klatschen

GrammatikVerb · klatschte, hat/ist geklatscht
Aussprache
Worttrennungklat-schen
Wortbildung mit ›klatschen‹ als Erstglied: ↗Klatscher · ↗Klatscherei · ↗Klatschung · ↗klatschhaft
 ·  mit ›klatschen‹ als Letztglied: ↗abklatschen · ↗anklatschen · ↗aufklatschen · ↗herabklatschen · ↗herausklatschen · ↗herbeiklatschen · ↗nachklatschen · ↗niederklatschen
 ·  mit ›klatschen‹ als Grundform: ↗Geklatsch · ↗Geklatsche · ↗Klatsche · ↗Klatschen · ↗beklatschen2 · ↗beklatschen1 · ↗verklatschen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. klatschtetw. gibt einen hellen, kurzen, schallenden Laut von sich
Beispiele:
er bekam eine Ohrfeige, dass es nur so klatschte
man hörte Peitschen klatschen
das Klatschen der nassen Segel
etw. verursacht ein klatschendes Geräusch
Der Wind pfiff, der Regen klatschte [StormSchimmelr.7,243]
Es fehlte ihr [der Möwen] hungriges Gekreisch und ihr klatschender Flügelschlag [UhsePatrioten1,570]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹, mit Hilfsverb ›ist‹
an, auf, gegen etw. klatschenmit einem hellen, kurzen, schallenden Laut auf etw. aufprallen, gegen etw. schlagen
Beispiele:
der Regen klatschte ans Fenster, auf das Dach, gegen die Scheiben
die Wellen klatschten an den Bauch des Schiffes
der nasse Rock klatschte mir an die Beine
mit Hilfsverb ›ist‹
in etw. klatschen
Beispiel:
da pfiff schon eine Kugel über seinen Kopf und klatschte dicht hinter ihm ins Wasser [FühmannFronten70]
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
die flachen Hände wiederholt zusammenschlagen, besonders zum Zeichen des Beifalls
Beispiele:
die Zuschauer klatschten begeistert (Beifall)
es wurde lebhaft, stürmisch geklatscht
das Kind klatschte vor Freude in die Hände
alle sangen mit und klatschten den Takt (= gaben durch Zusammenschlagen der flachen Hände den Takt an)
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
mit der flachen Hand auf etw. schlagen
Beispiele:
umgangssprachlich er klatscht sich [Dativ] auf die Schenkel
salopp sei still, sonst klatscht's, klatsche ich dir eine (= bekommst du eine Ohrfeige)
umgangssprachlich Er tätschelt sie und klatscht ihr mit der Hand auf den Hintern [WeisenbornMädchen136]
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp etw. heftig auf, an etw. werfen
Beispiele:
die Männer klatschten die Karten auf den Tisch
am liebsten hätte er das Buch an die Wand geklatscht
6.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich, abwertend über abwesende Personen Übles reden
Beispiele:
über uns wird geklatscht
sie klatschte stundenlang mit ihrer Nachbarin
die Frauen steckten die Köpfe zusammen und klatschten
7.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp jmdm. etw. hinterbringen, verraten, petzen
Beispiele:
er hat es dem Lehrer geklatscht
wehe, wenn du klatschst!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klatschen · Klatsch · Klatsche · Fliegenklatsche · Klatschmohn · Abklatsch
klatschen Vb. schallnachahmend für Geräusche, besonders beim Zusammenschlagen der flachen Hände oder beim Aufprall eines (flachen, feuchten) Körpers, ‘einen schallenden Laut von sich geben, durch Zusammenschlagen der Hände Beifall bekunden’. Dem seit dem 17. Jh. bezeugten Verb geht frühnhd. klatzen, später klatzschen, glatschen ‘schallen, schallend schlagen’ vorauf; ihm vergleichen sich nd. klats(k)en und nl. kletsen. Ebenfalls schallnachahmend steht klatschen im Sinne von ‘schwatzen, über Abwesende reden’ (17. Jh.), in der Schülersprache ‘ausplaudern, hinterbringen, petzen’. Klatsch m. ‘schallendes Geräusch, Schlag’, auch ‘Geschwätz, Gerede über Abwesende, üble Nachrede’ (18. Jh.); dazu Kaffeeklatsch m. (2. Hälfte 19. Jh.), klatschhaft Adj. (17. Jh.), Klatschmaul n. (18. Jh.). Klatsche f. ‘flaches Gerät zum Schlagen, klatschhafte Person, Schwätzerin’ (17. Jh.), Fliegenklatsche f. (17. Jh.). Klatschmohn m. scharlachrot blühendes Unkraut in Getreidefeldern (19. Jh.), nach dem Geräusch, das entsteht, wenn die in einem gefalteten Blütenblatt befindliche Luft dieses beim Zerdrücken sprengt, älter Glaczen (15. Jh.), Klatsche (17. Jh.), Klatschrose (17. Jh.), Klapperrose (16. Jh.). Abklatsch m. ‘(unvollkommene) Nachbildung, Nachahmung’, in der Druckersprache ‘Rohabzug, Probeabdruck’ (18. Jh.), weil dieser ohne Presse nur durch Klatschen und Klopfen mit der Bürste hergestellt wird, auch Bürstenabzug.

Thesaurus

Synonymgruppe
Applaus spenden · Beifall spenden · ↗beklatschen · klatschen  ●  ↗akklamieren  österr. · ↗applaudieren  Hauptform · (die) Hände rühren  geh. · (mit) Beifall bedenken  geh. · Beifall zollen  geh. · in die Händchen patschen  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
bejubeln · ↗gutheißen · ↗huldigen · klatschen · ↗zujubeln · ↗zustimmen  ●  ↗akklamieren  fachspr.
Synonymgruppe
haften · ↗kleben  ●  klatschen  ugs. · ↗pappen  ugs.
Assoziationen
  • Aufkleber · ↗Etikett · Klebeetikett · Klebeschild · ↗Klebezettel  ●  Bapperl  bair. · ↗Pickerl  österr. · ↗Sticker  engl.
  • Filament-Klebeband · Gewebeband · faserverstärktes Klebeband · verstärktes Klebeband
Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · ↗(sich) zuflüstern · ↗(sich) zuraunen · ↗(über jemanden) herziehen · hinter jemandes Rücken reden · klatschen · ↗munkeln · ↗ratschen · schlecht reden (über) · ↗tratschen · vom Leder ziehen  ●  ↗lästern  Hauptform · (sich) aufhalten über  ugs. · (sich) das Maul zerreißen (über)  ugs. · ↗ablästern (über jemanden)  ugs. · ↗bashen  ugs., engl.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
klatschen · ↗patschen · ↗peitschen · ↗platschen · ↗prasseln (Regen) · ↗trommeln  ●  ↗pladdern  norddeutsch
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beifall Delegierte Hand Kopfball Latte Pfosten Publikum Schenkel Takt Zuhörer Zuschauer abklatschen artig aufklatschen begeistert frenetisch johlen jubeln klatschen kreischen lachen minutenlang mitklatschen mitsingen pfeifen rhythmisch stampfen trampeln tratschen zuklatschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klatschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dann stand er unten auf dem Rasen, und auf den Rängen hockten die Fans, und als er vorgestellt wurde, da klatschten sie.
Der Tagesspiegel, 24.03.2000
Kraftlos klatschte sie aufs Eis, und dazwischen schien sie völlig irritiert.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.1999
Sie brachten ihr Brod mit, wir klatschten vergnügt beim Kaffee.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 358
Wenn sie stark genug ist, brauche ich bloß in die Hände zu klatschen, und alles ergibt sich von selbst.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 419
Und sie klatschte in die Hände vor Freuden wie ein seliges Kind.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2624
Zitationshilfe
„klatschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/klatschen>, abgerufen am 25.04.2019.

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