komponieren

GrammatikVerb · komponierte, hat komponiert
Aussprache
Worttrennungkom-po-nie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›komponieren‹ als Letztglied: ↗auskomponieren · ↗durchkomponieren · ↗einkomponieren
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Musikwerke schreiben
Beispiele:
eine Sinfonie, Sonaten, Konzerte, Opern komponieren
dieser Komponist hat vor allem für großes Orchester komponiert
Beethoven komponierte seine Meisterwerke in Wien
er begann schon in seiner Kindheit zu komponieren
2.
ein Kunstwerk nach bestimmten Formgesetzen aufbauen, gestalten
Beispiele:
ein harmonisch komponiertes Gemälde
der Roman ist meisterhaft, unübersichtlich komponiert
Farben und Linien und Flächen ausdrucksvoll zu komponieren [M. WalserEhen69]
3.
etw. aus Einzelteilen zusammensetzen, zusammenstellen
Beispiele:
einen neuen Faserstoff durch geschickte Mischung von Natur- und Kunstfasern komponieren
Gieses Trainingsprogramm ... war mühevoll komponiert [S. LenzBrot71]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

komponieren · Komponist · Komposition
komponieren Vb. ‘nach bestimmten Formgesetzen zusammenfügen, gestalten, ein Musikwerk schaffen’. Das Verb wird um 1500 aus lat. compōnere (compositum) ‘zusammenstellen, -setzen’ (vgl. lat. pōnere ‘setzen, stellen, legen’ und s. ↗kon-) entlehnt und gilt zunächst mit der im Lat. vorgeprägten Bedeutung im Bereich der Medizin und Chemie. Im 16. Jh. steht komponieren (mlat. Gebrauch folgend) auch für das Abfassen eines Musikstücks und im 18. Jh. (unter dem Einfluß von frz. composer) in der bildenden Kunst für das bestimmten Gesichtspunkten folgende Anordnen der Figuren. In der Grammatik ‘(Redeteile) zusammenfügen, (Wörter) zusammensetzen’ (seit dem 17. Jh.). Komponist m. ‘Schöpfer von Musikwerken’, gelehrte Bildung des 16. Jhs. Daneben zeitweilig (besonders 18./19. Jh.) aus dem Frz. entlehntes Compositeur. Komposition f. ‘Musikwerk’ (16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Wort- und Satzfügung’ (16. Jh.), dann besonders ‘Zusammensetzung von Wörtern’ (17. Jh.), aus lat. compositio (Genitiv compositiōnis) ‘Zusammenstellung, Abfassung eines Schriftwerks’ (mlat. auch ‘eines Musikstücks’), in der Rhetorik ‘Fügung, Anordnung der Worte, der Perioden’. Unter dem Einfluß von frz. composition auch (seit 18. Jh.) ‘Aufbau eines Kunstwerks nach bestimmten harmonischen Formgesetzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
komponieren · ↗zusammensetzen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bühnenmusik Filmmusik Hymne Kammermusik Kantate Klavier Komponist Libretto Lied Melodie Musical Musik Musikstück Nationalhymne Oper Oratorium Requiem Sinfonie Song Soundtrack Streichquartett Symphonie arrangieren auskomponieren dichten durchkomponieren eigens hineinkomponieren nachkomponieren texten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›komponieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der frei schaffende Musiker war viel zu Hause - er fing an zu komponieren.
Die Welt, 21.02.2003
Und so machte sich Iris daran, ein neues Stück für ihre Tochter zu komponieren.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 113
So karg instrumentiert die Songs sind, so immergleich sind sie komponiert.
Der Tagesspiegel, 28.09.1997
Hierdurch entdeckt, wurde ihm hart zugesetzt, doch eine Oper zu komponieren.
Schneider, Günter: Musik der Meister - Meister der Musik, Gütersloh: Bertelsmann 1977, S. 98
Immerhin, er komponierte und dirigierte fleißig und wurde von Jahr zu Jahr berühmter.
Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen, Hamburg: Dressler 1996 [1949], S. 60
Zitationshilfe
„komponieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/komponieren>, abgerufen am 18.10.2019.

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