koksen

GrammatikVerb · kokste, hat gekokst
Worttrennungkok-sen
GrundformKoks2
Wortbildung mit ›koksen‹ als Erstglied: ↗Kokser
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutung

umgangssprachlich jmd. kokst Kokain konsumieren, insbesondere indem das Kokainpulver durch die Nase aufgesogen wird
Beispiele:
Nun koksen sie wieder glänzenden Auges und ziehen sich durch Banknotenröllchen die liebevoll mit der Messerspitze zubereiteten »Linien« aus schneeigen Kristallen in die Nase. [Der Spiegel, 20.01.1992, Nr. 4]
Kleine Partys wurden gefeiert, Haschisch gereicht, einmal wurde vor der Schule gekokst. [Süddeutsche Zeitung, 10.12.2004]
Im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet werde in Berlin viel Kokain konsumiert. […] Auch »normale« Drogensüchtige würden koksen, wobei der Stoff meist nicht geschnupft oder geraucht, sondern gespritzt wird. [Die Welt, 27.04.2001]
»Hast du eine Ahnung«, sagte Erwin. »Du würdest doch nicht merken, daß einer kokst, wennʼs ihm aus der Nase staubt. […]« [Sven Regener, Herr Lehmann, Berlin: Eichborn Verlag 2001, S. 91]
Während das Koksen als die berühmteste und harmloseste Art des Kokaingenusses gelten darf, ist Schlucken die üblichste und einfachste, Injizieren die wirkungsvollste. [Die Zeit, 17.01.1969, Nr. 3]
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: gelegentlich koksen
in Koordination: koksen und kiffen, saufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kokain · Koks1 · koksen · Kokser
Kokain n. Der Name eines südamerikanischen Strauches und seiner von den Indianern als Stimulans gekauten Blätter lautet in den peruanischen und bolivianischen Indianersprachen Aimara und Ketschua (in span. Umschrift) coca, cuca, im Dt. entsprechend Coca (zufrühest in Reisebeschreibungen des ausgehenden 16. Jhs.). Davon abgeleitet (mit der zur Bildung von Substanzbezeichnungen geläufigen Nachsilbe -īn) ist Kokain (19. Jh.) für das aus den Blättern des Kokastrauches gewonnene oder synthetisch hergestellte Alkaloid, das zur örtlichen Betäubung verwendet und auch als Rauschgift gebraucht wird. Unter Süchtigen wird der Ausdruck teils vereinfachend, teils verhüllend in Lautgestalt und Genus an ↗Koks (s. d.) völlig angeglichen und zu Koks1 m. umgebildet, mit den Ableitungen koksen Vb. und Kokser m. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ruhen · ↗schlummern  ●  ↗schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Kindersprache · an der Matratze horchen  ugs. · ↗dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · ↗knacken  ugs. · koksen  ugs. · ↗pennen  ugs., salopp · ↗pofen  ugs., salopp · ↗ratzen  ugs. · ↗schnarchen  ugs.
Unterbegriffe
  • durchschlafen · gut schlafen
  • (den) Schlaf des Gerechten schlafen · (tief und) fest schlafen · schlafen in himmlischer Ruh · schlafen wie ein Baby · schlafen wie ein Bär · schlafen wie ein Murmeltier · schlafen wie ein Stein · schlafen wie ein Toter · tief schlafen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

kiffen saufen trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›koksen‹.

Zitationshilfe
„koksen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/koksen>, abgerufen am 24.10.2019.

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