knabenhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkna-ben-haft (computergeneriert)
WortzerlegungKnabe-haft
Wortbildung mit ›knabenhaft‹ als Erstglied: ↗Knabenhaftigkeit
eWDG, 1969

Bedeutungen

a)
in der äußeren Erscheinung wie ein Junge
Beispiele:
ein knabenhaftes Geschöpf, knabenhafter Jüngling
in diesem Anzug sah er noch recht knabenhaft aus
Vor dem Café führte ein knabenhaftes junges Mädchen in einem schwarzen Trikot akrobatische Kunststücke vor [BredelEnkel194]
b)
gehoben für einen Jungen typisch, nach der Art eines Jungen
Beispiele:
knabenhafte Ideale
ein knabenhaftes Lachen
eine knabenhafte Schwärmerei
sie war von knabenhaftem Wuchs
mit knabenhaft kurzen Locken
Nicht einer Elfe glich sie, sondern einem Elf; ihre Zartheit war knabenhaft [KusenbergNicht zu glauben44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knabe · knabenhaft · Knabenkraut
Knabe m. ‘Kind männlichen Geschlechts, Junge’, ahd. knabo, knabbo ‘Junge, Kind’ (Hs. 12. Jh.), mhd. knabe ‘Junge, Jüngling, Bursche, Knecht, Page, Knappe’, mnd. knābe, aengl. cnafa stehen neben anfrk. knapo ‘Knecht’ (9. Jh.), mnd. knāpe, mnl. cnāpe, nl. knaap, aengl. cnapa, afries. knapa ‘Junge, Jüngling, Knecht’ und mhd. knappe, nhd.Knappe (s. d.), afries. knappa ‘Junge, Jüngling, Knecht’. Sie führen wie das unter ↗Knebel (s. d.) behandelte Substantiv auf germ. *knab-, *knap- bzw. mit expressiver Gemination *knabb-, *knapp- ‘Pflock, Stock, Klotz’; vgl. dazu nhd. (mundartlich) Knabe ‘Stift, Bolzen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten finden sich nicht. Wie bei anderen Bezeichnungen für Holzstücke erfolgt auch hier Übertragung des Ausdrucks auf eine männliche Person (s. ↗Bengel, ↗Flegel, ↗Stift). Knabe ist heute in seiner Gebrauchsfähigkeit vielfach eingeschränkt durch obd. Bub, nordd. md. Junge. Es gilt noch für ‘Bursche, Kerl’, zumal in der vertraulichen Anrede alter Knabe (Mitte 18. Jh.). knabenhaft Adj. (17. Jh.). Knabenkraut n. einheimische Orchideengattung mit einer Traube rötlicher Blüten (15. Jh.), nach den hodenförmigen Wurzelknollen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) jung · ↗blutjung · ↗jungenhaft · ↗kindhaft · ↗kindlich · knabenhaft · ↗minderjährig · ↗mädchenhaft  ●  unverschämt jung  ugs.
Assoziationen
  • adoleszent · ↗halbwüchsig · heranwachsend · ↗jugendlich · ↗juvenil
  • (eine) Lolita · ↗Kindfrau · ↗Unschuldsengel  ●  süßes Früchtchen  fig. · Nymphchen  geh. · ↗Nymphe  geh., bildungssprachlich
  • naiv · ↗unberührt · ↗unerfahren · ↗unschuldig  ●  ↗unverbildet  geh.
  • im jugendlichen Alter · ↗minderjährig · noch nicht 18 · noch nicht erwachsen · noch nicht voll geschäftsfähig · noch nicht volljährig · ↗unerwachsen · ↗unmündig · unter 18 Jahren  ●  ↗jugendlich  Hauptform · an der Schwelle zum Erwachsensein  geh. · an der Schwelle zum Erwachsenwerden  geh. · unter 18  ugs.
  • (...) Jahre jung sein · (...) Lenze zählen (lit. oder veraltet) · (...) geboren sein · ↗(...) sein · Jahrgang (...) sein · es auf (...) Jahre bringen · im Jahr(e) (...) geboren sein  ●  (...) Jahre alt sein  Hauptform · (...) Jahre zählen  veraltet · (...) Jahre auf dem Buckel haben  ugs.
  • Babyface · ↗Jungengesicht · Jungmädchengesicht
  • (erst) zarte (...) Jahre alt (sein) · ↗jung · jung an Jahren (lit.)
  • das (ganze) Leben (noch) vor sich haben · jung an Jahren  ●  (gerade) den Kinderschuhen entwachsen  variabel · ↗jung (sein)  Hauptform · jung und hübsch  ugs. · jung und schön  ugs. · jung und unschuldig  ugs. · jung und unverbraucht  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charme Figur Gestalt Jüngling Körper Lächeln Mädchen fast schlank schmal wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knabenhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt noch Fotos aus dieser Zeit, sie sieht sehr selbstbewusst aus, knabenhaft und schön.
Der Tagesspiegel, 20.09.2002
Aus dem knabenhaften Wesen soll also, wieder eine Frau entstehen?
Die Zeit, 13.11.1947, Nr. 46
Eines Tages rangen Karl und ich mit einander in knabenhaftem Übermut.
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2856
Sie war sehr schlank, knabenhaft fast, mit langen, schönen Beinen und einem weißen Hals.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 209
Er bot seine ganze, noch immer recht knabenhafte Autorität auf, vergebens.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15383
Zitationshilfe
„knabenhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/knabenhaft>, abgerufen am 19.07.2019.

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