klittern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklit-tern
Wortbildung mit ›klittern‹ als Erstglied: ↗Klitterung  ·  mit ›klittern‹ als Letztglied: ↗zusammenklittern
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend etw. ohne eigene Zutat aus Einzelteilen zusammentragen, zusammensetzen
Beispiel:
daß überhaupt nichts, keine Einsicht, keine Beobachtung dieser Sprache entsprach, den frivolen oder frommen Sprüchen, den geklitterten Urteilen und Ansichten [Bachm.Dreißigstes Jahr171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klittern · Geschichtsklitterung
klittern Vb. ‘willkürlich darstellen, schnell und unordentlich niederschreiben, zusammenstoppeln, Tatsachen unschöpferisch zusammentragen’, ursprünglich (mundartlich noch heute) ‘schmieren, klecksen’. Das seit dem 16. Jh. nachweisbare Verb ist eine Bildung zu frühnhd. Klitter ‘Klecks, Fleck’, das wahrscheinlich mit ablautendem ↗Kladde (s. d.) verwandt ist. Die heutige Bedeutung ist wohl beeinflußt von Geschichtsklitterung f. ‘willkürlich zurechtgemachte Geschichtsschreibung’, von Fischart (Geschichtklitterung) im Titel der 2. Ausgabe des „Gargantua“ (1582) geprägt anstelle von Geschichtschrift in der 1. Ausgabe (1575).

Thesaurus

Synonymgruppe
fälschen · klittern · ↗manipulieren · ↗schönen · ↗verfälschen  ●  ↗faken  ugs., engl. · ↗frisieren  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

zusammenklittern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klittern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In ihren schmucken Villen waren sie noch lange damit beschäftigt, ihre und unsere Geschichte zu klittern.
Die Zeit, 03.10.1986, Nr. 41
Nicht gerade glamourös, eher gehörig geklittert sind dabei die unabhängigen Billigproduktionen.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.1994
Zu salopp manchmal wechselt und klittert er hier die Erzählperspektiven.
Der Spiegel, 17.03.1980
So bleibt man, unduldsam dräuend und wenig salonfähig, wenigstens im Gespräch, mag es auch noch so klittern und knittern.
Der Tagesspiegel, 19.08.2003
Das offizielle Japan, räumt der Historiker ein, klittere seine Geschichte nicht weniger übel, wenn es Schulbücher reinige und Kriegsverbrechen verharmlose.
Die Welt, 07.06.2001
Zitationshilfe
„klittern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/klittern>, abgerufen am 23.10.2019.

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