed. Unkosten Plur. vgl. mnd. unkost, frühnhd. unkostung. kostbar Adj. ‘wertvoll, prächtig’, auch ‘teuer’, mhd. kostebære. kostspielig Adj. ‘mit großen Kosten verbunden’ (18. Jh.); zu Spiel in der Bedeutung ‘Menge’, vgl. Kostenspiel ‘eine Menge Kosten’ (westmd.). Oder ist das zweite Kompositionsglied umgebildet aus mhd. spildec ‘verschwenderisch’? köstlich Adj. ‘fein, edel, wertvoll, erlesen’, mhd. kostelich, kosteclich ‘aufwendig, teuer, prächtig’.

kosten2 Vb. ‘den Geschmack prüfen, probieren’, ahd. kostōn ‘erproben, versuchen’ (8. Jh.), mhd. kosten ‘prüfen, erkennen, wahrnehmen, schmecken’, asächs. koston ‘versuchen’, aengl. costian ‘versuchen, plagen’, anord. kosta ‘erproben, sich anstrengen, anwenden’ entsprechen in ihrer Bildung genau lat. gustāre ‘kosten, genießen, schmecken, einen Imbiß nehmen’. Die Verben sind Ableitungen zu der auch in ↗kiesen und ↗Kür (s. d.) erhaltenen Verbalwurzel ie. *g̑eus- ‘kosten, genießen, schmecken’ mit dem auch in mehreren Nominalbildungen auftretenden dentalen Element t, vgl. lat. gustus ‘das Kosten’ (s. ↗goutieren), got. kustus ‘Prüfung’. Die alte Bedeutung des Schmeckens wird im Germ. zugunsten der des Prüfens, Wählens, Erkennens aufgegeben; sie tritt jedoch in mhd. (md.) kosten wieder zutage, wird von Luther aufgenommen und danach vorherrschend.

Thesaurus

Synonymgruppe
abschmecken · kosten · ↗probieren · ↗schmecken · ↗testen · ↗verkosten · ↗versuchen  ●  ↗degustieren  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · ↗machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Assoziationen
  • Kosten · ↗Preis
  • (sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ↗ausmachen · ↗betragen · ↗ergeben
  • (be)zahlen müssen · zu zahlen haben  ●  berappen müssen  ugs. · der Spaß kostet (jemanden) (...) Euro  ugs., salopp · mit (...) Euro dabei sein  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

DM Dollar Eintritt Euro Feinunze Flug Geld Gemeinschaftswährung Karte Katalog Leben Liter Mark Milliarde Million Person Pfennig Steuerzahler Ticket auskosten etwa extra je jährlich mehr rund umgerechnet viel weniger Übernachtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kosten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das von 2014 an geplante neue Personal werde die Bahn rund 50 Millionen Euro jährlich kosten.
Die Zeit, 05.11.2013 (online)
Aber es kostet viel Geld, im Schnitt 50000 Mark pro Einsatz.
Der Spiegel, 20.06.1988
Es kostet nur scheinbar kein Geld, aber es kostet doch Geld.
konkret, 1984
Er verdient 475 Mark brutto im Monat, 160 kostet das Zimmer.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 117
Aber ich müsste unterschreiben, dass ich selber das Risiko übernähme, und die Operation würde dann nichts kosten.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 236
Zitationshilfe
„kosten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kosten#2>, abgerufen am 22.05.2019.

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