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kochen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungko-chen
Wortbildung mit ›kochen‹ als Erstglied: ↗Kochanleitung · ↗Kochanweisung · ↗Kochbanane · ↗Kochbeutel · ↗Kochbirne · ↗Kochbuch · ↗Kochecke · ↗Kocherei · ↗Kochflasche · ↗Kochfleisch · ↗Kochfrau · ↗Kochgelegenheit · ↗Kochgerät · ↗Kochgeschirr · ↗Kochgut · ↗Kochherd · ↗Kochkiste · ↗Kochklops · ↗Kochkunst · ↗Kochkurs · ↗Kochkursus · ↗Kochkäse · ↗Kochlehre · ↗Kochlöffel · ↗Kochmaschine · ↗Kochnische · ↗Kochplatte · ↗Kochrezept · ↗Kochsalz · ↗Kochsalzlösung · ↗Kochschule · ↗Kochserie · ↗Kochshow · ↗Kochstelle · ↗Kochstube · ↗Kochtemperatur · ↗Kochtopf · ↗Kochvorschrift · ↗Kochwasser · ↗Kochwurst · ↗Kochwäsche · ↗Kochzeit · ↗kochecht · ↗kochendheiß · ↗kochfertig · ↗kochfest
 ·  mit ›kochen‹ als Letztglied: ↗abkochen · ↗ankochen · ↗aufkochen · ↗auskochen · ↗durchkochen · ↗einkochen · ↗herauskochen · ↗hochkochen · ↗mitkochen · ↗vorkochen · ↗zusammenkochen · ↗überkochen
 ·  mit ›kochen‹ als Grundform: ↗bekochen · ↗köcheln · ↗verkochen · ↗zerkochen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. in reichlich Flüssigkeit auf Siedetemperatur erhitzen und dadurch
a)
eine rohe, unfertige Speise gar werden lassen
Beispiele:
Gemüse, Eier kochen
Kartoffeln in der Schale kochen
das Fleisch auf kleiner Flamme weich kochen
den Reis körnig kochen
gekochtes Obst
sprichwörtlich es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird (= das Gefürchtete wird nicht so schlimm werden)
sprichwörtlich woanders wird auch nur mit Wasser gekocht (= woanders geht es auch nicht anders zu als überall)
es gibt Steckrüben […] in Wasser gekocht [RemarqueIm Westen190]
b)
aus Wäsche den Schmutz lösen und vorhandene Bakterien abtöten
Beispiel:
die Wäsche soll man etwa zehn bis fünfzehn Minuten leicht kochen
2.
Beispiel:
Teer, Leim kochen (= so lange erhitzen, bis er flüssig und dadurch verwendbar wird)
3.
etw. kochtetw. befindet sich in Siedetemperatur
Beispiele:
das Kaffeewasser, die Milch kocht, hat gekocht
die Kartoffeln, Eier kochen schon
Erbsen müssen lange kochen
die Nudeln in sprudelnd kochendes Salzwasser geben
Mußt du ihr das Essen kochend hinstellen? [BrechtMutter8 b]
bildlich etw. ist wild bewegt, aufgewühlt
Beispiele:
die See kochte
das Schiff versank in den kochenden Fluten
noch immer kochte die Luft (= war sie unerträglich heiß) [RinserRinge154]
umgangssprachlich, übertragen jmd., etw. kocht, es kocht bei, in jmdm.jmd., etw. ist sehr erregt, wütend
Beispiele:
er kochte innerlich
sie kochte vor Wut, Eifersucht
Die Stadt kochte in dumpfer Empörung [Feuchtw.Jüd. Krieg94]
Wie lange brauche es noch, bis auch ihm das Blut koche (= bis auch er koche)? [BredelEnkel462]
etw. kocht in jmdm.etw. erregt jmdn. sehr
Beispiel:
Wut, Ärger kochte in ihm, seinem Innern, Herzen
4.
Speisen, die durch Hitze gar gemacht werden, zubereiten
Beispiele:
das Essen, den Kaffee kochen; Diät kochen
sie kocht sich [Dativ] eine Suppe
kochen lernen
sie, er kann gut kochen, kocht gern, versteht sich auf das Kochen
sie muss täglich für acht Personen kochen
ein schmackhaft, gut gekochtes Essen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Koch1 · Köchin · kochen · Koch2 · Kocher
Koch1 m. ‘wer Speisen zubereitet bzw. sich berufsmäßig damit befaßt’, ahd. kohho (9. Jh.), koh (11. Jh.), mhd. koch, asächs. mnd. kok, mnl. coc, nl. kok werden im Zusammenhang mit der verfeinerten römischen Kochkunst aus lat. cocus (Nebenform von lat. coquus) ‘Koch’ ins Germ. entlehnt. Aengl. cōc, engl. cook setzt dagegen sekundäre Dehnung des Vokals voraus (ähnliche Entwicklungen zeigen die unter ↗Brief, ↗Schule, s. d., behandelten Entlehnungen). Abgeleitet Köchin f. spätmhd. köchinne (14. Jh.) neben dem zum Verb gebildeten kocherīn. kochen Vb. ‘sieden, wallen, brodeln, Speisen zubereiten’, ahd. kohhōn (10. Jh.), mhd. kochen, mnd. kōken, mnl. cōcen, nl. koken, afries. koka sind (parallel zum Substantiv) frühe Entlehnungen aus lat. cocere (Nebenform von lat. coquere) ‘kochen, sieden’. Ahd. kohhōn stellt sich neben einheimisches ahd. siodan (nhd.sieden, s. d.), das noch heute im Süden des dt. Sprachgebietes für ‘den Siedepunkt erreichen, gar kochen’ gilt. Abgeleitet vom Verb Koch2 n. obd. öst. ‘Gekochtes, Brei’, mhd. koch. Kocher m. ‘Gerät zum Kochen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbrühen · kochen · ↗sieden
Assoziationen
Synonymgruppe
dämpfen · ↗dünsten · ↗garen · kochen · ↗schmoren
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(Essen) zubereiten · kochen  ●  ↗(Essen) machen  ugs. · am Herd stehen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Emotion Essen Gerüchteküche Kaffee Kartoffel Küche Mittagessen Nudel Suppe Süppchen Tee Topf Volksseele Wasser Wut abkochen aufkochen auskochen backen braten bügeln einkochen gern hochkochen putzen waschen weich weiterkochen zusammenkochen überkochen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kochen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur im eigenen Saft zu kochen ist offenbar höchst kontraproduktiv.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2004
Wer Zeit hat, fängt einen Tag früher an zu kochen.
Der Tagesspiegel, 21.03.2004
Je nach Größe des Tieres 10 bis 15 Minuten kochen lassen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 141
Jetzt frage ich Dich, für wen kocht sie denn da?
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.11.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich werde die Gläser kochen und dann kann ich zwischendurch auch einmal schreiben.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„kochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/kochen>, abgerufen am 19.07.2019.

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