kontemplativ

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkon-tem-pla-tiv · kon-temp-la-tiv (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungKontemplation-iv
eWDG, 1969

Bedeutung

auf Kontemplation gerichtet, besinnlich, beschaulich
Beispiele:
Religion ein kontemplativer Orden (= ein Orden, dessen Mitglieder vorwiegend durch religiöse Übungen nach Heiligung streben)
[diese Definitionen des Begriffes Heimat] belassen den Menschen in einer rein kontemplativen Stellung gegenüber seiner Heimat und klammern das aktive Eingreifen des Menschen […] völlig aus [Urania1962]
[meine] Neigung zu einer ruhig ansteigenden und kontemplativen Existenz [St. ZweigAmok220]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kontemplation · kontemplativ
Kontemplation f. ‘Betrachtung, Beschaulichkeit (ohne praktisches Handeln)’, spätmhd. contemplācie, contemplacion, entlehnt aus lat. contemplātio (Genitiv contemplātiōnis) ‘Anschauung, Betrachtung’, Abstraktum zu lat. contemplārī ‘beschauen, betrachten’, einer Bildung zu lat. templum in dessen ursprünglicher Bedeutung ‘abgegrenzter Bezirk, Beobachtungsfeld für die Vogelschau’ (s. ↗Tempel). Verbum und Abstraktum müssen also einmal Fachwörter der Auguralsprache gewesen sein. Auf geistiges Schauen bezogen, wird das Substantiv zu einem Begriff in Religion und Mystik und bezeichnet die ‘Versenkung in die Werke Gottes und in die Gottheit selbst’. kontemplativ Adj. ‘betrachtend, beschaulich, untätig’ (18. Jh.), lat. contemplātīvus.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschaulich · ↗besinnlich · kontemplativ · versunken
Assoziationen
Religion
Synonymgruppe
besinnlich · kontemplativ · ↗meditativ

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Betrachtung Charakter Distanz Einkehr Ensemble Gebet Gelassenheit Genuß Haltung Intensität Klang Kloster Moment Mystik Mystiker Natur Orden Ruhe Stille Stimmung Versenkung aktiv asketisch eher geradezu meditativ rein ruhig Übung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kontemplativ‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich auch glaube, mich nicht zu schonen, führe ich im Vergleich zu anderen ein beinah kontemplatives Leben.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 465
Vielleicht braucht es ein Talent zur kontemplativen Meditation - und bestimmt bin ich unbegabt.
Die Welt, 02.06.2001
So liegend, hoffen sie, kontemplativ zu sich selbst zu gelangen.
Die Zeit, 18.06.1965, Nr. 25
Die kontemplative Darstellung hat dem mehr als jede andere zu folgen.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 201
Ebenso bewahrt ihn die diskrete, oftmals kontemplative Haltung vor äußerlicher Brillanz.
Göthel, Folker: Radicati. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 42692
Zitationshilfe
„kontemplativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kontemplativ>, abgerufen am 25.04.2019.

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