klinken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklin-ken
Wortbildung mit ›klinken‹ als Letztglied: ↗aufklinken · ↗ausklinken · ↗einklinken
eWDG, 1969

Bedeutung

die Türklinke niederdrücken
Beispiele:
hast du schon geklinkt?
sie hörte das leise Klinken der Tür
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klinke · klinken
Klinke f. ‘Griff zum Öffnen oder Schließen einer Tür, Sperr- oder Schalthebel an technischen Vorrichtungen’, mhd. (md.) klinke ‘Türriegel’, spätmhd. auch ‘Schlagbaum’, frühnhd. klinke, klinge (15. Jh.), mnd. klinke, klenke, klinge, mnl. clinke, nl. klink. Vielleicht nach dem Geräusch des Fallriegels gebildet zu klinken, einer (im Dt. besonders omd. thür. bezeugten) Nebenform von ↗klingen (s. d.). Andere verbinden das Substantiv (trotz semantischer Schwierigkeiten) mit mhd. klanc ‘Schlinge’, westfäl. Klanke ‘Biegung’, ahd. giklenken ‘verknüpfen, verbinden’ (8. Jh.), mhd. klenken ‘schlingen, (ver)flechten’, nl. klinken, aengl. beclencan ‘festhalten’, engl. to clench ‘fest zusammenpressen’, to clinch ‘sicher befestigen, (ver)nieten’ und knüpfen an eine nasalierte Gutturalerweiterung (s. ↗Klüngel, ↗Klunker) der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗kleben) an. Diese Herleitung ist jedoch fraglich. klinken Vb. ‘auf die Türklinke drücken’ (17. Jh.); in Präfixbildungen auf- (mhd.), zuklinken (17. Jh.), einklinken (18. Jh.), ausklinken (Anfang 20. Jh., älter in den Mundarten).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Tür aufklinken aus ausklinken ein einklinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klinken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Blöcke bilden und lösen sich, einzelne Gruppen klinken sich aus und ein, getrieben vom Drive der Musik.
Süddeutsche Zeitung, 29.09.1997
Klinkt sich ein Anwender in einen Wettkampf ein, muss er Verbindung zu diesem Server aufnehmen.
C't, 2000, Nr. 2
Jetzt klinkten sich Gewerkschaften und Vereine ein und mobilisierten ihre Anhänger.
Die Zeit, 10.11.2005, Nr. 46
Er klinkte den Dynamo ans Vorderrad und wich den Schlaglöchern aus.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 289
Er ging die hölzernen, mit Sägemehl bestreuten Treppen empor und klinkte an einer Tür.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„klinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/klinken>, abgerufen am 15.10.2019.

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