kompromittieren

GrammatikVerb · kompromittierte, hat kompromittiert
Aussprache
Worttrennungkom-pro-mit-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdn., sich, etw. bloßstellen, in einen schlechten Ruf bringen
Beispiele:
jmdn. schwer, politisch kompromittieren
diese Geschäfte haben, sein Umgang hat ihn kompromittiert
als wollte er sich nicht kompromittieren mit einem, der sich bereits längst kompromittiert hatte [CramerKonzessionen413]
Man darf doch nicht seinen Namen kompromittieren [St. ZweigBalzac250]
ihre [der Polizei] Dossiers waren gespickt mit kompromittierenden Dokumenten [BrechtCaesar216]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kompromiß · Kompromißler · kompromittieren
Kompromiß m. n. ‘Ausgleich, Verständigung, Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse’, im 15. Jh. aus dem bereits bei den Römern als Rechtsterminus üblichen lat. comprōmissum entlehnt, dem substantivierten Part. Perf. von lat. comprōmittere ‘sich gegenseitig versprechen, eine Entscheidung dem Schiedsrichter zu überlassen’, vgl. lat. prōmittere ‘hervorgehen lassen, versprechen’, lat. mittere ‘schicken, senden’ und s. die Präfixe ↗kon- und ↗pro-. Kompromißler m. ‘wer oft und rasch bereit ist, Kompromisse zu schließen’ (20. Jh.). kompromittieren Vb. ‘bloßstellen’, zunächst als Rechtsausdruck ‘sich einem Schiedsspruch unterwerfen’ (16. Jh.) aus dem Lat., in der Bedeutung ‘jmds. Ehre in Gefahr bringen, ihn bloßstellen’ (18. Jh.) unter Relatinisierung aus frz. compromettre entlehnt, das ebenfalls auf lat. comprōmittere (s. oben) zurückgeht. Das Frz. hat aus dem rechtlichen Gebrauch die Bedeutung ‘seine Sache in das Ermessen eines anderen legen, jmdn. in eine kritische Lage bringen (indem man ihn dem Urteil eines Dritten aussetzt)’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
blamieren · ↗bloßstellen · kompromittieren · lächerlich machen · ↗vorführen · zum Gespött machen  ●  an den Pranger stellen  fig. · ↗desavouieren  geh. · mit heruntergelassener Hose dastehen lassen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (sich) fehl am Platz fühlen · (sich) fremd fühlen · (sich) nicht zugehörig fühlen · dumm dastehen · verloren herumstehen  ●  (rumhängen) wie ein Schluck Wasser in der Kurve  ugs. · blöd aus der Wäsche gucken  ugs. · blöd dastehen  ugs. · dastehen wie Pik Sieben  ugs. · dastehen wie bestellt und nicht abgeholt  ugs. · dumm aus der Wäsche gucken  ugs. · herumlaufen wie Falschgeld  ugs. · herumlaufen wie falsch Geld  ugs.
  • auf offener Straße · vor allen Leuten · vor aller Augen · vor aller Welt · vor aller Öffentlichkeit · vor versammelter Mannschaft · ↗öffentlich  ●  auf offener Bühne  fig. · ↗coram publico  lat. · in aller Öffentlichkeit  Hauptform · vor den Augen der Menge (ältere Sprache)  geh.
  • (jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verhöhnen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
  • frotzeln · ↗höhnen · ↗lästern · ↗scherzen · ↗spotten · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verhöhnen · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  ↗(sich) mokieren  geh.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • bloßstellende Abstrahlung · kompromittierende Abstrahlung · kompromittierende Emission
  • (sein) Gesicht verlieren · (sich) bis auf die Knochen blamieren · ↗(sich) blamieren · (sich) lächerlich machen · (sich) nicht (gerade) mit Ruhm bekleckern · (sich) nirgendwo mehr sehen lassen können · (sich) zum Gespött machen · Hohn und Spott über sich ergehen lassen müssen · ausgelacht werden · kein Ruhmesblatt (für jemanden) sein · zum Gespött werden  ●  (sich) zum Hampelmann machen  ugs. · (sich) zum Hanswurst machen  ugs.
  • (etwas) weitergeben · ↗(jemanden / etwas) verraten · ↗denunzieren · ↗melden  ●  ↗(etwas) petzen  ugs. · ↗anscheißen  derb · ↗anschwärzen  ugs. · ↗vernadern  ugs., österr. · ↗verpetzen  ugs. · ↗verpfeifen  ugs.
  • verletzen  ●  auf den Fuß treten  fig. · auf den Schlips treten  fig. · ↗brüskieren  geh. · ↗düpieren  geh. · vor den Kopf stoßen  ugs., fig.
  • (sich) vorgeführt fühlen  ●  (sich) angepisst fühlen  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Glaubwürdigkeit Haltung Institution Integrität Kommunist Kompromiß Methode Neutralität Religion Sicherheit Souveränität Terror Unabhängigkeit Verbindung Weise heillos lediglich selber

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kompromittieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat sich früher kompromittiert und sie kompromittiert sich immer noch.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 12
Sobald dies ein wesentliches Ziel geworden sein wird, konnte der Frieden der Welt kompromittiert sein.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]
Aber du kompromittierst uns, uns alle, wo du gehst und stehst!
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 311
Wenn ich also über die Vorgänge, die diesen Mann berühren, hinweggehe, so kann ich doch schon sagen: dienstlich ist er schwer kompromittiert.
Friedländer, Hugo: Prozeß Leckert-Lützow. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 28417
Man darf doch schließlich nicht etwas berichten, wodurch sich die Zeitung lediglich kompromittieren würde, ohne einen publizistischen Erfolg zu haben.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 139
Zitationshilfe
„kompromittieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kompromittieren>, abgerufen am 20.04.2019.

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